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Sechs Monate OAZ: Das Halbjahreszeugnis für Deutschlands Medienbetrieb

Дата публикации: 20-08-2026 10:37:38

Wer ein halbes Jahr lang beobachtet, bewertet und einordnet, darf selbst benotet werden. Eine Bilanz über Medienkritik – und eigene Fehler.

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Am 20. August wird die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung sechs Monate alt. Zeit für das erste Halbjahreszeugnis.

Was aus der OAZ geworden ist, darüber haben wir regelmäßig in der Zeitung und auf unserem Projekt-Halle-Blog berichtet. Wie sie auf keinen Fall sein kann, haben unsere Wettbewerber ebenso zuverlässig eingeordnet.

Eine weitere Zwischenbilanz ersparen wir Ihnen deshalb. Wir möchten den Anlass nutzen, einmal anders auf diese erste neue Zeitung seit der Wiedervereinigung aus dem Osten Deutschlands zu schauen.

Willkommen auf dem Medienschulhof

Der neue Schüler war noch nicht richtig eingeschult, aber die Akte war bereits angelegt. Einige wussten vor der ersten Ausgabe, dass aus ihm nichts werden würde. Andere warnten vor seinem Einfluss auf die Klassengemeinschaft. Wieder andere meldeten vorsorglich, mit wem er sprach, welche Bücher er las und ob seine Schrift möglicherweise auf ein problematisches Elternhaus schließen lasse.

Ein Halbjahreszeugnis nur für den neuen Schüler wäre allerdings unfair. Wer sechs Monate lang prüft, erzieht, beobachtet und benotet, muss sich gelegentlich auch selbst einer Evaluation stellen. Beginnen wir mit der Schule.

Der Oberstudienrat

Die FAZ ist der Oberstudienrat des deutschen Medienbetriebs.

Wo andere zunächst einen Vorgang erkennen, sieht sie darin sofort eine Charaktereigenschaft. Die OAZ versprach demnach „Revanche“. Ein nicht auf den Titel eingeschränkt ausgespieltes Autorenverzeichnis aller Autoren der Ostdeutschen Medienholding wurde zu „Friedrichs Fake“. Aus einem Rechtsstreit von Verlag und Autor entstand die Erzählung, Holger Friedrichs Zeitung wolle Meinungen verbieten.

Das Detail wird dabei nicht ignoriert. Im Gegenteil: Es wird so lange vergrößert, bis es das Gesamtbild überdeckt.

Der neue Schüler hat kaum Platz genommen, da steht der Oberstudienrat bereits vor ihm, kneift die Lippen zusammen und fragt nicht, was er kann, sondern wer ihm erlaubt hat, auf diesem Stuhl zu sitzen. Mit kaum verhohlenem Dünkel.

Der empfindlichste Punkt der FAZ dürfte weniger ein verlorenes Abonnement als eine verletzte Rangordnung sein. Ihr wichtigstes Kapital besteht nicht nur aus Informationen. Es ist die Autorität zu entscheiden, wer seriös ist, was als Journalismus gilt, welche Zuspitzung als Feuilleton durchgeht und welche als Verfehlung aktenkundig wird.

Die OAZ hat dagegen vom ersten Tag an so getan, als sei sie bereits eine Zeitung. Sie stellte keine Beitrittsanfrage, absolvierte kein publizistisches Probehalbjahr und wartete nicht auf die Bescheinigung ihrer journalistischen Verkehrstüchtigkeit.

Das dürfte aus Sicht des Oberstudienrats bereits der erste Regelverstoß gewesen sein.

Die FAZ – dahinter steckt immer ein kluger Kopf. Aber davor gelegentlich schon ein fertiges Urteil.

Die Integrationslehrerin

Die Zeit ist die Integrationslehrerin.

Sie erkennt zuverlässig soziale Identitäten, kulturelle Zuschreibungen und Machtverhältnisse. Sie hielt Investitionen in ostdeutschen Journalismus ausdrücklich für sinnvoll. In der konkreten OAZ sah sie jedoch eine Zeitung, die „Ostdeutschsein“ zur politischen Haltung mache und bestehende Klischees nicht auflöse, sondern neu zusammensetze.

