Der Revolut-Gründer und -CEO Nik Storonsky beendet die Spekulationen um einen Börsengang noch in diesem Jahr. Vor einem IPO strebt die Neobank eine Banklizenz in den USA an und erwägt zudem eine Kapitalerhöhung. Das würde ihren Wert weiter in die Höhe treiben.
Frühestens 2028 sei es so weit, erklärte der Brite mit russischen Wurzeln jetzt in einem Interview. Derzeit prüfe das Unternehmen weitere Sekundärverkäufe von Aktien. Solche Kapitalerhöhungen führt Revolut üblicherweise alle ein bis zwei Jahre durch. Sie schaffen Liquidität für frühe Investoren und Mitarbeiter. Zudem steigern sie im Allgemeinen die Unternehmensbewertung.
Bewertung schoss zuletzt massiv in die HöheRevolut hatte im vergangenen November die jüngste Kapitalerhöhung abgeschlossen, womit die Bewertung des Unternehmens von 45 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 75 Milliarden US-Dollar hochschnellte. Mit dem rasanten Anstieg beschleunigte die Neobank ihre internationalen Expansionspläne.
„Noch zwei Jahre“, sagte Storonsky in dem Interview, über das die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Er beendet damit jedwede Spekulation darüber, dass das von Nvidia und Coatue Management unterstützte Fintech noch in diesem Jahr an die Börse gehen oder auf unbestimmte Zeit privat bleiben könnte.
Revolut hatte kürzlich eine US-Banklizenz beantragt und den ehemaligen Visa-Manager Cetin Duransoy mit der Leitung der Region betraut. Revolut ist seit 2020 in den Vereinigten Staaten tätig und arbeitet dort mit Partnerbanken zusammen, um Kunden zu bedienen.
Die USA gelten als schwieriges Terrain für europäische Digitalbanken. So hatte der Revolut-Konkurrent N26 aus Deutschland vergeblich versucht, in den USA Fuß zu fassen. Die Berliner Neobank hatte ihre US-Ambitionen Anfang 2022 nach nur zwei Jahren begraben, weil sich die Expansionspläne nicht gerechnet hatten. Ohne eigene Lizenz sind Player wie N26 auf Partnerbanken angewiesen. Diese Kooperationen sind jedoch oft unflexibel und regulatorisch anfällig, da die Partnerbank für das Fehlverhalten des Fintechs haftet.
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Eine US-Banklizenz würde Revolut den direkten Zugang zu den Zahlungssystemen der US-Notenbank Fed sowie die Vergabe von Privatkrediten und Kreditkarten ermöglichen. Die Genehmigung könne bis zu einem Jahr dauern, erklärte Storonsky. Das „offizielle Ziel“ des Unternehmens liege jedoch bei vier Monaten.
Auf die Frage, ob er mit einer Genehmigung rechne, sagte Storonsky: „Angesichts der neuen Regierung und unserer zahlreichen anderen Banklizenzen, insbesondere der bestehenden britischen Banklizenz, ist es für uns natürlich deutlich einfacher geworden als noch vor zwei Jahren.“
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