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GameStop will Ebay kaufen: Was hinter der spektakulären 56-Milliarden-Offerte steckt

Дата публикации: 04-05-2026 13:06:00

Das Übernahmeangebot von GameStop an die viel größere Onlineplattform Ebay wirft Fragen auf. GameStop-CEO Cohen will angeblich Amazon ins Visier nehmen – doch die Finanzierung des Deals ist unklar, zudem ist offenbar Eigennutz im Spiel.

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Das Übernahmeangebot von GameStop an die viel größere Onlineplattform Ebay wirft Fragen auf. GameStop-CEO Cohen will angeblich Amazon ins Visier nehmen – doch die Finanzierung des Deals ist unklar, zudem ist offenbar Eigennutz im Spiel.

05.05.2026, 10.01 Uhr

Große Ambitionen: GameStop möchte Ebay übernehmen und seinen Börsenwert dadurch erheblich steigern
Große Ambitionen: GameStop möchte Ebay übernehmen und seinen Börsenwert dadurch erheblich steigern

Große Ambitionen: GameStop möchte Ebay übernehmen und seinen Börsenwert dadurch erheblich steigern

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Carlo Allegri / REUTERS

Der Videospielhändler GameStop will die viel größere Onlinehandelsplattform Ebay übernehmen. Das Angebot ist rund 56 Milliarden Dollar (umgerechnet 47,7 Milliarden Euro) schwer, und zwar in Form von Bargeld und Aktien, wie GameStop-Chef Ryan Cohen dem „Wall Street Journal“ sagte. Er wolle mit Ebay einen viel stärkeren Konkurrenten für Amazon aufbauen, erklärte Cohen sein Vorhaben. Nach einer Übernahme strebt er an, das fusionierte Unternehmen zu führen.

In einem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden  von Ebay argumentierte Cohen, eine Fusion könne Synergien schaffen, Kosten reduzieren und die Ertragskraft steigern. Besonders hob er hervor, dass die etwa 1600 US-Filialen von GameStop als landesweites Netzwerk für Authentifizierung, Warenannahme, Versandabwicklung und Live-Handel genutzt werden könnten.

GameStop bietet 125 Dollar pro Aktie

GameStop gab am Sonntag ein Gebot von 125 US-Dollar pro Aktie bekannt. Das entspreche einem Aufpreis von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag, betonte Cohen. Zuletzt war die Aktie bereits auf gut 116 Dollar geklettert, nachdem das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen noch am Sonntag von Cohens Plänen für ein Gebot berichtet hatte.

GameStop hält bereits einen Anteil von rund 5 Prozent an Ebay. Ausgehend aus der zuletzt von Ebay genannten Zahl ausstehender Aktien gibt GameStop den Wert des Angebots mit etwa 55,5 Milliarden Dollar an. Er habe bereits eine Zusage für einen Kredit von rund 20 Milliarden Dollar für die Übernahme, schreibt Cohen in dem Brief an den Ebay-Aufsichtsrat. Zudem habe GameStop zum 31. Januar 2026 über Bargeld und liquide Mittel von 9,4 Milliarden Dollar verfügt.

Es blieb zunächst unklar, wie genau der Rest der Kaufsumme finanziert werden soll – ob etwa zusätzliche Kredite aufgenommen werden oder externe Investoren mit ins Boot geholt werden sollen. Cohen erklärte zudem gegenüber dem „Wall Street Journal“ , dass er, sollte Ebay das Angebot ablehnen, einen Machtkampf anzetteln und sich direkt an die Ebay-Aktionäre wenden werde.

Ebay will Angebot prüfen

Ebay erklärte am Montagmorgen gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass der Vorstand und ein Finanzberater das Übernahmeangebot von GameStop derzeit prüfen. Zuvor habe es weder Gespräche mit GameStop gegeben, noch sei das Unternehmen direkt kontaktiert worden.

Zudem teilte Ebay mit, dass die Bewertung des Angebots unter dem Gesichtspunkt erfolgen werde, welchen Mehrwert es für die eigenen Aktionäre bietet. Dabei würde man auch den Wert der als Gegenleistung vorgesehenen GameStop-Aktien prüfen und die Frage erörtern, ob GameStop überhaupt in der Lage sei, ein verbindliches und umsetzbares Angebot vorzulegen.

Ebay ist 46 Milliarden Dollar wert, GameStop gerade mal 12 Milliarden Dollar

Sollte die Übernahme gelingen, wäre es ein ungewöhnliches Geschäft: Es kommt selten vor, dass ‌ein börsennotiertes Unternehmen einen Konkurrenten ins Visier nimmt, der fast ​viermal so groß ‌ist. Während Ebay auf eine Marktkapitalisierung von rund 46 Milliarden Dollar kommt, ist GameStop an der Börse lediglich knapp 12 Milliarden Dollar wert.

Cohen hatte vor GameStop als Mitgründer den auf Haustierartikel spezialisierten Onlinehändler Chewy geführt. Er hatte 2020 eine hohe Beteiligung bei dem Spielehändler aufgebaut, dessen Management er als zu langsam beim Onlinegeschäft kritisierte, und übernahm 2023 den Chefposten. Er ließ viele Läden schließen und setzte stattdessen auf das Onlinegeschäft, etwa mit Sammelkarten und Retrokonsolenspielen, die Nostalgie bei Gamern wecken.

Auch Ebay versucht aktuell, sich stärker auf lukrative Kategorien wie Sammelartikel, Autoteile und gebrauchte Modeartikel zu konzentrieren. Firmenchef Jamie Iannone setzte zudem auf künstliche Intelligenz, um Nutzern das Einkaufen auf der Plattform zu erleichtern.

Am vergangenen Mittwoch meldete Ebay, dass das Bruttowarenvolumen – also der Gesamtwert aller abgewickelten Transaktionen – im ersten Quartal um 18 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar gestiegen ist. Iannone führte dieses Wachstum auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens als „bevorzugten Marktplatz für Enthusiasten“ zurück. Der Quartalsgewinn erhöhte sich zudem auf 512 Millionen Dollar, nach 499 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. GameStop plant, seine Geschäftszahlen voraussichtlich Anfang Juni vorzulegen.

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Für Cohen geht es bei der Übernahme um nicht weniger als einen potenziellen Milliarden-Jackpot. Anfang des Jahres hat GameStop sein Vergütungspaket gezielt so umgebaut, dass Cohens persönlicher Gewinn direkt an einen massiven Anstieg von Börsenwert und Profitabilität gekoppelt ist. Laut „Wall Street Journal“ winkt ihm dabei ein Aktienpaket im Wert von bis zu 35 Milliarden US-Dollar – vorausgesetzt, ambitionierte Ziele werden erreicht, etwa eine Bewertung des Unternehmens von 100 Milliarden US-Dollar.

GameStop sorgte zu Beginn der Coronapandemie für Schlagzeilen, weil Amateurhändler aus dem Netz den Kurs der Aktie entgegen Zweifeln der Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell hochtrieben.

mit Material von Nachrichtenagenturen

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