Der dazugehörige Kommentar trug den Titel: „So isser, der Ossi.“

Auch das ist eine bemerkenswerte Unterrichtsmethode. Die Integrationslehrerin warnt die Kinder davor, Menschen auf Stereotype zu reduzieren, und schreibt dann selbst „DER OSSI“ in großen Buchstaben an die Tafel.

Grundsätzlich dürfen in ihrer Klasse alle unterschiedlich sein. Jedes Kind darf seine eigene Farbe wählen, seine Herkunft erzählen und seine individuelle Erfahrung einbringen. Das richtige Gesamtbild hängt allerdings bereits vorne.

Der innere Konflikt der Zeit liegt zwischen Vielfalt und Pädagogik. Sie möchte ostdeutsche Repräsentation, misstraut aber einer ostdeutschen Selbstbeschreibung, die sich ihrer liberalen Übersetzung entzieht. Der Osten darf eine eigene Stimme finden. Nur sollte sie bitte das Richtige sagen.

Eine ostdeutsche Identität ist willkommen, solange sie Benachteiligung beschreibt und Anerkennung verlangt. Sobald sie selbst Anerkennung verteilt, politische Urteilskraft beansprucht oder westdeutsche Gewissheiten nicht länger für universell hält, wird sie verdächtig.

Wer den Osten beschreibt, gilt als ostdeutsch. Wer den Westen beschreibt, gilt schnell als politisch. Wer den Westen gar nicht beschreibt, gilt als objektiv. So ist der Zeitgeist.

Feststellung des Schulinspektors: Die Integrationslehrerin erkennt ostdeutsche Identität auf hundert Meter Entfernung. Die eigene hält sie für Objektivität.

Die Pausenaufsicht

Taz, Campact und Volksverpetzer übernehmen die Pausenaufsicht – eine Initiative der Helikoptereltern und Anwohner, die besorgt auf den Schulhof schauen, der so groß wie unsere Verfassung weit ist.

Ihnen geht es um Ordnung und die braucht Lager. Man muss sich auf dem Schulhof schon entscheiden, zu welcher Clique man gehört, und darf nicht einfach mit allen gut Freund sein.

Wenn demnächst jeder selbst wählen kann, wo er auf dem Schulhof steht, dann sieht die Pausenaufsicht eine Gefahr für die Demokratie. Sie schickt daher all die in eine Ecke, die auf Antworten Gegenfragen stellen oder immer das letzte Wort haben müssen.

Auf dem Medienschulhof ufert das gerade etwas aus. Die Aufsicht sieht nicht nur, was in den Hausaufsätzen der Schüler steht. Sie erkennt sofort, was damit geschehen könnte. Ein Interview normalisiert. Ein Porträt wertet auf. Ein nicht ausreichend kritischer Satz verschiebt den Diskurs.

Die Kinder können frei diskutieren, solange am Ende niemand die falsche Schlussfolgerung zieht.

Die taz erkannte eine Zeitung zwischen „Ostalgie, Sowjetromantik und AfD“. Volksverpetzer beschrieb eine Zielgruppe aus „Kreml-Jüngern, Querdenkern und Rechtsextremisten“, an die sich die OAZ angeblich heranwanzen wolle.

Weil Kinder nun mal viele Fragen stellen und all die Vielfalt und das bunte Treiben auf dem Schulhof unter Kontrolle gebracht werden müssen, hat sich eine bewährte Regel durchgesetzt: Alles rechts von links ist eben rechts. Seitdem ist es in der Mitte des Schulhofs leer, aber an den Rändern gibt es im Sommer wenigstens Schatten.

Der schulpsychologische Dienst

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk betrachtet die OAZ weniger als Wettbewerber denn als gesellschaftliches Symptom.

Er hat den neuen Schüler „mit Skepsis erwartet“. Er interessiert sich weniger für die Mathenoten als für die Biografie.

Was macht dieser neue Schüler mit der Klassengemeinschaft?

