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Höffner expandiert: Möbel für Millionen

Дата публикации: 22-08-2026 17:55:47

Das Einrichtungshaus macht Sachsen-Anhalt zur einer der größten Logistikdrehscheibe für Möbel aller Art in Europa. Kunden sollen von kürzeren Lieferzeiten profitieren.

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Für Kurt Krieger tritt selbst Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Sven Schulze gerne und entschlossen in die Pedale. Er ist am Sonnabendnachmittag nach Günthersdorf gekommen, um sich dort die Erweiterung des Höffner Zentrallagers anzusehen. Es ist die mittlerweile Dritte seit 1991.

Belieferung von 28 Häusern

Vom Eingang bis zum Ausgang müssen 1100 Meter zurückgelegt werden. Das Lager bietet, verteilt auf drei Etagen, über 200.000 Lagerflächen.  Vom Rad aus geht es durch die größtenteils noch leeren Hallen. „Wir sind erst am Mittwoch fertiggeworden“, erklärt der Gründer und Eigentümer von Möbel Höffner, Kurt Krieger. Von diesem Zentrallager aus werden alle 28 Höffner-Möbelhäuer beliefert. Beladen wird tagsüber, gefahren wird nachts. „Damit ist die Ware rechtzeitig in den Regionen und kann von dort aus zu den Kunden gebracht werden“, sagt Rico Töpfer, der für alle Logistikstandorte der Krieger-Gruppe zuständig ist.

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Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze zeigte sich beeindruckt von der Größe der Hallen, in denen Möbel und Zubehör lagern, aber auch verpackt und versandt werden. Von dem Zentrallager in Günthersdorf werden alle auf den Weg zum Kunden geschickt, unabhängig, ob sie direkt über die Höffner-Webseite oder über andere virtuelle Verkaufsplattformen geordert wurden. Mitarbeiter fahren Ware durch die Lagerhalle des Europa-Zentrallagers der Höffner Möbelgesellschaft.

Kurt Krieger ist Chef von Möbel Höffner.

Kurt Krieger ist Chef von Möbel Höffner.imago stock&people

Das erweiterte Zentrallager von Möbel Höffner in Günthersdorf verfügt über 200.000 Lagerplätze. Insgesamt 300 Millionen Euro hat Möbel Höffner in den vergangenen Jahren in Günthersdorf investiert – und das in Zeiten, in denen die Möbelbranche mit Umsatzrückgängen kämpft. Wurden im Jahr 2002 noch 30 Milliarden Euro deutschlandweit umgesetzt, waren es 2025 nur noch 20 Milliarden Euro. Da ist zum einen die allgemeine der Kunden. Zum anderen macht den stationären Möbelhäusern der Internethandel immer mehr Konkurrenz. „Unsere Branche ist nicht gerade von der Konjunktur geküsst“, sagt Unternehmer Krieger. Man müsse sich daher ein bisschen mehr anstrengen, so die konsequente Schlussfolgerung des Unternehmers.

Höffner treibt seine Expansion mit neuen Standorten und millionenschweren Investitionen voran

1991 hat er in Günthersdorf das erste Höffner-Möbelhaus im Osten eröffnet, logistisch mit den Anbindungen über die Autobahnen 9 und später auch die 38 hervorragend gelegen. Es sollten noch viele Häuser folgen, wie in Dresden oder Erfurt. Und Höffner ist mit seiner Expansionsstrategie noch nicht am Ende. Im Herbst wird ein neues Möbelhaus in Bremen eröffnet. In Siebenlehn bei Dresden hat Kurt Krieger Möbel Mahler übernommen und investiert dort in den Umbau. Auch in Chemnitz nimmt er sich auf Bitten der Stadt der alten Galerie Kaufhof-Immobilie an. Es sind viele Projekte, die viel Geld kosten und auch Verpflichtungen gegenüber Banken bedeuten.

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Eigentlich, sagt Kurt Krieger, seien die Zeiten nicht danach, Risiken einzugehen. Er tut es trotzdem, aus Überzeugung, im Glauben an die Zukunft und auch aus gegenüber den Mitarbeitern. 1000 Beschäftigte sind es allein in Günthersdorf, darunter 100 Auszubildende, die am Montag in ihrer Lehre starten werden. Die Berufsfelder sind vielschichtig, denn ein Möbelhaus beschäftigt nicht nur Kundenberater und Möbelmonteure. Zum Höffner-Team gehören auch Köche oder IT-Spezialisten, die beispielsweise die Programme für die Logistik schreiben, und Schreiner, die in dem vor vier Jahren eingeweihten Möbelwerk maßgefertigte Schränke, Regale und Garderoben fertigen.

Höffner setzt in Günthersdorf auf Wachstum trotz schwieriger Zeiten

In Günthersdorf ist die Belegschaft in den vergangenen Wochen weiter angewachsen. Auch wenn in dem Logistiklager viele Prozesse automatisiert sind und die kleinen elektrischen Transportwagen lautlos wie Ameisen ihren Dienst erfüllen, braucht es in dem neuen Zweischichtsystem mehr Mitarbeiter.

Möbel Höffner gehört zu den größten Möbelhändlern Deutschlands.

Möbel Höffner gehört zu den größten Möbelhändlern Deutschlands.Michael Piepgras/ImageBROKER/IMAGO

Für Ministerpräsident Schulze fällt der Besuch bei Möbel Höffner in den Wahlkampfendspurt. Er stellt sich am 6. September der Wiederwahl und sieht die dreistellige Millioneninvestition in Günthersdorf als klaren Beleg dafür, dass sich in Sachsen-Anhalt viel zum Positiven bewegt habe – und auch weiter bewegen werde. Die Politik wolle dazu ihren Beitrag leisten, so sein Versprechen.

Der Kampf mit den Vorschriften Kurt Krieger nutzt indes die Gelegenheit, um sich zu bedanken, nicht nur bei den Mitarbeitern der ersten Stunde in Günthersdorf, die er 1991 selbst eingestellt hat und die die erste Software für die Möbelhauslogistik programmiert haben, sondern auch beim Landkreis und dem Land Sachsen-Anhalt. „Wann immer wir ein Anliegen hatte, wir wurden angehört und es wurde nach Lösungen gesucht“, so Krieger. Dabei war Pragmatismus gefragt, denn allerlei Gesetze und Vorschriften machen das Unternehmerleben nicht leicht in Deutschland. Das bekam Kurt Krieger auch bei der Erweiterung des Zentrallagers zu spüren.

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Um Baufreiheit zu schaffen, musste ein kleiner namenloser Bach umgelegt werden. „Aber in Deutschland ist es egal, ob man den Rhein oder einen Bach umverlegen will“, so der Unternehmer. Der Aufwand war enorm und die Kosten auch. Rund 100.000 Euro mussten investiert werden und am Ende war es der Landkreis, der das Projekt wohlwollend begleitet hat. Wer nun denkt, der neue Bachlauf begrenzt die Investitionsfreude des Unternehmers, der irrt.

Am Standort Günthersdorf gibt es weitere Flächen. Und mittlerweile ist man in der Chefetage auch in der Bestimmung verschiedenster Tierarten geübt. War es in Berlin die Kreuzkröte, musste man sich in Günthersdorf liebevoll der Windelschnecke annehmen. Die ist mit ihrem nur knapp drei Millimeter großen Schneckenhaus zwar kaum größer als ein Stecknadelkopf. „Man sieht sie also kaum“, sagt Kurt Krieger. Umgesiedelt wurde sie trotzdem erfolgreich.

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