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Deshalb kämpft Novak Djokovic mit mysteriösen Problemen und muss sich übergeben

Дата публикации: 16-09-2026 09:16:27

Novak Djokovics Niederlage bei den US Open hallt nach. Vielleicht kämpft der Serbe gegen den einzigen Gegner, den auch er nicht besiegen kann.

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Novak Djokovic brach bei den US Open in Tränen aus.Novak Djokovic brach bei den US Open in Tränen aus.

Bild: AP / Frank Franklin II

Die Zeit ist ein leiser Dieb. Auch die Unsterblichen bleiben von ihr nicht verschont. Über zwanzig Jahre schien Novak Djokovic unbezwingbar und fand auf jede Hürde eine Antwort: auf seine Kindheit im kriegsversehrten Serbien, auf Roger Federer und Rafael Nadal, auf Verletzungen, private Krisen – und selbst auf die Demütigung seiner Ausweisung aus Australien.

Doch gegen einen Gegner gibt es kein Rezept. Er kommt nicht mit Getöse, sondern auf leisen Sohlen. Er nimmt uns nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Er lächelt freundlich, legt uns beinahe väterlich die Hand auf die Schulter – und nagt unaufhaltsam an uns: der Zahn der Zeit.

Djokovic kämpfte mit Übelkeit, Würgereiz und Krämpfen.Djokovic kämpfte mit Übelkeit, Würgereiz und Krämpfen.

Bild: AP  / Frank Franklin II

Tiefpunkt einer Entwicklung

In New York wurde der Kampf sichtbar. Novak Djokovic verlor ihn nicht nur gegen einen Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Sondern gegen seinen eigenen Körper. Er rang nach Luft, übergab sich auf dem Platz und suchte in den Pausen verzweifelt nach einer Kraft, die ihn verlassen hatte. Erstmals seit 20 Jahren verlor er bei den US Open in der ersten Runde.

Djokovic fiel auf der grössten Tennisbühne der Welt aus seiner Rolle und die Tränen brachen sich ihre Bahn. Ein Verdacht hatte sich zur Gewissheit verfestigt: Diesmal hatte ihn nicht nur ein Gegner bezwungen, sondern etwas, das auch Novak Djokovic niemals schlagen wird: die Zeit.

Schon während der Partie fliessen bei Djokovic die Tränen.Schon während der Partie fliessen bei Djokovic die Tränen.

Bild: EPA / Brian Hirschfeld

Übelkeit, Würgereiz und Tränen

«Ich habe praktisch jeden Moment gehasst», sagte Djokovic danach. Was mit ihm los sei, wisse er selbst nicht. Fast in jedem Spiel habe er in diesem Jahr mit Übelkeit und Würgereiz zu kämpfen gehabt. «Dann macht mein ganzer Körper schlapp. Ich habe Krämpfe und Schmerzen überall.» Er sprach von einer «mysteriösen Krankheit», deren Ursache er nicht kenne. Am Ende hätten auch Rücken und Schulter nicht mehr mitgemacht.

Die Bilder aus New York markierten den Tiefpunkt einer Entwicklung, die sich seit Monaten abzeichnet. Ein Extremfall, aber kein Einzelfall.

Djokovic wirkt verletzlicher als je zuvor. Er spielt weniger Turniere, muss Trainings auslassen und kämpft immer häufiger mit körperlichen Beschwerden. Erstmals seit fast zwanzig Jahren ist er aus den Top 10 der Weltrangliste gefallen. Ein Spieler, der seine Karriere darauf aufgebaut hat, fitter, zäher und belastbarer zu sein als alle anderen, stösst an seine Grenzen.

Novak Djokovic wird von seinem Körper im Stich gelassen.Novak Djokovic wird von seinem Körper im Stich gelassen.

Bild: AP / Frank Franklin II

Auch Askese hat ihre Grenzen

Das ist unausweichlich – und wirkt dennoch unwirklich. Denn wie kaum ein anderer Tennisspieler hat sich der 39-Jährige der Askese hingegeben. Ernährung, Regeneration, Schlaf, Beweglichkeit – kein Detail überliess er dem Zufall. Lange schien er den Alterungsprozess überlisten zu können.

Doch auch die grösste Disziplin kennt Grenzen. Mit zunehmendem Alter sinkt die maximale Sauerstoffaufnahme, die Regeneration dauert länger, die Muskelmasse nimmt ab. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit verstärken diese Effekte. Weil mehr Blut für die Kühlung benötigt wird, steht den Muskeln weniger zur Verfügung. Was früher zwischen zwei Ballwechseln verschwand, begleitet einen Spieler plötzlich über Stunden – und wird in einem vier- oder fünfstündigen Match zum entscheidenden Nachteil.

Djokovic verabschiedet sich vom New Yorker Publikum.Djokovic verabschiedet sich vom New Yorker Publikum.

Bild: AP / Frank Franklin II

Kein Rätsel, sondern das Alter

Für Djokovics «mysteriöse Probleme» gibt es keine einzelne Erklärung. Die Antwort ist viel einfacher: Es ist der Alterungsprozess. Er kommt nicht mit einem Befund, sondern schleichend – mit längeren Erholungszeiten, geringerer Belastbarkeit und einem Körper, der anders reagiert als früher.

Djokovic gehört noch immer zur Weltspitze. Bei den Australian Open stand er im Final, in Wimbledon erreichte er den Halbfinal. Doch der Unterschied ist ein anderer: Früher war sein Körper noch Komplize. Heute scheint er zu seinem grössten Gegner geworden zu sein.

Djokovic hat fast alles besiegt, was sich ihm in den Weg stellte. Rivalen, Verletzungen, Zweifel. Nur dem leisen Dieb, der ihn über zwei Jahrzehnte vergeblich verfolgte, entkommt auch er nicht: der Zeit.

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 7.79. Источник: www.aargauerzeitung.ch.