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Impfung gegen Corona: Impfzeit beginnt jetzt im Spätsommer

Дата публикации: 09-08-2026 04:30:38

Die Corona-Impf­empfehlung hat sich verändert. Fachleute haben den Personen­kreis, dem sie angeraten wird, sowie den Zeit­punkt angepasst. Das Wichtigste im Über­blick.

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Die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) hat ihre Empfehlung zur Covid-19-Impfung aktualisiert – mit mehreren deutlichen Veränderungen. Grund: Die Fall­zahlen sinken und viele Menschen sind inzwischen wegen früherer Impfungen und Infektionen gut vor schweren Krank­heits­verläufen geschützt. Daher empfiehlt die Stiko nun die jähr­liche Auffrischung erst ab einem Alter von 75 statt von 60 Jahren.

Dafür kommt eine Gruppe neu hinzu, die den Impf­schutz jähr­lich auffrischen sollte: Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion an Spät­folgen wie Long Covid leiden. Laut Stiko kann eine erneute Infektion bestehende Beschwerden verstärken – dem soll die Impfung vorbeugen.

Auch weiteren Risiko­gruppen wird (ähnlich wie bisher) zur jähr­lichen Auffrischung geraten – und der empfohlene Impf­zeit­punkt nach vorn verlegt. Im Folgenden beant­worten wir wichtige Fragen.

Ziel­gruppen der Impfung

Wer sollte sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Bestimmte Personen­gruppen – nicht die breite Bevölkerung. So schreibt es die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) in ihrer aktualisierten Empfehlung. Sie rät folgenden Kreisen zur jähr­lichen Auffrischungs­impfung gegen Corona:

  • Menschen ab 75 Jahren, weil sie im Vergleich zu Jüngeren stärker gefährdet sind, schwer an Covid-19 zu erkranken.
  • Personen mit Risiken für schwere Infektions­verläufe – und das bereits ab einem Alter von 6 Monaten. Zu den Risiken zählen zum Beispiel:
    - chro­nische Atemwegs-, Herz-Kreis­lauf-, Leber- und Nieren­erkrankungen,
    - Erkrankungen des zentralen Nerven­systems wie Demenz,
    - Immun­schwäche,
    - Krebs,
    - Diabetes,
    - Trisomie 21,
    - Adipositas (sehr hohes Körpergewicht),
    - Lang­zeit­folgen nach einer Covid-19-Infektion wie Long Covid oder Post Covid.
  • Schwangere bei erhöhter Gefähr­dung infolge einer Grund­erkrankung (siehe Punkt zuvor) oder wegen Komplikationen im Zusammen­hang mit der Schwangerschaft wie Blut­hoch­druck oder Diabetes. Die Impfung sollte dann ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft erfolgen.
  • Bewohne­rinnen und Bewohner von Pfle­geeinrichtungen.
  • Alle, die über ihren medizi­nischen oder pflegerischen Beruf direkten Kontakt zu Kranken oder Pflegebedürftigen haben.
  • Familien­angehörige und enge Kontakt­personen von Personen, bei denen durch eine Covid-19-Impfung keine schützende Immun­antwort zu erwarten ist.

Wer von diesen Personen im laufenden Jahr eine Corona-Infektion hatte, braucht möglicher­weise diesen Herbst keine Auffrischungs­impfung – am besten individuell etwa mit der Haus­ärztin besprechen.

Was gilt für gesunde Menschen unter 75 Jahren?

Für sie besteht laut Stiko derzeit in der Regel keine Notwendig­keit, sich eine Auffrisch­impfung geben zu lassen. Der Groß­teil der Bevölkerung habe eine gute Basisimmunität gegen Covid-19 durch frühere Impfungen und Infektionen.

Tipp: Auch wer Immunität aufgebaut hat, kann sich möglicher­weise mit dem Coronavirus anste­cken. Masken, Desinfektionsmittel und gute Luftreiniger bieten zusätzlichen Schutz.

Schlägt das Virus trotz Vorkehrungen zu, können ähnliche Maßnahmen helfen wie bei anderen Atemwegs­infekten – vor allem Schonung. Symptome wie Halsweh, Schnupfen, Husten oder Glieder­schmerzen lassen sich oft einzeln behandelt lindern. Einen Über­blick zu empfehlens­werten rezept­freien Medikamenten finden Sie in unserem Testbericht zu Erkältungsmitteln.

Wirk­samkeit und Sicherheit der Impfung

Welchen Nutzen hat die Impfung?

Covid-19 hat im Vergleich zum Beginn der Pandemie viel von seinem Schre­cken verloren. Dennoch sind schwere Erkrankungen und Todes­fälle immer noch möglich. So kamen von Mitte 2025 bis Mitte 2026 laut Angaben der Stiko hier­zulande etwa 50 000 Menschen wegen Covid-19 ins Kranken­haus – und rund 900 starben.

Die meisten Opfer waren 80 Jahre oder älter. An diese Alters­gruppe hat die Stiko nun ihre Empfehlung angepasst und empfiehlt zudem bei weiteren Risiko­faktoren eine alljähr­liche Auffrisch-Impfung. Das soll den bestehenden Schutz aufrechterhalten oder neu ankurbeln. Erfahrungs­gemäß lässt die Wirk­samkeit von Corona-Impfungen mit der Zeit nach.

