Opas Briefmarken oder das eigene Album aus den 70ern: Einst als Wertanlage und Sammelobjekt beliebt, heute verstauben sie im Keller. Was sind Briefmarken wert?
Zehn Euro für ein Album, fünf für einen unsortierten Haufen Briefmarken oder für 50 Euro gleich einen ganzen Karton voller Sammelalben – unzählige solcher Angebote findet man beim Scrollen durch Ebay. Ums große Geld geht es hier nicht. Briefmarkensammeln hat nur noch vereinzelte Fans, es mangelt an Nachwuchs. Vor 30 Jahren gab es noch 53 000 Mitglieder im Bund deutscher Philatelisten – so nennen sich Briefmarkensammler im Fachjargon – heute sind es noch etwa 18 000. Ein eindeutiger Abwärtstrend.
Briefmarkenhandel-Verband hilft weiterWas sind die alten Briefmarken noch wert? Diese Frage bekommt Frank Alkenbrecher, Geschäftsführer vom Bund Deutscher Philatelisten, oft mehrmals täglich gestellt. Häufig sind es nicht die ursprünglichen Sammler, sondern ihre hinterbliebenen Partner oder Kinder, die Rat suchen.
Das Problem: Viele Anfragende möchten die Sammlung gerne verkaufen, kennen sich selbst aber nicht aus. Stets empfiehlt Alkenbrecher, sich mit der Sammlung an einen Händler oder ein Auktionshaus zu wenden. Sein Tipp: Das Mitgliederverzeichnis des Bundesverbands des Deutschen Briefmarkenhandels (APHV). Hier findet man Briefmarkenhändler inklusive Kontaktdaten. Anhand der Postleitzahlen kann man einen Fachhandel in der Nähe heraussuchen.
Ein Kann, kein MussDie Mitglieder des Handelsverbands werden von diesem geprüft und sind zu gewissen Verhaltensregeln verpflichtet. So haben Kunden die Sicherheit, dass es sich um seriöse Händler handelt. Wenn man bei der Beratung trotzdem ein komisches Gefühl hat, kann eine zweite Meinung beruhigen. Unbedingt nötig ist das nicht, sagt Frank Alkenbrecher. „Die größte Angst der Menschen ist oft, dass sie denken, sie werden über den Tisch gezogen. Aber ein seriöser Händler kann sich das nicht erlauben“, beruhigt er.
Unter die Lupe nehmenVor allem wenn der Wert einer Sammlung völlig unbekannt ist, sollte die erste Station zunächst ein Briefmarkenhändler sein. Gut ist, wenn man grob beschreiben kann, um was für eine Sammlung es sich handelt. Es hilft, sich zu erinnern, rät Experte Alkenbrecher. Ein gutes Indiz: „Wenn der Vater oder der Ehemann ein aktiver Sammler war, ein spezielles Gebiet hatte, eine richtige Sammlung aufgebaut hat und immer mal ein bisschen Kohle für die Sammlung springen ließ.“ Das zeigt, dass es sich um mehr als die durchschnittliche Hobby-Sammlung handelt – und erhöht die Chance, dass heute noch ein gewisser Wert drin steckt.
Was das Album verrätWer keine Ahnung hat, was vor ihm liegt, begibt sich auf Spurensuche: Vielleicht gibt es alte Quittungen oder Notizen im Sammelalbum, die auf den einstigen Kaufpreis oder Katalogwert hinweisen. Drei Faustregeln beim Durchblättern:
Als erste Einschätzung hilft ein Blick auf Online-Verkaufsplattformen wie Ebay oder Kleinanzeigen. Hier kann man sich einen realistischen Eindruck über die Größenordnung der Preise verschaffen. Wer tiefer in die Materie eintauchen will, kann den Michel-Katalog zu Rate ziehen. Er ist das Standard-Nachschlagewerk für Sammler. Die Katalogpreise sollte man aber nicht für bare Münze nehmen. Es sind theoretische Werte, keine realistischen Verkaufspreise.
Tipp: Es gibt den Michel-Katalog traditionell in gedruckter Form sowie als Website, beides ist kostenpflichtig. In vielen öffentlichen Bibliotheken kann man Ausgaben des Michel-Katalogs ausleihen. So kann man durchblättern, ohne gleich zahlen zu müssen.
Einen Versuch ists wertKann künstliche Intelligenz bei der Bestimmung weiterhelfen? Teils, teils: Wenn es darum geht, Briefmarken grob einem Gebiet oder Zeitraum zuzuordnen, kann es Laien gegebenenfalls weiterbringen, einzelne Briefmarken abzufotografieren und von der KI abgleichen zu lassen. „Ich würde das aber immer von einem Fachmann noch mal begutachten lassen“, sagt Alkenbrecher.