Der schulpsychologische Dienst warnte in der Lehrerkonferenz, dass der neue Schüler in der DDR aufgewachsen ist. Vermutlich haben beide Eltern nach der Wende ihre Arbeit verloren. Wenn er erlebt hat, wie eine komplette Lebenswirklichkeit innerhalb weniger Monate verschwindet, wenn er sich mehrfach neu erfinden musste, wirtschaftlichen Absturz und sozialen Aufstieg gleichermaßen kennt und wenn er gelernt hat, dass auch sehr stabile Gewissheiten plötzlich zusammenbrechen können – es ist doch absehbar, was das mit einem macht. Der neue Schüler nennt es vielleicht einen Erfahrungsschatz? Der schulpsychologische Dienst nennt es einen Risikofaktor und denkt an einen Verdachtsfall.

Vertieft er die Spaltung? Entsteht auf dem Pausenhof eine parallele Öffentlichkeit? Was bedeutet sein Verhalten für das Vertrauen in die Schulleitung? Man sollte das im Blick behalten.

Die passende Fallbesprechung lieferte Altbundespräsident Joachim Gauck. Bei einem Medienkongress warnte er Journalisten davor, aus einzelnen Beobachtungen einen Generalverdacht zu konstruieren und zu Gefangenen ihrer eigenen Grundüberzeugungen zu werden. Er forderte den „Willen zum ganzen Bild“ – und nannte die OAZ kurz darauf eine „Ossi-Postille“.

Man kann den Widerspruch kaum anschaulicher an die Tafel schreiben: erst vor Generalverdacht warnen, dann dem neuen Schüler ein Herkunftsetikett ankleben.

Der schulpsychologische Dienst fragt, ob der neue Schüler in die Schule passt. Der neue Schüler fragt sich, ob die Schule vielleicht nur noch nie erlebt hat, dass Schulen sich ändern können.

Die Freigeister in der letzten Reihe

Freitag, Cicero, Telepolis, Nachdenkseiten und Overton reagierten anders. Sie betrachteten die OAZ eher als Abwechslung und willkommene Bereicherung.

Im Klassenraum wären sie die Freigeister in der letzten Reihe. Sie haben nicht immer recht, aber sie sind erfrischend neugierig. Sie akzeptieren, dass es mehr als einen zulässigen Lösungsweg geben kann, und geraten nicht in Panik, sobald jemand ein anderes Buch benutzt.

Sie wissen, dass ein freier Diskurs sich nicht daran erkennen lässt, dass die richtigen Meinungen frei ausgesprochen werden dürfen. Entscheidend ist, ob auch irritierende, unpopuläre und möglicherweise falsche Aussagen vorkommen können, ohne dass bereits ihre bloße Anwesenheit als Gefahr gilt.

Das ist keine Garantie für bessere Urteile, aber für interessantere Gespräche.

Die bisherigen Klassensprecher

Eine weitere Reaktion lässt sich nicht bequem als westdeutscher Angriff auf eine ostdeutsche Zeitung erklären.

Einige ostdeutsche Publizisten haben ihre öffentliche Rolle über Jahre darauf aufgebaut, den Osten einem westdeutschen Publikum zu erklären. Sie waren gefragte Übersetzer ostdeutscher Verletzungen, Ängste und politischer Abweichungen.

Mit der OAZ entsteht nun eine Bühne, auf der sehr unterschiedliche Ostdeutsche selbst sprechen. Die bisherige Erklärung des Ostens wird damit zu einer Perspektive unter mehreren.

Im Schulbetrieb sind das die Klassensprecher. Der bisherige Klassensprecher begreift, dass er möglicherweise nie gewählt wurde. Das kann existenziell werden. Wer seine publizistische Bedeutung daraus bezieht, den Osten zu erklären, verliert an Deutungshoheit, sobald der Osten nicht länger als schweigende Gruppe hinter ihm sitzt.

Die eigentliche Provokation der OAZ besteht daher nicht darin, dass sie für den Osten spricht. Sie lässt ihn sprechen. Und dabei zeigt sich, dass manche öffentlich besonders präsente Oststimme nur eine von vielen ist.

