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Noctua gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen im Bereich der PC-Kühlung. Während nahezu jeder Hersteller mittlerweile ein breites Portfolio an All-in-One-Wasserkühlungen anbietet, hat sich das österreichische Unternehmen mit diesem Schritt ungewöhnlich viel Zeit gelassen. Genau das macht die NL-LC1-36 so interessant. Noctua bringt nicht einfach eine weitere AiO auf den Markt, sondern betritt [...]
Noctua Nl-LC1-36 – Die erste AiO mit Noctua-DNA Hardware-Inside
Noctua gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen im Bereich der PC-Kühlung. Während nahezu jeder Hersteller mittlerweile ein breites Portfolio an All-in-One-Wasserkühlungen anbietet, hat sich das österreichische Unternehmen mit diesem Schritt ungewöhnlich viel Zeit gelassen. Genau das macht die NL-LC1-36 so interessant. Noctua bringt nicht einfach eine weitere AiO auf den Markt, sondern betritt ein Segment, in dem sich etablierte Hersteller wie ASUS, MSI, be Quiet!, Corsair oder Cooler Master seit Jahren behaupten.
Wer die Produktphilosophie von Noctua kennt, wird darüber allerdings kaum überrascht sein. Das Unternehmen verfolgt seit jeher einen anderen Ansatz. Neue Produkte erscheinen erst dann, wenn sie den eigenen Qualitätsansprüchen genügen. Dieser Anspruch spiegelt sich nicht nur in der Entwicklung wider, sondern auch in der Erwartungshaltung vieler Nutzer. Entsprechend groß ist die Frage, ob Noctua seine Erfahrung aus dem Bereich der Luftkühlung erfolgreich auf eine Wasserkühlung übertragen kann.
Auch wir standen der NL-LC1-36 zunächst mit einer gewissen Neugier gegenüber. Die charakteristische Farbgebung von Noctua war in der Vergangenheit nicht jedermanns Geschmack und dürfte auch heute noch polarisieren. Während unseres Tests rückte dieser Aspekt jedoch schnell in den Hintergrund. Entscheidend war letztlich nicht die Optik, sondern die technische Umsetzung. Genau diese möchten wir uns in den folgenden Kapiteln genauer ansehen.
Verpackung, Inhalt, Daten Verpackung
Bereits beim Auspacken wird deutlich, welchen Anspruch Noctua an das eigene Produkt stellt. Die Verpackung präsentiert sich hochwertig verarbeitet und folgt dem bekannten Erscheinungsbild des Herstellers. Sämtliche Informationen sind übersichtlich angeordnet und vermitteln einen sachlichen Eindruck, ohne mit übertriebenen Werbeversprechen abzulenken.
So erkennen wir auf der Front neben der eigentlichen Marke und Produktbezeichnung eine Illustration der AiO in Gänze auf einem angemessenen Braunton, der der Designsprache von Noctua Rechnung trägt. Die Unterseite der Verpackung liefert anstatt auffällige Grafiken und den eigentlichen Produkteigenschaften in Marketingsprache technisches Begleitmaterial, dass das Know-How der Marke in consumer-freundliche Sprache übersetzt und jede Menge Kompetenz ausstrahlt.
Inhalt
Nach dem Öffnen setzt sich dieser Eindruck fort. Radiator, Lüfter und Montagematerial sind sauber voneinander getrennt untergebracht und während des Transports zuverlässig geschützt. Jede Komponente besitzt ihren festen Platz, wodurch bereits der erste Kontakt mit dem Produkt sehr organisiert wirkt. Gerade bei einer Wasserkühlung mit umfangreichem Zubehör erleichtert diese Struktur den Überblick und vermittelt von Beginn an ein hochwertiges Gesamtbild.
Den stärksten Eindruck hinterließ bei uns allerdings der Lieferumfang. Noctua beschränkt sich nicht auf Schrauben und Montagebügel, sondern legt nahezu alles bei, was für eine saubere Installation benötigt wird. Neben der bekannten NT-H2-Wärmeleitpaste befinden sich Reinigungstücher, ein hochwertiger Schraubendreher, ein Schutzrahmen zum sauberen Auftragen der Wärmeleitpaste sowie sämtliche Montagematerialien für die unterstützten Plattformen im Karton.
