Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit lassen das Interesse an E-Autos in Deutschland wachsen. Was eine Studie zum Wechselwillen der Autofahrer zeigt.
Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit lassen das Interesse an E-Autos in Deutschland wachsen. Was eine Studie zum Wechselwillen der Autofahrer zeigt.
Quelle: dpa

Am E-Auto schätzen Deutsche vor allem die niedrigeren Betriebskosten. (Symbolfoto: Alexandru Nika / Shutterstock)
Autofahrer in Deutschland zeigen in einem internationalen Vergleich die größte Bereitschaft zum Umstieg auf die Elektromobilität. 27 Prozent der hiesigen Besitzer von Benzin- und Dieselfahrzeugen planen, als nächstes Auto höchstwahrscheinlich ein Elektrofahrzeug zu kaufen oder zu leasen. Das geht aus einer Studie hervor, die vom Kartendienst Here Technologies und dem Marktforschungsunternehmen SBD Automotive anlässlich des Tages der Elektromobilität vorgelegt wurde.
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Für die Erhebung befragten die Analysten mehr als 4.000 Autofahrerinnen und Autofahrer unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den USA, Indien und Australien. Mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland (54 Prozent) gab dabei an, sich heute eher mit dem Erwerb eines E-Autos zu beschäftigen als noch vor einem Jahr.
Bessere Ladeinfrastruktur, teurerer SpritAusschlaggebend für das gewachsene Interesse sind vor allem Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit (37 Prozent), steigende Spritpreise (34 Prozent) sowie das dichtere und zuverlässigere Ladenetz (34 Prozent). Bei der Kaufentscheidung dominieren handfeste wirtschaftliche Vorteile: Niedrigere Betriebskosten (41 Prozent), ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis (38 Prozent) sowie steuerliche Anreize (36 Prozent) stehen noch vor Umweltaspekten (37 Prozent).
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Begleitet wird die Wechselbereitschaft von objektiv messbaren Fortschritten bei der Infrastruktur. Im europäischen Gesamtranking belegt Deutschland gemeinsam mit Österreich Rang 6 von 30 analysierten Ländern. Den Spitzenplatz teilen sich Norwegen und die Niederlande, gefolgt von Belgien, Dänemark und Luxemburg. Bei diesem Ranking kam es auf die durchschnittliche Ladeleistung pro Ladestation, den E–Auto-Anteil am Gesamtbestand, die Ladestationen pro Straßenkilometer sowie die Ladepunkte pro E-Fahrzeug an.
E-Mobilität: Deutschland punktet mit großem SchnellladenetzMit mehr als 210.000 öffentlichen Stationen und über 55.000 Schnellladepunkten stellt Deutschland laut Erhebung das größte Schnellladenetz aller untersuchten europäischen Länder. Die gesamte installierte öffentliche Ladeleistung übertrifft die des Zweitplatzierten Frankreich um 48 Prozent. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der deutschen E–Auto-Besitzer gaben an, noch nie aus Sorge um freie Ladestationen auf eine Fahrt verzichtet zu haben.
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Gleichzeitig bremsen bestehende Vorbehalte in der Gesamtbevölkerung den Umstieg auf die E-Mobilität: Sorgen um eine vermeintlich nicht ausreichende Reichweite (45 Prozent), die lokale Ladestationsdichte (40 Prozent) und hohe Anschaffungspreise (39 Prozent) bleiben die dominierenden Hürden. Dennoch sinken die Bedenken bezüglich der Infrastruktur im Vergleich zum Vorjahr spürbar. Die Autoren stufen Deutschland daher als „umstieg-bereiten“» Markt ein, bei dem die nächste Phase der Mobilitätswende vor allem über wettbewerbsfähige Fahrzeugpreise und unkomplizierte Ladevorgänge entschieden werde.
Von 1888 bis heute: Die Geschichte des ElektroautosVon 1881 bis heute: Die Geschichte des E‑Autos in Bildern
Der Index von Here und SBD steht auf zwei Säulen: einer repräsentativen Online-Befragung von über 4.000 Verkehrsteilnehmern aus dem Sommer 2026 sowie einer detaillierten Datenanalyse zur Ladeinfrastruktur und Marktreife. Diese umfasst 30 europäische Staaten sowie Bundesstaaten und Territorien in den USA, Indien und Australien. Für den Bewertungszeitraum von Juni 2025 bis Juni 2026 wurden behördliche Zulassungsdaten und Branchenstatistiken mit den weltweiten Kartendaten von Here zu Ladestationen und Ladekapazitäten zusammengeführt.
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