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Annette Frier zum Rundfunkbeitrag: Öffentlich-Rechtliche stoßen an ihre Grenzen

Дата публикации: 21-08-2026 05:40:05

„Ich bin gerne Komödien-Botschafterin“: Annette Frier hält öffentlich-rechtliche Unterhaltung für ihr Geld wert. Die Sender allein könnten es aber nicht mehr richten.

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Annette Frier mischt sich in die Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein, und zwar von einer Seite, die man nicht erwartet: Die Schauspielerin hält das System für sein Geld wert, traut den Sendern aber nicht mehr zu, den Umbruch allein zu stemmen. Sie stoßen aus ihrer Sicht überall an ihre Grenzen. Wer darauf warte, dass von oben neue Ideen kommen, warte vergeblich, sagte die 52-Jährige in einem Interview.

„In welchem Vertrag steht das?“: Frier nimmt die Kulturschaffenden in die Pflicht

Bemerkenswert ist, gegen wen sich Friers Kritik zuerst richtet: gegen die eigene Zunft. Lange sei sie davon ausgegangen, dass ein Arbeitgeber – Sender, Produktionsfirma oder Theater – ihr sämtliche Entscheidungen abnimmt, sie beschäftigt und ihr Inhalte anbietet.

Heute fragt die Schauspielerin zurück: „In welchem Vertrag steht das?“, wie sie dem Portal t-online sagt. Anlass des Gesprächs war die Ausstrahlung des vierten „Merz gegen Merz“-Films am Donnerstagabend im ZDF.

Frier erhält am 22. August 2026 beim „Festival des deutschen Films“ in Ludwigshafen den Preis für Schauspielkunst.

Frier erhält am 22. August 2026 beim „Festival des deutschen Films“ in Ludwigshafen den Preis für Schauspielkunst.Robert Schmiegelt/Imago

Dann fällt der Satz über die Sender. Die „öffentlich-rechtlichen Sender kommen allerorten auch an ihre Grenzen“, so Frier. Sie könne nicht sämtliche Themen dorthin abschieben, nach dem Motto: Die müssten sich schon kümmern. Kulturschaffende bräuchten ein neues Bewusstsein und müssten ideenreich werden. Sie selbst habe kein Interesse mehr daran, dass jemand anderes das für sie erledige.

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Komödien in der Beitragsdebatte: „Sie kostet, aber wir sollten uns das leisten“

Auf die Frage nach dem Wert ausgerechnet von Komödien in der Debatte um den Rundfunkbeitrag antwortet Frier offensiv: „Ich bin gerne Komödien-Botschafterin.“ Es sei wichtig, Luft holen und lachen zu können, auch wenn es eng werde.

Ihr Vergleich dazu geht weiter, als es das Unterhaltungsressort erwarten lässt: „Kultur für die Gesellschaft ist vergleichbar mit Bildung für Jugendliche: Sie kostet, aber wir sollten uns das leisten.“

Bekannt wurde sie Ende der 90er mit Parodien in der Comedy-Sendung „Switch“ – heute kritisiert sie das Fernsehen selbst.

Bekannt wurde sie Ende der 90er mit Parodien in der Comedy-Sendung „Switch“ – heute kritisiert sie das Fernsehen selbst.Stefan Schmidbauer/Imago

Und sie benennt, was mit dem Geld ihrer Ansicht nach stattdessen passiert. Wüsste sie, dass eingespartes Kulturgeld in die Bildung der Kinder fließt, wäre sie zu einem Gespräch bereit. Investiert werde aber in erster Linie in Aufrüstung und noch mehr Sicherheit, in einer Welt, in der man täglich vorgeführt bekomme, dass es Sicherheit nicht gibt.

Zugleich warnt sie davor, nur zu klagen. Man müsse auch anerkennen, wenn es einen Fortschritt gebe.

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Frier über ihre eigenen Rollen: „oft dürftig“

Dass Frier inzwischen so redet, hat mit ihren eigenen Erfahrungen zu tun. Ihre Serie „Frier und Fünfzig“ nennt sie einen kleinen Hilferuf ihrerseits. „Meine Rollenangebote fand ich in den letzten Jahren oft dürftig“, sagt sie. Mittlerweile sei glücklicherweise einiges in Bewegung geraten.

Anette Frier, bekannt aus „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ (63 Folgen ab 1997) und „Danni Lowinski“ (2010 bis 2014).

Anette Frier, bekannt aus „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ (63 Folgen ab 1997) und „Danni Lowinski“ (2010 bis 2014).Matthias Gränzdörfer/Imago

Für ihre Arbeit zieht sie daraus eine klare Linie: Sie sei wählerischer geworden und bleibe lieber zu Hause, als ein mittelmäßiges Drehbuch zu verfilmen. Heute traue sie sich auch Projekte zu, die Gegenwind erzeugen könnten.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Ist der Rundfunkbeitrag gut angelegtes Geld? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.

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