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Glasfaserausbau: Wo der Staat hilft und wo nicht

Дата публикации: 30-07-2026 08:00:00

Seitdem Bund und Länder den Glasfaserausbau fördern, wurden auf Staatskosten über zwei Millionen Glasfaseranschlüsse errichtet, die es wohl ohne diese Unterstützung nicht gegeben hätte. Der Erfolg dieser Förderung zeigt sich zum Beispiel im Landkreis Kleve.

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Im Landratsamt in Kleve kann man einen Haken hinter dem Breit­band­ausbau in den sogenannten „weien Flecken“ setzen. Das sind Gebiete, in denen die durch­schnitt­liche Download-Geschwin­digkeit unter 30 MBit/s liegt. Hufig handelt es sich um schwer erschlie­bare Regionen, weshalb in „weie Flecken“ viel Frdergeld fliet. So auch im Kreis Kleve: 57,6 Millionen Euro haben der Bund und das Land NRW gegeben, damit die Deutsche Glasfaser 13.000 Haushalte in 15 Kommunen des Kreises anschlieen konnte. Die Kommunen selbst haben noch einmal 6,4 Millionen Euro investiert.

Inzwischen hat der Kreis Kleve das Frder­programm „Weie Flecken“ vollstndig abge­schlossen. „Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein im Gigabit-Ausbau im Kreis Kleve erreicht und die Adressen mit den schwchsten ber­tragungs­raten an die Daten­auto­bahn ange­schlossen“, sagt Landrat Christoph Gerwers. Die Frderung fr die „grauen Flecken“, Regionen mit einer Down­load­geschwin­digkeit von nicht mehr als 100 MBit/s, luft bereits.

Gemeinsam mit Anna Kebschull, Landrtin des Kreises Osnabrck (3. v. l.) feierten Vertreter der Gemeinde Glandorf, vom Landkreis sowie von der GVG und deren Partner MD Networks den Spatenstich im Ortsteil Schwege. Gemeinsam mit Anna Kebschull, Landrtin des Kreises Osnabrck (3. v. l.) feierten Vertreter der Gemeinde Glandorf, vom Landkreis sowie von der GVG und deren Partner MD Networks den Spatenstich im Ortsteil Schwege.
Foto: GVG Glasfaser
Gute Neuigkeiten kann auch die GVG Glasfaser verknden. Der Kieler Netz­betreiber, der einst wirt­schaft­lich ins Schlingern geriet, Anfang des Jahres aber frisches Geld erhielt, weitet seine Aktivitten in Nieder­sachsen auf den Landkreis Oldenburg aus. Hier sollen in Dnsen, Harpstedt und Kirchseelte neue FTTH-Netze entstehen. GVG baut bereits in den Landkreisen Diepholz und Osnabrck Glas­faser­netze. In letzterem feierten die Kieler unlngst in der Gemeinde Glandorf-Schwege den offiziellen Spatenstich, nachdem die unge­whn­lich hohe Vermark­tungs­quote von 75 Prozent erreicht wurde. Sie ist Teil eines besonderen Ausbau­modells zwischen GVG und der Gemeinde, die trotz einer sehr lndlichen Lage keine Frder­gelder erhlt.

OXG und Telekom bauen in Essen, Wrzburg und Wiesbaden

Die Frderung wird vor allem deshalb in lndlichen Regionen genutzt, weil dort vergleichs­weise weite Strecken zurck­gelegt werden mssen, um wenige Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. Damit hat OXG, der Zusam­menschluss von Vodafone und Investor Altice, nicht viel zu tun, denn der Netz­betreiber ist vornehmlich in greren Stdten unterwegs. Wie etwa in Essen, wo OXG mit dem Bau eines FTTH-Netzes fr 91.300 Haushalte begonnen hat. Darber hinaus will der Netz­betreiber in Wrzburg 36.900 Haushalte mit Glasfaser erschlieen. Dazu hat OXG eine Absichts­erkl­rung mit der Stadt unter­schrieben, in der zentrale Ziele sowie Anfor­derungen und Aufgaben fr die Umsetzung des Infra­struk­turpro­jekts fest­gehalten wurden.