Gutes kommt aus alten ZeitenRaritäten sind – Überraschung – rar. „Es gibt Material, was den Markt überschwemmt. Das sind Sammelgebiete wie Bundesrepublik, West-Berlin oder DDR nach dem Krieg“, sagt Alkenbrecher. Briefmarken dieser Art liegen in der Regel im Centbereich. „Wenn das aber Vorkriegsware ist, oder sogar Altdeutschland – das ist schon interessanter“, sagt der Experte. Da ist preislich etwas mehr drin.
Tipp: Wer weiß, dass er etwas Besonderes vor sich hat, kann sich direkt an ein Auktionshaus wenden. Hier hilft die Mitgliederliste des Bundesverbands Deutscher Briefmarkenversteigerer weiter.
Lange abgelöst ...Die Zeiten, in denen Briefmarken als ernsthafte Wertanlage gehypt wurden, sind vorbei. Für wen es ums Geld geht, für den sind Briefmarken nicht der richtige Weg. „Da müssen Sie wirklich ein ordentliches Fachwissen mitbringen“, sagt Frank Alkenbrecher. „Die Masse der Menschen macht das einfach aus der Freude.“ Es geht um das Sammeln, Fachsimpeln und den (Aus-)Tausch miteinander, nicht um Wertgewinn.
Tipp: Bequem und einfach Geld anlegen? Das geht besser mit dem Pantoffel-Portfolio.
... aber nicht abgestempeltImmer weniger Briefe werden verschickt, in Dänemark hat die staatliche Post seit diesem Jahr die Briefzustellung komplett eingestellt. Sind Briefmarken tot? Sollte man die alte Sammlung besser schnell loswerden? Ein klares Nein vom Experten Alkenbrecher. Er ist optimistisch, was die Zukunft des Briefmarkensammelns angeht und hofft auf neue Zielgruppen. So brachte die Deutsche Post in den vergangenen Jahren Sonderbriefmarken zum Wacken-Festival und kürzlich zum Jubiläum des Circus Roncalli heraus. Potenzial sieht Alkenbrecher zudem im Gebiet der sogenannten Social Philately (zu Deutsch: soziale Philatelie). Hier geht es um ganze Briefe und ihren historischen Kontext, nicht nur die kleine Marke in der Ecke.
Trotzdem: Verkaufspreise bleiben eine reine Frage der Nachfrage. Eine Briefmarke kann nur so viel wert sein, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen.
Mit Briefmarken Gutes tunWer die geerbte Sammlung weder als Erinnerungsstück behalten noch zum Trostpreis verkaufen möchte, kann damit stattdessen noch etwas Gutes tun. Behindertenwerkstätten wie „Briefmarken für Bethel“ freuen sich über Briefmarkenspenden. Per Post können Sie Ihre Sammlung einschicken. Einzelne Marken können auch in Sammelboxen abgegeben werden. Diese stehen oft in öffentlichen Einrichtungen. In den Behindertenwerkstätten werden die Marken ausgeschnitten, sortiert, zu Kiloware-Paketen verpackt und an Briefmarkenliebhaber verkauft. Der Erlös kommt der Einrichtung zugute.
Tipp: Gesammelt werden auch Münzen. Informieren Sie sich, wie Sie den Wert einzelner Münzen oder geerbter Sammlungen einschätzen können.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Багаевская: Утро 18 дек, Вт | 0 | 0 | 17-12-2018 |
| 2 | Дмитрий Борисов Стихи Любовь Такая разная То сладость То война ... | 0 | 0 | 21-02-2025 |
| 3 | Спрос на перевозки из Китая и Казахстана в Беларусь вырос в 3 раза | 0 | 0 | 28-01-2025 |
| 4 | Агидель: Ночь 20 дек, Чт | 0 | 0 | 19-12-2018 |
| 5 | TN SB1017 | 0 | 0 | 28-02-2025 |
| 6 | Добижа Евгения Юрьевна | 0 | 0 | 28-01-2020 |
| 7 | Число частных музеев в Петербурге приблизилось к сотне | 0 | 0 | 17-02-2020 |
| 8 | 1 марта 1987 года Генеральная Ассамблея Организации Объединенных Наций провозгласила ... | 0 | 0 | 01-03-2025 |
| 9 | Во Владивостоке юбилейные медали вручили ветеранам войны | 0 | 0 | 26-02-2020 |
| 10 | Två gripna efter mordförsök i centrala Örebro – fick kniv i magen | 0 | 0 | 19-01-2020 |