Der Streber mit der Schülerzeitung

In fast jeder Schule gibt es außerdem diesen einen Schüler.

Er macht die Hausaufgaben nicht nur zuverlässig, sondern vorsorglich auch für mehrere Mitschüler. Er meldet sich als Erster, noch bevor die Frage vollständig gestellt wurde, und reicht seine Antwort anschließend bei der Schülerzeitung, der Wandzeitung und dem Elternbrief ein.

Auch die OAZ hat einen solchen Beobachter. Er veröffentlichte in auffällig vielen Medienhäusern mehr Beiträge über die OAZ, als überhaupt OAZ-Ausgaben erschienen sind.

Er beobachtet nicht nur. Er geht regelmäßig petzen – selbstverständlich nicht aus Abneigung, sondern aus Sorge um die Schulordnung. Mal meldet er, mit wem der neue Schüler gesprochen hat. Mal, welche Bücher er liest. Mal, dass er im Unterricht eine Frage gestellt hat, die im Lehrplan nicht vorgesehen war.

Das Lehrerkollegium nimmt die sachdienlichen Hinweise gern entgegen und schätzt seinen Nachwuchs-IM sehr. Nur der Sportlehrer fragte kürzlich: „Willst du den Neuen in Schwierigkeiten bringen oder aus Schwierigkeiten herausholen?“ Aber warum nachfragen, wenn man auch gleich bewerten kann?

Für Spekulationen über fehlende Zuneigung oder frühkindliche Traumata besteht kein Anlass. Das professionelle Anreizsystem erklärt genug: Aufmerksamkeit, moralische Selbstvergewisserung und publizistische Relevanz entstehen zuverlässig, solange das beobachtete Objekt als Gefahr beschrieben werden kann.

Aus Beobachtung wird Mission. Aus Mission wird eine öffentliche Rolle. Irgendwann braucht der Kritiker seinen Gegenstand möglicherweise dringender, als dass er noch an einer offenen Betrachtung interessiert wäre.

Die Schulinspektion

Bevor der neue Schüler sein Zeugnis erhält, werfen wir einen Blick auf die Einrichtung, die ihn ein halbes Jahr lang beobachtet, bewertet und erzieherisch begleitet hat.

Auch Schulen werden schließlich regelmäßig evaluiert. Zumindest solche, die nicht selbst über verbindliche Bewertungsmaßstäbe, sondern nur über freiwillige Selbstverpflichtungen verfügen.

Aufmerksamkeit für Neuankömmlinge: Note 1
Kaum ein neuer Schüler wurde so eng begleitet. Manche Lehrer und Mitschüler wussten bereits vor seinem ersten Schultag, dass aus ihm nichts werden würde.

Dokumentationsfleiß: Note 1
Besonders der Redakteur der Schülerzeitung reichte regelmäßig neue Aufsätze über denselben Mitschüler ein. Die Themenvielfalt blieb überschaubar, der Abgabetakt vorbildlich.

Quellenarbeit: Note 5
Dieselbe Ursprungsthese in sieben verschiedenen Medien gilt im Schulbetrieb häufig als sieben unabhängige Quellen.

Trennung von Tatsache und Meinung: Note 5
Zur Note 4 hat es nicht gereicht. Ein „stets bemüht“ war nicht erkennbar. Solange der Vorwurf erhoben wird, heißt er Faktencheck. Fragt jemand nach dem Beleg, war es plötzlich doch nur eine Meinungsäußerung.

Selbstreflexion des Kollegiums: Wegen wiederholten Fehlens nicht bewertet.

Schulklima: Stark vom Lehrerzimmer und vom Sitznachbarn abhängig.

Gesamtergebnis der Inspektion: Der Schulbetrieb darf fortgesetzt werden. Pädagogische Nachqualifizierung wird empfohlen. Die Betriebserlaubnis bleibt bestehen. Nicht zuletzt, weil die Schule sie sich selbst ausstellt.