Unterzeichnung der Absichtserklrung im Wrzburger Rathaus mit (v. l. n. r.): Ralf Bersenfelder (Wirtschaftsfrderung Wrzburg), Julia Henneberger (Tiefbau und Verkehrswesen), Oberbrgermeister Martin Heilig, Jens Bergerhoff (Bereichsleiter Kommunen und Wohnungswirtschaft von OXG) und Franziska Christau (Leiterin des OXG-Kommunenmanagements). Unterzeichnung der Absichtserklrung im Wrzburger Rathaus mit (v. l. n. r.): Ralf Bersenfelder (Wirtschaftsfrderung Wrzburg), Julia Henneberger (Tiefbau und Verkehrswesen), Oberbrgermeister Martin Heilig, Jens Bergerhoff (Bereichsleiter Kommunen und Wohnungswirtschaft von OXG) und Franziska Christau (Leiterin des OXG-Kommunenmanagements).
Foto: OXG
In Wiesbaden macht Vodafone-Konkurrent Deutsche Telekom gemeinsame Sache mit der GWW Wiesbadener Wohn­bauge­sell­schaft. Im ersten Schritt werden GWW-Huser in den Stadtteilen Mitte, Nord, Biebrich, Westend, Rhein­gauviertel und Klarenthal ans Glas­faser­netz der Telekom ange­schlossen. Danach folgt der Stadtteil Bierstadt. Insgesamt erschlieen die Bonner 1500 Liegen­schaften der Wohn­bauge­sell­schaft mit rund 12.500 Haushalten; 2500 davon sollen noch bis Jahresende ange­schlossen werden. Der Rest folgt bis sptestens 2030.

Nach­verdich­tung in Hameln-Pyrmont kostet 749 Euro

Whrend die Mieter der GWW den Glas­faser­anschluss kostenlos erhalten, mssen Haushalte im Landkreis Hameln-Pyrmont bezahlen, wenn sie jetzt noch ans bestehende Netz der htp ange­schlossen werden wollen. Der Netz­betreiber aus Hannover hat in dem Landkreis neben eigen­wirt­schaft­lich finan­zierten Ausbau­vorhaben auch ein Frder­projekt in 60 Ortsteilen abge­schlossen. Wer nun nach­trg­lich einen Glas­faser­anschluss von htp haben mchte, muss einen Baukos­tenzu­schuss von 749 Euro bezahlen, um die Glasfaser von der Grund­stcks­grenze bis ins Haus zu fhren. In Mehr­fami­lien­husern, die bereits ber Glasfaser angebunden sind, ist der Anschluss kostenlos.

Vertreter der Gemeinde Laufenburg, von Stiegeler und dessen Partnerunternehmen freuen sich ber die Inbetriebnahme der Glasfasernetze im Ortsteil Stadenhausen und im Ausbaugebiet Weststadt. Vertreter der Gemeinde Laufenburg, von Stiegeler und dessen Partnerunternehmen freuen sich ber die Inbetriebnahme der Glasfasernetze im Ortsteil Stadenhausen und im Ausbaugebiet Weststadt.
Foto: Stiegeler
Insgesamt ber 6,5 Millionen Euro investierte der Netz­betreiber Stiegeler, um in den baden-wrt­tember­gischen Gemeinden Horb am Neckar sowie in Laufenburg und Kssaberg an der Grenze zur Schweiz Glas­faser­netze zu errichten. Fr Horb meldete das Unternehmen in den Ortsteilen Mhlen und Ahldorf Vollzug. Im Laufen­burger Ortsteil Staden­hausen und im Ausbau­gebiet Weststadt sind ebenfalls die ersten Kunden online. Und auch in Dangstetten und Rheinheim, die zu Kssaberg gehren, hat Stiegeler die ersten Anschlsse aktiv geschaltet.

Nicht alle Netz­betreiber schreiben positive Nachrichten. Insbe­sondere Unsere Grne Glasfaser (UGG) zieht sich seit einiger Zeit aus etlichen Ausbau­vorhaben zurck. Das sorgt fr rger in den betroffenen Kommunen.

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