Weniger Geld für Psychotherapie? Schleswig-Holstein warnt vor Engpässen und will bei der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover eine schnelle Überprüfung der Vergütungskürzungen fordern.
Schleswig-Holstein
Kiel fordert Überprüfung der Vergütung für PsychotherapeutenKerstin von der Decken kämpft um mehr Vergütung für die Psychotherapie. (Symbolbild) Jan Woitas
Weniger Geld für Psychotherapie? Schleswig-Holstein warnt vor Engpässen und will bei der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover eine schnelle Überprüfung der Vergütungskürzungen fordern.
Schleswig-Holstein will auf der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover eine Überprüfung der Folgen der Vergütungsanpassungen für Psychotherapeuten anstoßen. „Die ambulante psychotherapeutische Versorgung ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung“, sagte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Kiel. Sie spiele eine Schlüsselrolle bei der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Nachfrage nach Psychotherapie steigt„Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 11. März 2026 zur Kürzung der Vergütung von psychotherapeutischen Leistungen um 4,5 Prozent betrachte ich mit Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssituation mit großer Sorge“, erklärte die Ministerin. Zudem sei die Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Daher seien der Bund sowie die zuständigen Akteure der gemeinsamen Selbstverwaltung gefordert, die Auswirkungen der Vergütungsanpassungen kurzfristig zu evaluieren. Von der Decken betonte: „Bei der Vergütungssystematik muss der gestiegene Versorgungsbedarf für psychotherapeutische Leistungen angemessen berücksichtigt werden.“
Entwurf fordert ausreichende Finanzierung für WeiterbildungDer Beschlussentwurf des nördlichsten Bundeslandes, der bei der Gesundheitsministerkonferenz eingebracht werden soll, fordert zudem den Bund auf, zügig die nötigen Regelungen für die Finanzierung der neuen Weiterbildung von Psychotherapeuten zu schaffen. Dabei soll sichergestellt werden, dass auch die Kosten für Supervision, Theorievermittlung und Selbsterfahrung einbezogen werden.
Nur eine ausreichende Finanzierung ermögliche das Gelingen der Reform der Psychotherapeutenausbildung und sichere die künftige psychotherapeutische Versorgung in Deutschland, heißt es im Entwurf. Eine schnelle Umsetzung sei nötig, um Probleme in der Praxis zu vermeiden. (dpa/mp)
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