Während viele Hersteller davon ausgehen, dass entsprechendes Werkzeug bereits vorhanden ist, verfolgt Noctua einen anderen Ansatz. Das Unternehmen möchte den Anwender offensichtlich vom Öffnen der Verpackung bis zur fertigen Montage begleiten. Genau dieser Gedanke zieht sich durch den gesamten Lieferumfang. Selten hatten wir bei einer All-in-One-Wasserkühlung das Gefühl, dass tatsächlich an nahezu jedes Detail gedacht wurde.
Auch die Betriebsanleitung ist in Wort und Schrift herausragend arrangiert und erklärt, sodass wir dies, im Vergleich zu anderen Herstellern, schon als Service-Leistung wahrnehmen können.
DatenLeider liefert uns die Produktwebsite von Noctua nur wenige Informationen zu den technischen Daten. Wir werden, sobald weitere verfügbar sind jedoch an dieser Stelle aktualisieren.
| Technische Daten – Noctua NL-LC1-36 | |
|---|---|
| Allgemeines Kompatible CPU-Sockel Radiator Formfaktor Lüfterkonfiguration Garantiezeitraum | AM5, AM4, LGA1700, LGA1851, LGA1954 360 mm 3x NF-A12x25 G2 6 Jahre |
| Lüfter Bezeichnung Max. Rotationsgeschwindigkeit Max. Airflow Max. statischer Druck Max. Lautstärkepegel | NF-A12x25 G2 PWM 1800 U/min (+/- 10%) 107,3 m³/h 3,14 mm H2O 22,5 dB(A) |
| Pumpe Bezeichnung Max. Umdrehungen nach Modus (quiet/balanced/manual) Tube-Länge | Asetek Emma V2 800 – 2100 / 800 – 2600 / 800 – 3600 U/min 410 mm |
Wer sich aktuell im Premiumsegment der All-in-One-Wasserkühlungen umsieht, stößt zwangsläufig auf große Displays, umfangreiche RGB-Beleuchtung und immer komplexere Softwarelösungen. Die NL-LC1-36 verfolgt einen vollkommen anderen Ansatz. Statt zusätzliche Funktionen in den Vordergrund zu stellen, konzentriert sich Noctua auf die Komponenten, die unmittelbar Einfluss auf Kühlleistung, Geräuschentwicklung und Langlebigkeit haben.
Diese Philosophie wird bereits beim ersten Kontakt mit dem Produkt deutlich. Sämtliche Bauteile hinterlassen einen äußerst präzisen Eindruck. Weder am Radiator noch an den Lüftern oder dem Pumpengehäuse sind Verarbeitungsmängel oder unsaubere Übergänge zu erkennen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass jede konstruktive Entscheidung einem technischen Zweck dient und nicht aus optischen Gründen getroffen wurde.
Gerade dieser Aspekt hebt die NL-LC1-36 von vielen Konkurrenzprodukten ab. Während andere Hersteller versuchen, ihre Modelle durch zusätzliche Funktionen voneinander zu unterscheiden, investiert Noctua diesen Entwicklungsaufwand in die eigentliche Kühltechnik. Ob sich dieser Ansatz in der Praxis auszahlt, werden wir später noch genauer untersuchen.
Radiator und Materialqualität
Der 360-mm-Radiator hinterlässt einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Die Lamellen sind sauber verarbeitet und gleichmäßig ausgerichtet. Auch an den Übergängen zwischen Radiator und Wasserkammern sind keine Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Die Lackierung fällt gleichmäßig aus und reicht bis in die Randbereiche des Radiators.
