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Kofferfisch-E-Auto produziert mehr Energie als es verbraucht

Дата публикации: 12-08-2026 08:39:59

1.700 Solarzellen und ein Design nach Kofferfisch-Vorbild: Deep Orange 17 soll mehr Energie erzeugen, als er verbraucht.

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E-Auto von Clemson University

E-Auto von Clemson University

© Clemson University

12.08.2026

1.700 Solarzellen und ein Design nach Kofferfisch-Vorbild: Deep Orange 17 soll mehr Energie erzeugen, als er verbraucht.

Ein Team aus Studierenden und Forschern der Clemson University in South Carolina hat ein ungewöhnliches Solar-E-Auto vorgestellt. Der Prototyp namens Deep Orange 17 soll unter bestimmten Bedingungen „energiepositiv“ sein und im Laufe des Tages mehr Energie erzeugen, als er bei täglichen Fahrten verbraucht. Unterstützt wurde das Projekt von BMW und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

Das Besondere am Deep Orange 17 ist nicht nur sein retrofuturistisches Design, das entfernt an einen Aston Martin Lagonda erinnert. Mehr als 1.700 Solarzellen sind direkt in die Karosserie des Zweisitzers integriert und erzeugen sowohl während der Fahrt als auch im Stand Strom.

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Seitenansicht kurioses E-Auto

© Clemson University

Kofferfisch als Vorbild

Auch die ungewöhnlich kantige Form hat einen funktionalen Grund. Bei der Aerodynamik ließen sich die Entwickler vom Kofferfisch inspirieren. Trotz seines vergleichsweise kantigen Körpers besitzt der Fisch eine strömungsgünstige Form. Für die Forscher war dieses Prinzip interessant, weil sich damit ein großes nutzbares Volumen mit möglichst geringem Strömungswiderstand verbinden lässt. Der schräge Look des Deep Orange 17 ist daher nicht nur eine Designentscheidung.

Neu ist auch die Idee nicht, sich bei der Form eines Autos am Kofferfisch zu orientieren. Bereits 2005 präsentierte Mercedes-Benz das Bionic Car. Auch dessen aerodynamische Karosserie war von der Körperform des Kofferfischs inspiriert.

Fliegengewicht

Entscheidend für die Effizienz ist außerdem das geringe Gewicht. Der Deep Orange 17 bringt nur rund 550 Kilogramm auf die Waage. Dafür wurden verschiedene Leichtbaumaterialien kombiniert. 

Im Zusammenspiel mit den Solarzellen soll das den Energieverbrauch so weit reduzieren, dass eine positive Tagesbilanz möglich wird. Bei einer angenommenen täglichen Fahrstrecke von 20 Kilometern soll das Fahrzeug über den Tagesverlauf mehr Solarenergie erzeugen, als es für diese Strecke benötigt. Der errechnete Überschuss soll unter untersuchten Bedingungen sogar für etwa 50 weitere Kilometer reichen.

Solarzelle am Auto

© Clemson University

Energiebilanz hängt von Bedingungen ab

Das heißt allerdings nicht, dass der Deep Orange 17 während jeder 20 Kilometer langen Fahrt genug Strom für weitere 50 Kilometer produziert. Dafür muss das Auto einen Großteil des Tages geparkt sein und aufladen.

Mit dem Forschungsauto wollen die Entwickler zeigen, wie sich die Abhängigkeit von Ladestationen reduzieren ließe. Kurze Alltagsfahrten könnten unter geeigneten Bedingungen energieautark beziehungsweise „energiepositiv“ durchgeführt werden.

➤ Mehr lesen: Hacker könnten an Zehntausenden E-Ladestationen gratis „tanken“

Rückansicht

© Clemson University

Wie gut das in der Praxis funktioniert, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab. Sonneneinstrahlung, Standort, Jahreszeit, Wetter, Parkposition und tägliche Fahrleistung beeinflussen den Energieertrag. Das Label „energiepositiv“ gilt daher nicht uneingeschränkt, sondern bezieht sich auf bestimmte Nutzungsszenarien und Modellrechnungen.

Aperta: Solarauto erlitt viele Rückschläge

Auch bisherige Versuche, Solarautos auf die Straße zu bringen, waren nicht immer erfolgreich. Eines der bekanntesten aktuellen Beispiele ist der Aptera, dessen Solar-Elektroauto 2019 erstmals vorgestellt wurde. Der Weg zur Serienproduktion war von Verzögerungen und Rückschlägen geprägt. Im März 2026 erreichte das Unternehmen schließlich einen wichtigen Meilenstein, als das erste Serienfahrzeug vom Band rollte.

➤ Mehr lesen: Aptera-Solarauto produziert angeblich mehr Strom als PV-Anlage am Dach

Der Deep Orange 17 zeigt damit weniger, wie das nächste Serienauto aussehen wird, als vielmehr, was technisch möglich sein könnte. Ob ein solches Konzept auch unter realen Alltagsbedingungen dauerhaft eine positive Energiebilanz erreicht, muss sich allerdings erst noch zeigen.

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