Fällt länger kein Regen, kann der kleinste Funke schlimme Folgen haben. Offenes Feuer ist im Wald oft untersagt – teilweise sogar ganzjährig.
Im vergangenen Jahr hat es fast 1 200 Mal in deutschen Wäldern gebrannt – das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Dabei wurden rund 2 600 Hektar Wald vernichtet – eine Fläche, so groß wie 3 700 Fußballfelder. Auch in diesem Sommer waren bereits mehrere Gebiete in Süd- und Ostdeutschland betroffen, darunter aktuell der Müritz-Nationalpark. Wie hoch das Risiko für Waldbrände ist, hat nichts mit hohen Außentemperaturen zu tun, sondern mit fehlendem Niederschlag. „Bei 40 Grad im Regenwald fängt es ja auch nicht an zu brennen“, sagt Peter Harbauer, studierter Förster und Sprecher der Berliner Forsten. „Das hat mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu tun, die dort herrscht.“ Im Umkehrschluss heißt das: Je trockener die Böden und die Bodenvegetation im Wald sind, desto leichter gerät alles in Brand.
Gefahrenindex auf WebsiteDer Deutsche Wetterdienst berechnet aus diesen und weiteren Faktoren wie etwa dem Waldtyp einen fünfstufigen Gefahrenindex und informiert darüber auf seiner Webseite. Klar ist: Die Gefahr von Waldbränden wächst. Wie in den Karten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu sehen ist, färben sich immer größere Gebiete Deutschlands im Waldbrandgefahrenindex rot. Zuerst ist der Südwesten betroffen, später kommt auch der Nordosten dazu. Die Waldbrandstufen orientieren sich daran. „Bei hoher Waldbrandgefahr könnten Wälder auch ganz gesperrt werden“, sagt Harbauer.
Offenes Feuer im Wald oft ganzjährig verbotenGänzlich unabhängig von einer Waldbrandgefahr können Rauchen und offenes Feuer im Wald entweder von vornherein verboten sein – oder es ist nur an ausgewiesenen Orten beziehungsweise zu bestimmten Jahreszeiten erlaubt. Was im Einzelnen gilt, hängt vom Bundesland ab.
Beim Grillen Mindestabstand zum Wald einhaltenLagerfeuer, Grillen und Co sind auch in der Nähe von Wäldern verboten. „Es besteht die Gefahr eines Funkenflugs“, sagt Harbauer. Auch diese Regel kann ganzjährig und unabhängig von einer Brandgefahr gelten. Je nach Bundesland muss eine Entfernung von bis zu 100 Metern zum Wald eingehalten werden. Für Eigentümer von Grundstücken in Waldnähe gelten unter Umständen niedrigere Mindestabstände. Bei Waldbrandgefahr kann es aber auch ihnen verboten sein, Feuer zu machen. „Mitarbeiter der Forstämter sind im Revier unterwegs und kontrollieren, ob die Verbote beachtet werden“, sagt Harbauer. „Sie machen durchaus Kontrollfahrten.“
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Gefahr durch AuspuffrohreAuch heiße Abgasanlagen können einen Brand verursachen, wenn sie mit trockenem Untergrund in Berührung kommen. Deshalb ist das Parken nur auf dafür vorgesehenen Flächen erlaubt. Das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen ist grundsätzlich verboten.
Bei Verstößen drohen BußgelderWer diese Regeln missachtet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld – unabhängig davon, ob es zu einem Brand kommt. Die Höhe hängt einerseits vom Fehlverhalten ab, andererseits vom jeweiligen Bundesland. Die Bußgelder können in die Tausende gehen. In Berlin etwa werden fürs Rauchen im Wald 100 bis 300 Euro fällig – je nach Luftfeuchtigkeit, denn je niedriger diese ist, desto höher ist die Brandgefahr. Liegt die Luftfeuchtigkeit unter 28 Prozent, droht fürs Rauchen eine Strafanzeige.
Auch Haftstrafen sind möglichWer einen Waldbrand verursacht, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Fahrlässige Brandstiftung wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. „Auch Schadenersatzforderungen sind möglich“, sagt Harbauer. Wie hoch diese sind, hängt unter anderem von der betroffenen Fläche, der Art der Bäume und deren Alter ab.
Wie sich Brände vermeiden lassen„Bei uns in Deutschland gibt es keine natürlichen Waldbrandursachen“, sagt Harbauer. „Das heißt: Jedes Feuer, das im Wald entsteht, ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.“ Insofern liegt es in der Hand jedes einzelnen, einen Waldbrand zu verhindern: indem er sich an die geltenden Verbote hält.
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