Ebenfalls positiv aufgefallen sind die Schläuche. Sie besitzen genau die richtige Balance zwischen Stabilität und Flexibilität. Einerseits behalten sie ihre Form und wirken ausgesprochen hochwertig. Andererseits lassen sie sich ausreichend bewegen, um auch in kompakteren Gehäusen eine entspannte Verlegung zu ermöglichen. Gerade bei einer 360-mm-Wasserkühlung trägt dies erheblich zu einer angenehmen Montage bei.
Noctua verzichtet bewusst auf besonders dicke Radiatoren oder außergewöhnliche Konstruktionen. Stattdessen steht das Zusammenspiel aller Komponenten im Mittelpunkt. Radiator, Lüfter und Pumpe bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Wasserkühlung.
Pumpe und Pumpenkopf
Der Pumpenkopf fällt deutlich schlichter aus als bei vielen aktuellen Konkurrenzprodukten. Weder ein Display noch RGB-Beleuchtung lenken von seiner eigentlichen Aufgabe ab. Auch hier verfolgt Noctua den bekannten Ansatz, sämtliche Entwicklungsarbeit in die technische Funktion zu investieren.
Eine Besonderheit stellt der magnetisch befestigte NL-ACF1 dar. Der kleine Zusatzlüfter erweitert den Luftstrom gezielt um den Bereich rund um den CPU-Sockel. Dadurch werden nicht nur die Spannungswandler des Mainboards mit zusätzlicher Frischluft versorgt. Je nach Mainboardlayout profitieren auch die Arbeitsspeichermodule und die M.2-SSDs von der zusätzlichen Luftbewegung.
Diese Lösung wirkt zunächst unscheinbar, verdeutlicht jedoch die Denkweise hinter der NL-LC1-36. Während viele All-in-One-Wasserkühlungen ausschließlich den Prozessor im Blick haben, betrachtet Noctua das Kühlsystem als Gesamtkonzept. Der zusätzliche Luftstrom verbessert die Kühlung der umliegenden Komponenten und schließt damit einen Nachteil klassischer Wasserkühlungen zumindest teilweise.
Die Unterseite des Pumpenkopfes wird von einer massiv ausgeführten Kühlplatte aus Kupfer dominiert. Dass Noctua auf dieses Material setzt, überrascht wenig. Im Gegensatz zu Aluminium besitzt Kupfer eine nahezu doppelt so hohe Wärmeleitfähigkeit. Dadurch eignet sich das Material hervorragend für die eigentliche Wärmeaufnahme direkt auf dem Prozessor. Radiatoren bestehen hingegen meist aus Aluminium, da hier Gewicht, Kosten und die deutlich größere Oberfläche eine wesentlich wichtigere Rolle spielen als die maximale Wärmeleitfähigkeit des einzelnen Materials.
Genau hier hinterlässt die NL-LC1-36 einen ausgezeichneten Eindruck. Die Kontaktfläche ist sauber verarbeitet, gleichmäßig ausgeführt und weist keinerlei sichtbare Bearbeitungsspuren auf. Zusammen mit der bereits aufgetragenen beziehungsweise beiliegenden NT-H2-Wärmeleitpaste entsteht eine optimale Verbindung zwischen Heatspreader und Kühlplatte. Dadurch wird die Wärme effizient in den Wasserkreislauf übertragen, bevor sie über den Radiator an die Umgebungsluft abgegeben wird. Gerade bei leistungsstarken Prozessoren wie unserem AMD Ryzen 9 9950X bildet die Kupferbodenplatte damit die Grundlage für eine dauerhaft hohe Kühlleistung.
LüfterDie drei mitgelieferten NF-A12x25 G2 PWM zählen zweifellos zu den wichtigsten Bestandteilen der NL-LC1-36. Noctua hat die zweite Generation in zahlreichen Details weiterentwickelt und dabei nicht nur den Luftdurchsatz, sondern auch die Laufruhe optimiert. Das geringe Spaltmaß zwischen Rotor und Rahmen sowie das Sterrox-Material gehören mittlerweile zu den Markenzeichen dieser Lüfterserie.