Das Zeugnis des neuen Schülers

Zum Halbjahreszeugnis gehört selbstverständlich auch die Bewertung des neuen Schülers. Das Problem: Er schreibt diesen Text selbst. Eine glatte Eins wäre deshalb weniger eine Note als eine Pressemitteilung. Eine demonstrativ schlechte Bewertung wäre wiederum kokette Tiefstapelei.

Wir versuchen es deshalb anders. Wir benoten uns nicht. Wir legen das Klassenbuch offen.

Anwesenheit: Note 1
Wir sind noch da. Das klingt nach sechs Monaten bescheiden, war nach einigen Nachrufen unmittelbar nach der Einschulung aber offenbar nicht selbstverständlich.

Mündliche Beteiligung: Note 1
Wir haben uns häufig gemeldet, auch wenn niemand danach gefragt hat. Gelegentlich hatten wir dabei mehr Mitteilungsdrang als Geduld.

Mut: Note 1 bis 2
Wir haben Fragen gestellt, Gesprächspartner eingeladen und Themen aufgegriffen, die durch die Pausenaufsicht explizit untersagt sind. Man kann allerdings auch sehr mutig danebenliegen. Deshalb ersetzt Mut weder Recherche noch die Bereitschaft, Gegenargumente auszuhalten.

Sorgfalt: Note 3 bis 4
Wir haben Fehler gemacht. Einige waren vermeidbar, manche peinlich, andere wurden von unseren Kritikern so lange vergrößert, bis man sie aus Frankfurt ohne Brille erkennen konnte. Dass die Vergrößerung übertrieben war, macht den ursprünglichen Fehler nicht richtig. Dafür, dass wir ein Start-up im Aufbau sind, ist überraschend wenig schiefgegangen. Zu viel trotzdem.

Umgang mit Kritik: entwicklungsfähig
Einwände unserer Leser haben wir geprüft und bestmöglich berücksichtigt. Andere Kritik haben wir häufig als Missgunst, Hass und Hetze verstanden und entsprechend ignoriert. Manchmal zu schnell. Auch das gehört in unser Klassenbuch.

Selbstbewusstsein: Note 1
Wir pendeln zwischen Demut und der Tendenz zur Überschätzung. Aber wer eine neue Zeitung gründet, darf nicht schüchtern sein.

Vertretung der Klasse: ohne Mandat
Wir sprechen aus dem Osten und schaffen eine Bühne für ostdeutsche Stimmen. Wir sprechen nicht automatisch für jeden Ostdeutschen. Wer uns widerspricht, ist herzlich eingeladen, seine Antithese einzureichen. Dafür haben wir Open Source gegründet.

Sozialverhalten: uneinheitlich
Mit unseren Lesern überwiegend gut. Mit Teilen des Kollegiums angespannt. Zum Streber besteht ein intensiver, allerdings weitgehend einseitiger Kontakt.

Lernbereitschaft: wird weiter geprüft
Entscheidend ist nicht, ob wir Fehler vermeiden. Das wird keiner Zeitung gelingen. Entscheidend ist, ob wir aus ihnen lernen, ohne uns von jedem Zwischenruf den Lehrplan diktieren zu lassen.

Beliebtheit: keine Schulnote

Dafür gibt es Leser, Abonnenten, Reaktionen, Widerspruch, Empfehlungen und Kündigungen. Im Unterschied zu einer Medienjury stimmen diese Menschen mit ihrer eigenen Zeit und ihrem eigenen Geld ab.

Gesamtnote: nicht von uns zu vergeben

Unsere Leser haben in den vergangenen sechs Monaten etwas erfreulich Altmodisches getan: Sie haben gelesen. Sie haben gelobt, kritisiert, korrigiert, abonniert und weiterempfohlen. Sie mussten nicht entscheiden, welches politische Symbol die OAZ darstellt.

Sie behandelten uns wie das, was wir sind: eine Zeitung, eine Website und eine App mit E-Paper, die sich mit jeder Ausgabe neu bewähren müssen.

Die Schulinspektion ist damit beendet. Die Lehrerkonferenz darf weiter tagen.  Versetzt werden wir nicht von ihr, sondern von unseren zahlenden Lesern. Und die werden tatsächlich täglich mehr.

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