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ETF mit erneuerbaren Energien: Wind- und Solaraktien sind wieder im Aufwind

Дата публикации: 26-06-2026 07:27:14

Durch den Ölpreisschock stehen erneuer­bare Energien wieder im Fokus. Ein Hoff­nungs­schimmer für viele, die in grüne Fonds investiert haben. Doch es bleibt ein Risiko.

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Erinnerungen werden wach. Als im Februar 2022 Russ­land die Ukraine atta­ckierte, hieß es im Zuge der Energiesicherheit: Wind- und Solar­energie statt Öl und Gas. Vier Jahre später, ebenfalls Ende Februar, greifen die USA den Iran an. Wieder drohen Engpässe bei den fossilen Energien. Die Kurse von Aktien der Neue-Energien-Branche steigen. Wer entsprechende ETF im Depot hat und seit Jahren auf bessere Zeiten wartet, kann wieder hoffen. Auch Käufer breit anlegender nach­haltiger Fonds, die teils ebenfalls unter der Flaute litten, dürften profitieren.

Die jüngste Kurs­rallye erneuer­barer Energien

Die Grafik zeigt, wie einer der bedeutendsten Indizes für den Markt der erneuer­baren Energien, der S&P Global Clean Energy Transition, über die vergangenen zehn Jahre performt hat. Zum Vergleich sehen Sie die Entwick­lung des MSCI World sowie seines nach­haltigen Pendants, des MSCI World SRI. SRI steht für Socially Responsible Investing. Die Kurse erholen sich bereits seit April 2025. Nach Kriegs­beginn im Iran gab es einen weiteren Aufwärts­schub.

Aushängeschild iShares Global Clean Energy

Ein ETF erzählt die Geschichte des Auf und Ab erneuer­barer Energien besonders gut: Es ist der iShares Global Clean Energy Transition. Während des Neue-Energien-Booms Anfang der 2020er-Jahre zählte er zu den meist­verkauften ETF in Europa mit hohen Mittel­zuflüssen – damals noch ohne den Namens­zusatz „Transition“. Der kam hinzu, weil sich nach­haltige Fonds seit etwas mehr als einem Jahr nur noch „nach­haltig“ oder „clean“ nennen dürfen, wenn sie bestimmte Regeln einhalten. Sonst müssen sie die Strategie anpassen oder den Namen ändern. Was die neuen Richt­linien für Fonds­namen bedeuten, lesen Sie im Beitrag Was die strengeren Namensregeln für grüne Fonds bringen.

Der iShares-ETF bildet den Index S&P Global Clean Energy Transition ab, der Aktien der Solar- oder Wind­branche listet. Größte Positionen derzeit sind Bloom Energy, ein kalifor­nisches Unternehmen, das Brenn­stoff­zellen herstellt, sowie die beiden US-Firmen First Solar und Next Power, die im Bereich Solar­energie tätig sind.

Transitions­fonds kaufen auch Aktien von Unternehmen, die erst auf dem Weg zu mehr Nach­haltig­keit sind. Weil der iShares Global Clean Energy Transition auch in Atom­kraft und fossile Energien investiert war, hat er die Mindestkriterien unseres Nachhaltigkeitstests aus dem Jahr 2025 nicht erfüllt.

Tipp. Wenn Sie in einen Neue-Energien-Fonds investieren wollen, können Sie im Fondsfinder nach­sehen, ob ein Fonds oder ETF unsere Mindestan­forderungen erfüllt oder ob es Verstöße gegen unsere Ausschluss­kriterien gibt.

Heftige Schwankungen

Von März 2020 bis Januar 2021 hat sich der Index S&P Global Clean Energy Transition mehr als verdreifacht. Danach ist der Index um mehr als 60 Prozent einge­brochen. Zum einen zogen wegen der steigenden Inflation die Zinsen an – was die Finanzierungen der Unternehmen enorm verteuerte. Zum anderen litten Aktien aus der Wind- und Solarbranche unter dem wachsenden Anleger­interesse für Ölaktien und Rüstungs­konzerne. Bis zur erneuten Wende: Nach dem Tief im April 2025 hat der Index sich nahezu verdoppelt – 20 Prozent Plus gabs allein seit Ende Februar 2026, als der Iran-Konflikt begann.

Die Grafik zeigt, wann der S&P-Index besser lief als der breit gestreute Welt­index, und wann und wie lange er schlechter war. Auf Sicht von zehn Jahren hat er den MSCI World noch nicht wieder erreicht.

Rund um Solar und Wind

Den ETF iShares Global Clean Energy Transition finden Sie in der Fonds­gruppe Aktien Neue Energien Welt. Das Segment ist noch recht jung. Von den insgesamt 13 Index-ETF sind nur fünf länger als fünf Jahre auf dem Markt. Die beste Rendite über diesen Zeitraum hat mit 17,5 Prozent pro Jahr der ETF Amundi Global Bioenergy erreicht.