Im Betrieb bestätigt sich dieser Eindruck. Die Lüfter arbeiten über weite Drehzahlbereiche angenehm unauffällig und erzeugen selbst unter höherer Last ein sehr ausgewogenes Klangbild. Auffällig ist dabei weniger die absolute Lautstärke als vielmehr das Fehlen störender Nebengeräusche oder unangenehmer Frequenzen.
Ganz ohne Kritik bleibt dieser Bereich allerdings nicht. Im Premiumsegment hätten wir uns eine Daisy-Chain-Verkabelung gewünscht. Jeder Lüfter wird einzeln angeschlossen, wodurch der Montageaufwand etwas höher ausfällt als bei einigen Konkurrenzprodukten. In unserem Testsystem fiel dieser Punkt aufgrund der integrierten Lüftersteuerung des Antec FLUX Pro Noctua Edition kaum ins Gewicht. Dennoch gehört eine solche Lösung aus unserer Sicht inzwischen zur Ausstattung moderner High-End-Wasserkühlungen und sollte bei einer zukünftigen Revision berücksichtigt werden.
Praxis Montage und Kompatibilität
Bereits während der Montage zeigt sich, dass Noctua viel Erfahrung in die Entwicklung des Montagesystems investiert hat. Sämtliche Komponenten greifen sauber ineinander und hinterlassen jederzeit einen durchdachten Eindruck. Die einzelnen Arbeitsschritte sind logisch aufgebaut und lassen sich auch ohne ständiges Nachschlagen der Anleitung problemlos nachvollziehen. Im Vergleich zu anderen High-End-Wasserkühlungen bewegt sich die NL-LC1-36 damit auf einem sehr hohen Niveau und stellt auch weniger erfahrene Anwender vor keine größeren Herausforderungen.
Positiv fiel uns vor allem der umfangreiche Lieferumfang auf. Sämtliche Montageteile sind sauber sortiert und eindeutig gekennzeichnet. Der beiliegende Schraubendreher erwies sich dabei nicht als einfaches Werbegeschenk, sondern als hochwertiges Werkzeug, das den kompletten Einbau ohne weiteres Zubehör ermöglicht. Auch die mitgelieferten Reinigungstücher sowie der Applikationsrahmen für die Wärmeleitpaste zeigen, dass Noctua den Montageprozess bis ins Detail durchdacht hat.
Im direkten Vergleich zu einigen Konkurrenzprodukten fällt insbesondere die unkomplizierte Verkabelung der Pumpe positiv auf. Während beispielsweise Corsair bei aktuellen AiOs auf proprietäre Steckverbindungen und umfangreiche Controllerlösungen setzt, bleibt die Installation der NL-LC1-36 angenehm übersichtlich. Lediglich die drei Radiatorlüfter werden jeweils einzeln angeschlossen. Eine Daisy-Chain-Lösung hätte den Einbau an dieser Stelle noch komfortabler gestaltet und gehört unserer Meinung nach mittlerweile auch im Premiumsegment zum guten Ton.
In Kombination mit dem Antec FLUX Pro Noctua Edition relativiert sich dieser Kritikpunkt allerdings schnell. Das Gehäuse verfügt bereits über eine großzügig dimensionierte Lüftersteuerung mit ausreichend Anschlussmöglichkeiten und einem hervorragend strukturierten Kabelmanagement. Die einzelnen Lüfterkabel lassen sich dadurch sauber verlegen, ohne den aufgeräumten Gesamteindruck des Systems zu beeinträchtigen.
Bei der Installation der Lüfter an den Radiator verwenden wir den mitgelieferten Schraubendreher. An sich ist bei der Montage dieses Schrittes kein Unterschied zu anderen Herstellern zu erkennen. Uns missfällt jedoch ein kleiner Punkt, vor allen Dingen im Vergleich um Antec FLUX Noctua Edition. Während hier die Lüfter mit Gummihaken am Rahmen befestigt wurden, werden die Lüfter an den Radiator geschraubt. Ja, es ist ein handelsüblicher Vorgang, aber der Gedanke der Entkopplung des Lüfters an das Gehäuse hat uns so gut gefallen, dass wir dieses System hier vermissen. Es hat jedoch nicht nur optische Gründe. Die Entkopplung sorgt für einen wesentlich leiseren Betrieb der Lüfter, was sich auch in der Praxis zeigt, während die 6 Gehäuselüfter auch unter Volllast unhörbar sind, beweisen sich die Radiatorlüfter als akustisches Bottleneck. Diese sind unter Volllast als einzige Komponenten wirklich hörbar.
