Der tote Wal, der vor Tagen im Greifswalder Bodden gefunden wurde, wurde jetzt obduziert. Das Ergebnis schockt Tierschützer und Fans von Hartwin.
Diese Nachricht löste Trauer bei allen aus, die den Weg von Buckelwal Hartwin in den vergangenen Wochen und Monaten verfolgt haben: Schon vor Tagen wurde im Greifswalder Bodden ein verendeter Wal gefunden. Tierschützer der Organisation „Stranded No More“ gingen sofort davon aus, dass es sich um Hartwin handeln muss. Nun wurde eine Obduktion durchgeführt, die Todesursache steht fest. tierschützer prüfen deshalb jetzt rechtliche Schritte.
Todesursache von Buckelwal Hartwin: Daran starb erSchon in der vergangenen Woche entdeckte die Besatzung eines polnischen Schiffes den toten Wal im Greifswalder Bodden. Experten wurden eingeschaltet, das verendete Tier zur Insel Dänholm geschleppt.
Das Deutsche Meeresmuseum Stralsund übernahm den Kadaver und führte nun eine Obduktion durch. Das Ergebnis: Der Wal ist vermutlich an einer bakteriellen Infektion gestorben. Der schreckliche Verdacht: Möglicherweise litt das Tier unter einer Blutvergiftung (Sepsis) und ging daran zugrunde.
Der Buckelwal, den viele für den Wal Hartwin halten, wurde ausführlich untersucht. Es handelt sich bei dem toten Tier um einen vermutlich drei bis vier Jahre alten Wal mit einer Länge von rund zehn Metern und einem Gewicht von rund zehn Tonnen. Festgestellt wurden unter anderem mehrere Hautveränderungen.
Zwar habe man keine äußeren Verletzungen gefunden, wie sie etwa durch Schiffsschrauben oder Fischernetze verursacht werden könnten. Aber die Experten fanden mehrere Abszesse am Körper des Wals, die mit Eiter gefüllt waren. Auch die Rückenhaut des Wals war fast vollständig weißlich bis rotbraun verfärbt. Hier wurde ein Abstrich gemacht, das Ergebnis steht noch aus.

Der tote Buckelwal Hartwin wird aus dem Meer geborgen. In der vergangenen Woche stieß die Besatzung einer polnischen Jacht im Greifswalder Bodden auf den Kadaver.Stefan Sauer/dpa
Außerdem hatte der Wal drei poröse Wirbel, vergrößerte Lymphknoten und einen kleinen Parasitenbefall an einer Stelle in einer Fettschicht. Dieser sei laut Obduktionsergebnis aber gerade einmal fünf Zentimeter groß gewesen. Die Fettschicht des Wals war demnach nur sechs Zentimeter dick, das deute auf einen schlechten Ernährungszustand hin. Ein weiteres Indiz dafür: Magen und Dünndarm waren leer, nur im Dickdarm fanden die Forscher Überreste.
Tierschützer: Man hätte Buckelwal Hartwin helfen könnenSie kommen zu dem Ergebnis, dass der Buckelwal an einer bakteriellen Infektion gestorben sein könnte. „Verdacht auf Sepsis, Ergebnisse der Proben ausstehend“, heißt es im Untersuchungsbericht. Die Tierschützer der Organisation „Stranded No More“ wollen deshalb nun rechtliche Schritte prüfen.
Der Grund: „Bakterielle Infektionen sind behandelbar, und wir haben seit der belgischen Sichtung eine Behandlung vorgeschlagen, nur um von allen Wissenschaftlern, Experten und Behörden völlig ignoriert zu werden“, heißt es in einem Statement.
Die Ergebnisse der Obduktion machen aus Sicht der Tierschützer aus dem Fall von Vernachlässigung einen Fall von „extremer Tierquälerei und Vernachlässigung“, weil dem Tier nicht geholfen wurde. Die Tierschützer sind sicher, dass sich der Buckelwal unfassbar quälte.
„Er hatte Abszesse an der Wirbelsäule, die jede Bewegung äußerst schmerzhaft machten – und doch schwamm er“, schreiben sie auf Facebook. Das erkläre die Krümmung, die beobachtet wurde. Zwischenzeitlich war sogar davon ausgegangen worden, dass Hartwin an Skoliose leiden könnte. „Aber er war nicht von Anfang an so, also hat es sich entwickelt und fortgeschritten, und wir haben Beweise dafür.“
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