Im Urlaub zeigt sich: Die Berliner sind wohl nicht so mürrisch und undankbar, wie oft behauptet wird – im Gegenteil
Wer gerade nicht selbst im Urlaub ist, war es womöglich vor kurzem oder träumt davon: vom Reinigungspersonal das Bad geputzt bekommen, im Restaurant bedient werden. Mit der Rechnung kommt auch die Frage: Wie viel gibt man dazu?
Das Touristikunternehmen TUI hat über das Marktforschungsinstitut Appinio die Meinung von 2000 Deutschen zu diesem Thema eingeholt. In der „TUI-Trinkgeld-Studie 2026“, durchgeführt im Februar diesen Jahres, stechen die befragten Berlinerinnen und Berliner bundesweit hervor: Mehr als jeder dritte Berliner (35,1 Prozent) gibt im Urlaub zehn Prozent oder mehr Trinkgeld.
Im bundesweiten Durchschnitt tun das nur 21,2 Prozent. Auf Berlin folgen Hamburg und NRW. Schlusslicht ist in dieser Aufstellung Sachsen mit 14,1 Prozent.
Deutliche AltersunterschiedeDeutschlandweit einigt sich die Mehrheit (50,7 Prozent) auf fünf bis zehn Prozent Trinkgeld im Urlaub. Nur die Allerwenigsten (3,3 Prozent) geben gar nichts dazu. Doch es gibt klare Altersunterschiede.
Am großzügigsten schneidet bei der Studie die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen ab: Fast jeder Dritte von ihnen (29,1 Prozent) rundet um zehn Prozent oder mehr auf. Bei den 55- bis 65-Jährigen tun das nur 14,5 Prozent.
Allerdings scheinen ältere Menschen ein besonderes Anliegen zu haben: Stolze 78,8 Prozent der 55- bis 65-Jährigen geben Trinkgeld für Reinigungspersonal, während das nur etwa jeder zweite 18- bis 24-Jährige macht (51,1 Prozent).
Gründe für die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Berlinern oder für die Altersunterschiede liefert die Studie nicht. Ob diese Dinge an Wertschätzung, Geiz oder einer anderen Trinkgeldkultur liegen, bleibt offen.
Ein paar Münzen als Anerkennung? Trinkgeld wird mittlerweile auch häufig per Karte gezahlt.
© Roberta Santa Anna/unsplash
Ähnliche Studien anderer Institute zum Thema Trinkgeld schlüsseln zwar genauer auf, in welchen Situationen die Deutschen Trinkgeld geben – die TUI-Studie untersuchte hingegen das Verhalten ausschließlich im Urlaub. Auf Anfrage der Berliner Zeitung teilt TUI mit, dass die Studie „hinsichtlich Alter und Geschlecht auf Basis des Zensus für die deutsche Bevölkerung repräsentativ“ sei.
Die Stichprobenabweichung liege bei 2000 Befragten für ganz Deutschland bei 2,19 Prozent, die einzelnen Bundesländer weichen davon teils ab: Für NRW beispielsweise liege die Stichprobenabweichung bei 4,83 Prozent.
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