An dieser Stelle wünschen wir uns bei der nächsten Revision, dieses sonst ausgeklügelten Systems, eine Entkopplung der Lüfter zu Radiator hin. Dies würde die Lücke zwischen dem Kompromiss aus Lautstärke und Optik auffangen und stattdessen, ganz im Sinne der Noctua-Qualitäts-Philosohie, für deutlich leiseren Betrieb sorgen.
Eine leistungsstarke Wasserkühlung entfaltet ihr volles Potenzial erst dann, wenn sämtliche Komponenten sinnvoll zusammenarbeiten. Genau an diesem Punkt ergänzt sich die NL-LC1-36 hervorragend mit dem Antec FLUX Pro Noctua Edition. Während das Gehäuse bereits eine durchdachte Lüftersteuerung und zahlreiche Anschlussmöglichkeiten bereitstellt, übernimmt die Wasserkühlung die gezielte Kühlung des Prozessors und erweitert den Luftstrom rund um den CPU-Sockel.
Besonders interessant ist dabei der magnetisch befestigte NL-ACF1. Der kleine Zusatzlüfter wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, erfüllt in der Praxis jedoch eine wichtige Aufgabe. Er versorgt nicht nur den Bereich um die Spannungsversorgung des Mainboards mit zusätzlicher Frischluft, sondern unterstützt je nach Mainboardlayout auch die Kühlung der Arbeitsspeichermodule und der M.2-SSDs. Gerade dieser zusätzliche horizontale Luftstrom unterscheidet die NL-LC1-36 von vielen klassischen All-in-One-Wasserkühlungen.
Die Pumpendrehzahl wird automatisch geregelt und passte sich während unseres gesamten Testzeitraums zuverlässig an die jeweilige Lastsituation an. Ein Eingreifen unsererseits war nicht erforderlich. Zusammen mit der Lüftersteuerung des FLUX Pro ergibt sich dadurch ein Kühlsystem, das Lastwechsel sehr harmonisch verarbeitet und dabei jederzeit ausgewogen arbeitet.
Lautstärke
Bereits im FLUX-Pro-Review konnten wir feststellen, wie außergewöhnlich ruhig das Zusammenspiel aus Gehäuse und Noctua-Lüftern ausfällt. Die NL-LC1-36 fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein, erreicht jedoch naturgemäß nicht ganz die nahezu lautlose Charakteristik der Gehäuselüfter. Der Grund dafür liegt weniger in den Lüftern selbst als vielmehr in ihrer Befestigung am Radiator.
Während die Gehäuselüfter des FLUX Pro über die cleveren Gummihalter vollständig vom Gehäuse entkoppelt werden und dadurch praktisch keine Schwingungen übertragen, sind die Radiatorlüfter klassisch verschraubt. Das funktioniert technisch einwandfrei, lässt jedoch einen kleinen Teil der entstehenden Vibrationen direkt in den Radiator übergehen. Unter hoher Last sind deshalb ausschließlich die Radiatorlüfter leicht wahrnehmbar, während die Pumpe selbst während des gesamten Testzeitraums praktisch unhörbar arbeitet.
Gerade deshalb hätten wir uns an dieser Stelle eine konsequentere Lösung gewünscht. Wer sich bewusst gegen RGB-Beleuchtung, Displays oder Software entscheidet und den Fokus vollständig auf Leistung und Geräuschentwicklung legt, muss sich auch an diesem Anspruch messen lassen. Eine zusätzliche Entkopplung zwischen Lüfter und Radiator hätte das ohnehin bereits sehr hohe Niveau vermutlich noch einmal weiter verbessert und wäre aus unserer Sicht ein sinnvoller Ansatz für eine zukünftige Revision.
