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Inflation in Deutschland: Warum sich die Teuerung schlimmer anfühlt, als sie ist

Дата публикации: 24-04-2026 08:52:14




Die Inflationsrate liegt bei 2,7 Prozent, doch viele empfinden die Preise als viel höher. Der Grund: die Spritpreise. Doch genau dieses Gefühl birgt eine Gefahr.



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Inflation in Deutschland Warum sich die Teuerung schlimmer anfühlt, als sie ist

Die Kraftstoffpreise sind hoch.

Die Kraftstoffpreise sind hoch.

Foto: Frank Hammerschmidt/dpa/Frank Hammerschmidt

Kolumne | Düsseldorf · Die Inflationsrate liegt bei 2,7 Prozent, doch viele empfinden die Preise als viel höher. Der Grund: die Spritpreise. Doch genau dieses Gefühl birgt eine Gefahr.

Alles ist teurer geworden!“ Dies hört man derzeit überall. Aussagen wie „Die Inflation treibt den Dispo-Rekord in Deutschland“ oder „So bedroht der Teuer-Schock unsere Jobs und Löhne“ – verbreiten Panik. Die ist fehl am Platz.

Die Inflationsrate ist in Deutschland gestiegen, im März lag sie bei 2,7 Prozent. Viele Menschen haben aber das Gefühl, dass die Preise viel stärker gestiegen sind. Verantwortlich hierfür sind die massiv gestiegenen Spritpreise. Benzin oder Diesel kauft man häufig, und die Preise sind an den Tankstellen für jeden gut sichtbar. Deshalb prägen gerade Spritpreise unser Inflationsgefühl. Dass andere Produkte wie elektrische Klein- und Großgeräte billiger geworden sind, fällt gar nicht auf. Man kauft sich eben nicht jede Woche einen neuen Toaster, aber man tankt jede Woche. Einen guten Überblick über die Preisentwicklung einzelner Gütergruppen bietet das Preis-Kaleidoskop des Statistischen Bundesamtes.

Eine höhere gefühlte Inflation ist nicht harmlos, denn sie prägt die Inflationserwartungen. Und allein hohe Inflationserwartungen können zu einer tatsächlich höheren Inflation führen – eine „selbsterfüllende Prophezeiung“.

Derzeit ist noch nicht alles teurer geworden, sondern der starke Preisanstieg beschränkt sich auf Energie. Inwiefern dieser auf andere Preise durchwirken wird, hängt entscheidend von der Dauer des Nahost-Konflikts ab. Die Unsicherheit ist groß, und damit auch die Einschätzung über die zukünftige Inflation. Die Europäische Zentralbank hat unterschiedliche Szenarien beschrieben: Sollte der Konflikt rasch beigelegt werden, wird für den Euroraum für 2026 insgesamt mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent gerechnet, sollte der Konflikt eskalieren, mit 4,4 Prozent.

Ja, die Inflation ist gestiegen, und es besteht die Gefahr, dass sie weiter steigen wird. Aber Panikmache und übereilte, teure wirtschaftspolitische Entscheidungen sind fehl am Platz, wirken kontraproduktiv.

Unsere Autorin ist Professorin für monetäre Makroökonomik an der Universität Düsseldorf. Sie wechselt sich hier mit dem Wettbewerbsökonomen Justus Haucap, dem Energieökonomen Manuel Frondel und dem Makroökonomen Tom Krebs ab.

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