Wer mit Gas heizt, muss steigende Preise nicht einfach hinnehmen. Wir zeigen, welche Schritte den Verbrauch dauerhaft senken – von kleinen Kniffen bis zum Heizungstausch.
Die Krieg im Nahen Osten treibt die Energiepreise nach oben. Bislang merken das vor allem Autofahrerinnen und -fahrer, doch auch das Heizen mit Öl und Gas könnte teurer werden. Dagegen lässt sich einiges tun: Kleine Sofortmaßnahmen senken den Verbrauch schnell und günstig, größere Sanierungen machen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer nahezu unabhängig von fossilen Brennstoffen. Unsere Tests und Berechnungen zeigen, was sich wirklich lohnt – von einfachen Gewohnheitsänderungen bis zur Wärmedämmung und Solarthermie.
Tipp: Prüfen Sie jetzt Ihren Gasvertrag. Noch gibt es günstige Tarife. Wir sagen, für wen ein Wechsel sinnvoll ist.
Schnelle Maßnahmen, die wenig kostenOb zur Miete oder im Eigenheim: Mit diesen kostengünstigen Handgriffen und kleinen Tricks lässt sich der Heizenergieverbrauch spürbar drosseln.
Klimageräte können nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Das gelang ihnen in unserem Klimageräte-Test meist problemlos – und spart Heizgas oder -öl. Unsere Beispielrechnung für ein 25 Quadratmeter großes Zimmer zeigt: Heizen per Klimagerät ist im Schnitt rund ein Fünftel günstiger als mit Gas. Selbst wer mit Klimaanlage heizt und kühlt, spart gegenüber einer reinen Gasheizung.
Warm duschen und sparen – mit einem SparduschkopfNach der Heizung bietet das Warmwasser, vor allem beim Duschen, das größte Einsparpotenzial. So kann ein Sparduschkopf den Wasserverbrauch deutlich senken – und damit auch die Kosten für Wasser und Heizenergie. Zum Vergleich: Bei 220 Duschgängen à 10 Minuten pro Jahr fließen aus einer Standardbrause (15 Liter pro Minute) rund 33 000 Liter. Der sparsamste gute Sparduschkopf im Test kommt auf nur etwa 12 100 Liter. Bei einem Gaspreis von 13 Cent pro Kilowattstunde lassen sich so bis zu 167 Euro pro Jahr einsparen. Steigt der Gaspreis lohnt sich der Sparduschkopf noch mehr.
Ganz ohne Neuanschaffung lässt sich der Energieverbrauch durch kürzeres Duschen reduzieren. Und es macht einen großen Unterschied, ob man sich täglich oder nur jeden zweiten Tag unter die Brause stellt.
Tipp: Stellen Sie den Hebel Ihrer Armatur in Bad und Küche auf kalt und mischen Sie nur bei Bedarf warmes Wasser hinzu. Steht der Wasserhahn gewohnheitsmäßig in der Mittelstellung, springt jedes mal der Heizer an – auch wenn kaltes Wasser ausreicht.
Wasser mit Wärmepumpe statt Heizkessel erhitzenIm Eigenheim lassen sich die Energiekosten noch deutlich weiter senken, dafür sind allerdings einige Investitionen notwendig. Vergleichsweise günstig ist eine Brauchwasserwärmepumpe. Sie eignet sich für Häuser mit Öl- oder Gasheizung und Warmwasserboiler. Die kleine Wärmepumpe nutzt, ähnlich wie die großen Wärmepumpen zum Heizen, Wärme aus der Umgebungsluft. Damit erwärmt sie das Wasser in einem Wasserspeicher.
Praktischer Nebeneffekt: Die Heizung kann im Sommer komplett ausgeschaltet bleiben, weil die Wärmepumpe allein das Warmwasser übernimmt. Brauchwasserwärmepumpen kosten etwa 2 000 bis 4 500 Euro, plus Montage.
Solarthermie senkt den GasverbrauchKomplett unabhängig von Öl und Gas lässt sich das Haus mit einer Wärmepumpe beheizen, etwa mit den guten Luft-Wasser-Wärmpumpen im Test. Unsere Berechnungen zeigen, dass sich die Wärmepumpe auch in Altbauten effizient nutzen lässt. Aber auch wer die alte Heizung nicht gleich rauswerfen will, etwa weil sie mit einem modernen Gas-Brennwertkessel heizt, kann den Verbrauch mit Hilfe von Solarthermie deutlich drosseln.
Wir haben 2022 berechnet – als der russische Angriff auf die Ukraine die Gaspreise steigen ließ – wie stark ein älteres Einfamilienhaus von einer Solarthermieanlage profitiert. Diese nutzt Sonnenenergie, um Wasser für Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung zu erwärmen. Eine große Anlage mit 50 Quadratmetern Kollektorfläche reduzierte den Verbrauch in unserem ungedämmten Musterhaus um rund 40 Prozent.
Die guten Solarthermiekollektoren im Test kosteten ab etwa 1 000 Euro für rund 2,5 Quadratmeter. Die Gesamtkosten für die Anlage und Montage liegen laut der gemeinnützigen Energieplattform co2online.de bei rund 5 000 Euro für eine kleine Warmwasseranlage und etwa 10 000 Euro für eine mittelgroße Kombianlage für Heizung und Warmwasser. Wie lange es dauert, bis die Kosten wieder drin sind, hängt stark von der Entwicklung des Gaspreises ab.
Tipp: Wir erklären ihnen, welche Fördermittel für Ihr Haus in Frage kommen. Ebenfalls hilfreich ist der Fördermittelcheck von co2online.
Wärmedämmung bringt am meisten, ist aber teuerZum Schluss der Königsweg um Heizenergie sparen: Erst dämmen, dann die Heizung modernisieren. Die Investitionskosten sind zunächst hoch. Aber unsere Berechnungen für das ältere Einfamilienhaus zeigen: Eine Kombination aus Dämmung nach KfW-Effizienzhaus-Stufe 40 und einer großen Solarthermieanlage reduzierte den Gasverbrauch um fast 90 Prozent. Bezogen auf das Beispielhaus in unseren Berechnungen sind allerdings mit Kosten um die 80 000 Euro inklusive Förderung zu rechnen.
Tipp: Mehrere Maßnahmen können Heimwerker auch selbst kostengünstig umsetzen, etwa die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke. Unser praxisnaher Ratgeber Richtig dämmen hilft dabei.
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