Im Alltag relativiert sich dieser Punkt allerdings schnell. Während typischer Office-Anwendungen oder beim Spielen arbeitet die NL-LC1-36 ausgesprochen angenehm und bleibt über weite Strecken akustisch im Hintergrund. Erst unter dauerhaft hoher CPU-Last werden die Radiatorlüfter hörbar, ohne dabei unangenehme Nebengeräusche oder störende Frequenzen zu erzeugen.
Für den Praxistest kam dasselbe Testsystem zum Einsatz wie bereits im Review des Antec FLUX Pro Noctua Edition. Herzstück bildet ein AMD Ryzen 9 9950X auf einem ASUS ROG Crosshair X870E Dark Hero. Ergänzt wird das System durch eine KFA2 GeForce RTX 5070 Ti HOF, 32 GB Crucial Pro OC DDR5-6400, eine Samsung 980 Pro sowie das Antec Signature Titanium mit 1000 Watt. Sämtliche Messungen erfolgten bei einer Raumtemperatur von 28,2 Grad Celsius.
Bereits im Leerlauf hinterließ die NL-LC1-36 einen hervorragenden Eindruck. Die CPU pendelte sich bei 38 Grad Celsius ein und lag damit trotz der hohen Raumtemperatur auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Gleichzeitig erreichte die Hauptplatine lediglich 39 Grad, der Arbeitsspeicher 40 Grad und die Samsung 980 Pro 49 Grad. Sämtliche Komponenten bewegten sich damit in einem vollkommen unkritischen Temperaturbereich.
Unter voller Prozessorlast im Cinebench R23 Multi Core stieg die Temperatur des Ryzen 9 9950X kurzzeitig auf 80,4 Grad Celsius. Über den gesamten Benchmark hinweg ergab sich jedoch lediglich eine Durchschnittstemperatur von 63,6 Grad, was eindrucksvoll zeigt, wie schnell die Wasserkühlung entstehende Lastspitzen wieder abführen kann.
Bemerkenswert fällt insbesondere die Temperaturentwicklung der Hauptplatine aus. Während der Prozessor unter Last naturgemäß deutlich wärmer wird, sank die Temperatur des Mainboards sogar leicht auf 38 Grad Celsius. Auch der Arbeitsspeicher erwärmte sich lediglich auf 41 Grad, während die Samsung 980 Pro mit maximal 54 Grad ebenfalls weit von kritischen Bereichen entfernt blieb.
Gerade diese Ergebnisse sprechen für das Gesamtkonzept der NL-LC1-36. Einen wesentlichen Anteil dürfte der zusätzliche NL-ACF1 besitzen, der den Bereich rund um den CPU-Sockel kontinuierlich mit Frischluft versorgt. Klassische All-in-One-Wasserkühlungen verlieren nach dem Wegfall eines Tower-Kühlers häufig genau diesen Luftstrom. Noctua begegnet diesem Nachteil mit einer ebenso einfachen wie wirkungsvollen Lösung und erzielt dadurch insbesondere bei den umliegenden Komponenten ein ausgesprochen ausgewogenes Temperaturbild.
Die Messwerte zeigen insgesamt sehr deutlich, dass die NL-LC1-36 nicht ausschließlich auf maximale CPU-Kühlleistung ausgelegt wurde. Vielmehr verfolgt Noctua einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem das komplette System von einem durchdachten Luftstrom profitiert. Genau dieser Gedanke zieht sich konsequent durch die gesamte Konstruktion und bildet den passenden Abschluss unseres Praxistests.
FazitMit der NL-LC1-36 betritt Noctua den Markt der All-in-One-Wasserkühlungen auf eine Art und Weise, die kaum typischer für den österreichischen Hersteller sein könnte. Anstatt aktuelle Trends wie RGB-Beleuchtung, Displays oder umfangreiche Softwarelösungen aufzugreifen, konzentriert sich die Entwicklung konsequent auf die eigentliche Aufgabe einer Wasserkühlung. Hochwertige Materialien, eine ausgezeichnete Verarbeitung, ein durchdachtes Montagesystem und eine überzeugende Kühlleistung stehen hier klar im Mittelpunkt.
