Jamal Musiala bricht beim Testspiel des FC Bayern in Heidenheim erneut zusammen. Der Nationalspieler gibt aber weitgehend Entwarnung. Auch Uli Hoeneß meldet sich zu Wort.
Jamal Musiala (l, FC Bayern München) verlässt den Platz in Begleitung.
Foto: Harry Langer/DeFodi/dpa/dpa/Harry LangerUpdate | München/Heidenheim · Jamal Musiala bricht beim Testspiel des FC Bayern in Heidenheim erneut zusammen. Der Nationalspieler gibt aber weitgehend Entwarnung. Auch Uli Hoeneß meldet sich zu Wort.
Als sich Jamal Musiala am Mittwoch nach dem nächsten Schock weiteren Untersuchungen unterzog, offenbarte Uli Hoeneß seine ganze Fassungslosigkeit. Der erneute Kollaps des 23-Jährigen, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei RTL und Sky, sei „ein Drama“, das ihn „vom Hocker gehauen“ habe: Er sei „sprachlos, was selten genug vorkommt“. Hoeneß sicherte dem Zauberfuß zwar „bedingungslose Unterstützung“ zu, zugleich warnte er, dass dies „mittelfristig“ ein Problem für den Klub darstelle.
So erklärt Musiala seine Erkrankung
Von „temporär kurz auftretenden, aber gut behandelbaren Absencen, die auf eine neurologische Dysfunktion“ zurückzuführen seien, schrieb Musiala in einem Statement am Dienstagabend bei Instagram. (Was genau hinter dieser Erkrankung steckt, lesen Sie hier.) Ihm gehe es gut, er wolle den Fans „auch die Sorgen nehmen. Es besteht kein darüberhinausgehendes gesundheitliches Risiko.“ Was ihm nun bei der Genesung am meisten helfe? „Meiner Passion, Fußball zu spielen, weiter nachzugehen“. Und: „Weiter Siege und Titel zu jagen“. Tausende Kommentare, noch mehr Herzchen und reichlich aufmunternde Worte gab es von vielen Stars und Weggefährten wie Jude Bellingham, Manuel Neuer, David Alaba, Florian Wirtz oder Thomas Müller.
Und dennoch stellt sich die Frage: Wie wird Bayern-Trainer Vincent Kompany in den nächsten Wochen mit Musiala planen? Inwieweit besteht die Gefahr, dass Musiala plötzlich wieder „Absencen“ hat? Bereits am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) steht das Supercup-Duell bei Vizemeister Borussia Dortmund an. Am 28. August startet der Rekordmeister dann gegen den VfB Stuttgart in die Bundesliga. Bayerns Sportvorstand Max Eberl hatte nach dem Spiel erklärt, dass der Verein über die Probleme bei Musiala „Bescheid wusste und weiß“.
Musiala wollte wieder in Form kommen
Dabei sollte diese Saison für Musiala nach seiner schweren Verletzung, die er sich am 5. Juli 2025 bei der Klub-WM zugezogen hatte, und nach durchwachsenen Monaten so etwas wie ein Neuanfang sein. Nach dem WM-Desaster mit der DFB-Elf hatte er sich eine Metallplatte aus dem operierten Fuß entfernen lassen. In der Reha kämpfte er zuletzt um den Anschluss und stieg nach der Asienreise in der vergangenen Woche voll motiviert wieder ins Teamtraining ein - ehe er nun zweimal kollabierte.
„Wir waren immer der Meinung, nach der WM beginnt eine neue Ära für Jamal“, sagte Hoeneß: „Mit einer guten Vorbereitung. Und dann geht die Saison voll los. Und schon beim ersten Spiel ist das passiert. Das hat uns natürlich auf dem falschen Bein erwischt.“ Der Klub habe sich nach Bekanntwerden der Problematik „ein bisschen abgesichert“. Spezialisten hätten dem FCB schriftlich versichert, „dass es aus ihrer Sicht keine Bedenken gegen Hochleistungssport für Jamal gibt. Seitdem wir diese Bestätigung haben, schlafen wir ein bisschen ruhiger“, betonte Hoeneß. Doch die Thematik wird den Klub weiter beschäftigen.
Kein Hinweis auf drohendes Karriereende
Der FCB rechnet damit, dass Musiala seine Karriere trotzdessen fortsetzen kann. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Verein erfuhr, gebe es derzeit keine Hinweise, dass der Fußball-Nationalspieler nicht weiter auf dem Niveau spielen könne. Eine Prognose, wie es mit dem Offensivspieler nun in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht - ob er etwa im Supercup am Samstag bei Borussia Dortmund oder beim Liga-Start sechs Tage später gegen den VfB Stuttgart eingesetzt werden kann - gab es zunächst aber nicht.
Musiala, der erst im Frühjahr 2025 einen Megavertrag bis 2030 in München unterschrieben hatte, blickte am Dienstagabend immerhin schon positiv nach vorne: „Ich bin in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch.“