Den höchsten maximalen Verlust weist der ETF Invesco Global Clean Energy auf: 62 Prozent gingen im schlimmsten Fall verloren. Allerdings hat er mit einem Plus von 88,5 Prozent auch die zweit­höchste Einjahres­rendite erzielt. Besser war nur der L&G Clean Energy ETF mit einem Plus von 90,9 Prozent. Auf Platz 3 liegt der Amundi MSCI New Energy ETF mit einer Jahres­rendite von 88,4 Prozent (Stand 30. April 2026).

Von den 19 aktiv gemanagten Fonds der Gruppe sind immerhin 16 älter als fünf Jahre. Zu den größten zählen der Blackrock Sustainable Energy, der Pictet Clean Energy Transition und der Robeco Smart Energy.

Neue Energien, Wasser und andere Umwelt­themen

Eine noch größere Auswahl an Fonds und ETF bietet die Gruppe Aktien Umwelt & Klima Welt. Die hier gelisteten Fonds sind etwas breiter aufgestellt als die Neue-Energien-Fonds. Sie investieren nicht nur in erneuer­bare Energien, sondern zum Beispiel auch in Technologien für sauberes Wasser oder haben den CO2-Fußabdruck im Blick.

Wenn Sie sich hingegen spezieller aufstellen wollen, können Sie gezielt Windfonds oder Solarfonds kaufen.

Tipp: Weitere Fonds­gruppen zum Themen­gebiet Umwelt, Klima und Neue Energien finden Sie im Fondsfinder. Klicken Sie auf der Start­seite auf „Alle Fonds“ und suchen Sie weiter bei „Fonds­gruppen“.

Wachs­tums­motor Energiesicherheit

Dass erneuer­bare Energien für die Klimawende gebraucht werden, liegt auf der Hand. Hinzu kommt, dass die Staaten sich im Zuge der Energiesicherheit von fossilen Energien unabhängiger machen wollen. Hannes Loacker, Fonds­manager bei Raiff­eisen Capital Management, sagt: „Erneuer­bare Energien entwickeln sich nicht nur aus Klimagründen, sondern zunehmend aus systemischer Logik heraus zum stabilisierenden Fundament eines resilienteren Energiesystems – güns­tiger in der Erzeugung, robuster in der Struktur und stärker integriert in globale Wert­schöpfungs­ketten.“ Die größte Schwach­stelle in der bestehenden globalen Energieversorgung liege nicht in der Verfügbarkeit der Ressourcen, sondern in deren Trans­port. Loacker managt den Fonds Raiffeisen SmartEnergy-ESG-Aktien, der außer in Wind- und Solar­produzenten unter anderem auch in Energie- und Ladeinfrastruktur sowie E-Mobilität investiert.

Kurs­treiber Künst­liche Intelligenz

Doch nicht nur die Liefer­engpässe an der Straße von Hormus, der wichtigen Schiff­fahrts­route für Energietrans­porte, treiben die Kurse der Solar- und Wind­aktien an. Der Energiehunger der Künst­lichen Intelligenz (KI) fungiert als weiterer Wachs­tums­motor. GAM Investments sieht durch das Wachs­tum von Rechenzentren und KI-Anwendungen steigenden Bedarf an Strom, Speicher­kapazitäten und Halb­leitern. „Gleich­zeitig dürften sich beide Entwick­lungen gegen­seitig verstärken“, sagt Ygal Sebban von GAM Investments. „KI benötigt leistungs­fähige und zuver­lässige Energiesysteme. Umge­kehrt kann ihr Einsatz dazu beitragen, die Energieeffizienz zu steigern und die Stabilität von Stromnetzen zu verbessern.“

Fazit: Als Beimischung geeignet, als Basis­anlage nicht

Der Kurs­verlauf des S&P Global New Energy Transition Index zeigt: Fonds oder ETF, die sich auf die Erneuer­bare-Energien-Branche fokussieren, sind wegen der starken Schwankungen nur als Beimischung geeignet. Auch wenn es im Moment wieder aufwärts geht – wie es weitergeht und ob oder wann es wieder Rück­schläge gibt, weiß keiner. Wegen der höheren Risiken empfehlen wir für Beimischungen einen Anteil am Aktien­baustein von maximal 30 Prozent – wobei dieser Wert für alle Beimischungen zusammen gilt. Je spezieller ein Investment ist, desto kleiner sollte sein Anteil sein.

Tipp: Wenn Sie nach einem nach­haltigen Basis­investment suchen, werden Sie fündig im Artikel Grün anlegen in zwei Varianten.

Wollen Sie sich in das Thema nach­haltige Geld­anlage vertiefen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Ratgeber Grüne Fonds und ETF.

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