Im Praxistest hinterließ die NL-LC1-36 einen hervorragenden Eindruck. Selbst unser leistungsstarkes Testsystem mit einem AMD Ryzen 9 9950X stellte die Wasserkühlung vor keine nennenswerten Herausforderungen. Besonders die niedrigen Temperaturen der Hauptplatine, des Arbeitsspeichers und der Samsung 980 Pro verdeutlichen, dass der zusätzliche NL-ACF1 nicht nur ein interessantes Ausstattungsmerkmal darstellt, sondern einen messbaren Beitrag zum gesamten Luftstrom im Bereich des CPU-Sockels leistet. Auch die Pumpe arbeitete während des gesamten Testzeitraums praktisch unhörbar und überzeugte durch einen jederzeit zuverlässigen Betrieb.
Ganz ohne Kritik bleibt die NL-LC1-36 dennoch nicht. Angesichts eines Verkaufspreises von rund 250 Euro erwarten wir im Premiumsegment eine Daisy-Chain-Verkabelung der Radiatorlüfter sowie eine konsequentere Entkopplung zwischen Lüfter und Radiator. Gerade weil Noctua bewusst auf optische Extras verzichtet und den Fokus vollständig auf Leistung und Geräuschentwicklung legt, sollte dieses Ziel auch bis ins kleinste Detail verfolgt werden. Beide Punkte trüben den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck zwar nur geringfügig, bieten jedoch Potenzial für eine zukünftige Produktgeneration.
Die Zielgruppe der NL-LC1-36 unterscheidet sich dabei deutlich von vielen Konkurrenzprodukten. Wer in erster Linie Wert auf auffällige RGB-Effekte oder ein großes Display auf dem Pumpenkopf legt, wird bei anderen Herstellern besser aufgehoben sein. Anwender, die hingegen höchste Ansprüche an Verarbeitung, Kühlleistung, Langlebigkeit und ein durchdachtes Gesamtkonzept stellen, erhalten mit der NL-LC1-36 eine Wasserkühlung, die sich auf ihre Kernaufgabe konzentriert und diese auf einem außerordentlich hohen Niveau erfüllt.
Noctua ist der Einstieg in den AiO-Markt eindrucksvoll gelungen. Die NL-LC1-36 wirkt nicht wie der erste Versuch eines Herstellers, sondern wie das Ergebnis einer langen Entwicklungszeit, in der jedes Detail hinterfragt wurde. Genau diese Philosophie macht die Wasserkühlung zu einer Empfehlung für Enthusiasten, die technische Qualität höher bewerten als kurzlebige Trends.
Pro:
+ Hervorragende Verarbeitungsqualität sämtlicher Komponenten
+ Durchdachtes Gesamtkonzept mit Fokus auf Kühlleistung und Langlebigkeit
+ Sehr umfangreicher Lieferumfang inklusive hochwertigem Werkzeug und Zubehör
+ Ausgezeichnetes Montagesystem mit verständlicher Dokumentation
+ Leistungsstarke NF-A12x25 G2 PWM Lüfter
+ Sehr gute CPU-Temperaturen selbst mit einem AMD Ryzen 9 9950X
+ Arbeitsspeicher und M.2-SSD+ Sehr gute CPU-Temperaturen selbst mit einem AMD Ryzen 9 9950X
+ Zusätzlicher NL-ACF1 verbessert die Kühlung von Mainboard, Arbeitsspeicher und M.2-SSD
+ Sechs Jahre Herstellergarantie unterstreichen den Premiumanspruch
Kontra:
– Daisy-Chain-Verkabelung der Radiatorlüfter zur Vereinfachung des Einbaus
– Entkopplung zwischen Radiator und Lüftern, um Vibrationen weiter zu reduzieren
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