Nach dem Tod von Hayden Panettiere wurden Vorwürfe gegen die US-Kosmetikmarke Neutrogena laut. Das Unternehmen hatte den Vertrag nach Angaben der US-Schauspielerin aufgrund ihrer psychischen Probleme nicht verlängert. Nun versucht die Marke, ihr Image zu retten – mit mäßigem Erfolg.
Die US-Kosmetikmarke Neutrogena ist nach dem tragischen Tod der Schauspielerin Hayden Panettiere stark unter Druck geraten. Nachdem die Schauspielerin dem Unternehmen noch im Mai heftige Vorwürfe gemacht hatte, sorgt nun ein missglückter Beileids-Posts für weiteren Unmut.
Panettiere starb am 16. August 2026 im Alter von 36 Jahren in Greenville, South Carolina. Die Todesumstände werden derzeit noch untersucht.
Im Mai hatte Panettiere in dem Podcast „On Purpose“ offen über Traumata gesprochen. Dabei hatte sie auch Vorwürfe gegen Neutrogena vorgebracht, für die die Schauspielerin bis 2015 zehn Jahre lang Werbung gemacht hatte. Die Firma habe ihren Vertrag nicht verlängert, nachdem sie damals öffentlich über Wochenbettdepression gesprochen habe, sagte die Schauspielerin. Dies habe sie sehr getroffen.
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Nach Panettieres Tod folgten kritische Äußerungen zu der Marke und Boykott-Aufrufe. Am Donnerstag äußerte sich Neutrogena erstmals in einer Stellungnahme. Die Schauspielerin sei über ein Jahrzehnt ein „geschätztes Mitglied“ der Neutrogena-Gemeinschaft gewesen. Sie seien „stolz“ auf die Zusammenarbeit mit ihr.
Die Firma räumte ein, dass sie den Star in einer schwierigen Phase nicht ausreichend unterstützt habe. Sie wollten nun mit einer „bedeutsamen Investition“ über eine Gesundheitsorganisation Hilfe leisten, unter anderem für Frauen, die an Wochenbettdepression leiden.
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Unter dem Instagram-Post hat Neutrogena die Kommentarfunktion deaktiviert, nachdem die sozialen Kanäle der Marke zuletzt mit kritischen Kommentaren geflutet wurden. Dies kam bei den Nutzern nicht gut an.
„Schaltet die Kommentare ein, wenn ihr zu euer Antwort steht“, schrieb eine Nutzerin unter einen älteren Post . „Die Kommentare unter dem Post zu Haydens Tod zu deaktivieren, sodass niemand seine Abneigung gegen eure Marke zum Ausdruck bringen kann, ist keine Verantwortungsübernahme. Das ist peinlich für eine Marke, die von Frauen unterstützt wird“, schrieb eine weitere Nutzerin. „Eure Schein-Entschuldigung verstößt gegen meine Moral-Klausel“, schrieb ein Nutzer unter Bezugnahme auf die Klausel, mit der Neutrogena die Kündigung nach Angaben von Panettiere begründet haben soll.
Neutrogena gehört in den USA zu den größten Drogerie- und Hautpflegemarken. Ob sich Shitstorm und Boykott-Aufrufe auf den Absatz der Marke auswirken werden, ist derzeit noch schwer abzuschätzen. Das Unternehmen gehört zum Konsumgüterkonzern Kenvue, der auch Marken wie Tylenol, Listerine und Aveeno hält. Kenvue weist die Zahlen von Neutrogena nicht separat aus, das Segment „Health and Beauty“ setzte im Jahr 2025 rund 4,1 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) um.
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Der Shitstorm kommt für den Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Laut den aktuellsten Daten des Marktforschungsunternehmens Circana verlor Kenvue in den vergangenen Jahren im US-Hautpflegemarkt deutlich an Marktanteil: von rund 23 Prozent 2019 auf weniger als 14 Prozent 2023.
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