Seitdem Bund und Länder den Glasfaserausbau fördern, wurden auf Staatskosten über zwei Millionen Glasfaseranschlüsse errichtet, die es wohl ohne diese Unterstützung nicht gegeben hätte. Der Erfolg dieser Förderung zeigt sich zum Beispiel im Landkreis Kleve.
Im Landratsamt in Kleve kann man einen Haken hinter dem Breitbandausbau in den sogenannten „weien Flecken“ setzen. Das sind Gebiete, in denen die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit unter 30 MBit/s liegt. Hufig handelt es sich um schwer erschliebare Regionen, weshalb in „weie Flecken“ viel Frdergeld fliet. So auch im Kreis Kleve: 57,6 Millionen Euro haben der Bund und das Land NRW gegeben, damit die Deutsche Glasfaser 13.000 Haushalte in 15 Kommunen des Kreises anschlieen konnte. Die Kommunen selbst haben noch einmal 6,4 Millionen Euro investiert.
Inzwischen hat der Kreis Kleve das Frderprogramm „Weie Flecken“ vollstndig abgeschlossen. „Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein im Gigabit-Ausbau im Kreis Kleve erreicht und die Adressen mit den schwchsten bertragungsraten an die Datenautobahn angeschlossen“, sagt Landrat Christoph Gerwers. Die Frderung fr die „grauen Flecken“, Regionen mit einer Downloadgeschwindigkeit von nicht mehr als 100 MBit/s, luft bereits.
Gemeinsam mit Anna Kebschull, Landrtin des Kreises Osnabrck (3. v. l.) feierten Vertreter der Gemeinde Glandorf, vom Landkreis sowie von der GVG und deren Partner MD Networks den Spatenstich im Ortsteil Schwege.
Foto: GVG Glasfaser
Gute Neuigkeiten kann auch die GVG Glasfaser verknden. Der Kieler Netzbetreiber, der einst wirtschaftlich ins Schlingern geriet, Anfang des Jahres aber frisches Geld erhielt, weitet seine Aktivitten in Niedersachsen auf den Landkreis Oldenburg aus. Hier sollen in Dnsen, Harpstedt und Kirchseelte neue FTTH-Netze entstehen. GVG baut bereits in den Landkreisen Diepholz und Osnabrck Glasfasernetze. In letzterem feierten die Kieler unlngst in der Gemeinde Glandorf-Schwege den offiziellen Spatenstich, nachdem die ungewhnlich hohe Vermarktungsquote von 75 Prozent erreicht wurde. Sie ist Teil eines besonderen Ausbaumodells zwischen GVG und der Gemeinde, die trotz einer sehr lndlichen Lage keine Frdergelder erhlt.
Die Frderung wird vor allem deshalb in lndlichen Regionen genutzt, weil dort vergleichsweise weite Strecken zurckgelegt werden mssen, um wenige Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. Damit hat OXG, der Zusammenschluss von Vodafone und Investor Altice, nicht viel zu tun, denn der Netzbetreiber ist vornehmlich in greren Stdten unterwegs. Wie etwa in Essen, wo OXG mit dem Bau eines FTTH-Netzes fr 91.300 Haushalte begonnen hat. Darber hinaus will der Netzbetreiber in Wrzburg 36.900 Haushalte mit Glasfaser erschlieen. Dazu hat OXG eine Absichtserklrung mit der Stadt unterschrieben, in der zentrale Ziele sowie Anforderungen und Aufgaben fr die Umsetzung des Infrastrukturprojekts festgehalten wurden.
Unterzeichnung der Absichtserklrung im Wrzburger Rathaus mit (v. l. n. r.): Ralf Bersenfelder (Wirtschaftsfrderung Wrzburg), Julia Henneberger (Tiefbau und Verkehrswesen), Oberbrgermeister Martin Heilig, Jens Bergerhoff (Bereichsleiter Kommunen und Wohnungswirtschaft von OXG) und Franziska Christau (Leiterin des OXG-Kommunenmanagements).
Foto: OXG
In Wiesbaden macht Vodafone-Konkurrent Deutsche Telekom gemeinsame Sache mit der GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft. Im ersten Schritt werden GWW-Huser in den Stadtteilen Mitte, Nord, Biebrich, Westend, Rheingauviertel und Klarenthal ans Glasfasernetz der Telekom angeschlossen. Danach folgt der Stadtteil Bierstadt. Insgesamt erschlieen die Bonner 1500 Liegenschaften der Wohnbaugesellschaft mit rund 12.500 Haushalten; 2500 davon sollen noch bis Jahresende angeschlossen werden. Der Rest folgt bis sptestens 2030.
Whrend die Mieter der GWW den Glasfaseranschluss kostenlos erhalten, mssen Haushalte im Landkreis Hameln-Pyrmont bezahlen, wenn sie jetzt noch ans bestehende Netz der htp angeschlossen werden wollen. Der Netzbetreiber aus Hannover hat in dem Landkreis neben eigenwirtschaftlich finanzierten Ausbauvorhaben auch ein Frderprojekt in 60 Ortsteilen abgeschlossen. Wer nun nachtrglich einen Glasfaseranschluss von htp haben mchte, muss einen Baukostenzuschuss von 749 Euro bezahlen, um die Glasfaser von der Grundstcksgrenze bis ins Haus zu fhren. In Mehrfamilienhusern, die bereits ber Glasfaser angebunden sind, ist der Anschluss kostenlos.
Vertreter der Gemeinde Laufenburg, von Stiegeler und dessen Partnerunternehmen freuen sich ber die Inbetriebnahme der Glasfasernetze im Ortsteil Stadenhausen und im Ausbaugebiet Weststadt.
Foto: Stiegeler
Insgesamt ber 6,5 Millionen Euro investierte der Netzbetreiber Stiegeler, um in den baden-wrttembergischen Gemeinden Horb am Neckar sowie in Laufenburg und Kssaberg an der Grenze zur Schweiz Glasfasernetze zu errichten. Fr Horb meldete das Unternehmen in den Ortsteilen Mhlen und Ahldorf Vollzug. Im Laufenburger Ortsteil Stadenhausen und im Ausbaugebiet Weststadt sind ebenfalls die ersten Kunden online. Und auch in Dangstetten und Rheinheim, die zu Kssaberg gehren, hat Stiegeler die ersten Anschlsse aktiv geschaltet.
Nicht alle Netzbetreiber schreiben positive Nachrichten. Insbesondere Unsere Grne Glasfaser (UGG) zieht sich seit einiger Zeit aus etlichen Ausbauvorhaben zurck. Das sorgt fr rger in den betroffenen Kommunen.
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