Dass Impfungen gegen Covid-19 grund­sätzlich nützen, zeigen Studien. Hier eine Auswahl:

  • Laut einer Auswertung der vorliegenden Daten durch kana­dische Forschende können Corona-Impfungen das Risiko für schwere Krank­heits­verläufe und Todes­fälle um mehr als 60 Prozent reduzieren. Die Analyse ist im Herbst 2025 im Fachjournal Vaccine erschienen und bezieht Daten zu verschiedenen Impf­stoffen sowie deren Anpassungen an unterschiedliche Virus-Varianten ein.
  • Laut einer weiteren Über­sichts­arbeit im Fachjournal Clinical Microbiology and Infection unter Federführung des RKI können die Impfungen wohl auch das Risiko verringern, an Long Covid zu erkranken. Der Begriff Long Covid umfasst lang­fristige Folgen einer Corona-Infektion wie schwere Erschöpfung, Atemnot und Konzentrations- und Gedächt­nisprobleme.

    Insgesamt scheinen inzwischen weit weniger Fälle von Long Covid aufzutreten als zu Beginn der Pandemie, wie eine im Oktober 2025 veröffent­lichte nieder­ländische Studie in The Lancet Regional Health – Europe zeigt. Die Forschenden erklären sich das zum einen mit Veränderungen des Virus – und damit, dass breite Bevölkerungs­schichten durch Impfungen und durch­gemachte Infektionen eine Immunität aufgebaut haben, die sie auch vor Spät­folgen der Infektion schützt.

  • Einen speziellen Zusatz­effekt könnten mRNA-Impf­stoffe gegen Covid-19 wie Comirnaty und Spikevax haben: dass sie das Immun­system im Kampf gegen Krebs akti­vieren und dadurch die Wirk­samkeit bestimmter Medikamente, sogenannter Check­point-Inhibitoren, erhöhen. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forschender im Fachmagazin Nature.
    Lang­fristig könnten die Ergeb­nisse dazu beitragen, Krebs­therapien zu verbessern. Daher seien sie hier erwähnt, auch wenn sie keinen direkten Zusammen­hang mit den Impf-Empfehlungen zum Schutz vor Covid-19 haben.

Welche Neben­wirkungen sind möglich?

Wie bei anderen Impfungen kann es auch bei denen gegen Covid-19 zu typischen Neben­wirkungen kommen. Dazu zählen Schmerzen, Rötungen und Schwel­lungen an der Einstich­stelle sowie allgemeine Reaktionen wie Abge­schlagenheit, Kopf­schmerzen oder Fieber. Solche Beschwerden treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und klingen inner­halb weniger Tage ab.

Wie hoch ist das Risiko für schwere Neben­wirkungen?

Schwere Neben­wirkungen sind laut Einschät­zung der zuständigen Behörden selten. In Deutsch­land wertet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) entsprechende Verdachts­meldungen aus. Laut seinem aktuellsten Sicherheitsbericht wurden hier­zulande von Ende 2020 bis Ende 2024 mehr als 197 Millionen Corona-Impfungen durch­geführt. Im selben Zeitraum registrierte das Institut knapp 64 000 Verdachts­fälle auf schwerwiegende Neben­wirkungen. Das entspricht einer Rate von 0,32 Meldungen pro 1 000 Impf­dosen.

Ein ursächlicher Zusammen­hang zur Impfung ließ sich oft nicht herstellen – insbesondere bei Verdachts­meldungen auf das sogenannte Post-Vac-Syndrom. Der Begriff meint lang anhaltende Beschwerden wie Erschöpfung nach der Impfung, die an Long Covid erinnern. Ob die Impfung tatsäch­lich zu solchen Folgen führen kann, ist laut Auswertung des PEI nicht bestätigt.

Auch die Sorge, ob Covid-19-Impfungen Krebs verursachen können, erscheint laut den bislang vorliegenden Studien­daten unbe­gründet, schreiben Forschende der Riga Stradins Universität in einer Übersichtsarbeit im Fachjournal Vaccines, die im März 2026 erschienen ist. Und eine kanadische Übersichtsarbeit kommt zum Ergebnis, dass schwerwiegende Neben­wirkungen insgesamt selten sind. Alles in allem über­wiege der Nutzen das Risiko deutlich – gerade bei der Impfung von Menschen mit hohem Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Impf­stoffe und Impf­zeit

Welche Jahres­zeit ist die sinn­vollste Impf­zeit?

Der beste Zeit­punkt ist laut der neuen Einschät­zung der Stiko der Spätsommer und Früh­herbst, also etwa August oder September. Das ist früher als bisher. In den vergangenen Jahren stiegen die Fall­zahlen bereits ab Mitte August, erreichten zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember ein Maximum und nahmen bis Mitte Februar wieder deutlich ab. Wer es aber nicht recht­zeitig vor Start der Saison schafft, kann sich auch in den Folgewochen noch impfen lassen.

Welche Impf­stoffe stehen zur Verfügung?

Die Impf­stoffe gegen Covid-19 werden immer wieder an aktuelle Varianten des Virus angepasst. Dabei richten sich Hersteller nach den Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organisation und der Europäischen Arznei­mittel­agentur. Fachleute gehen davon aus, dass die Impf­stoffe in der Saison 2026/2027 gut vor den aktuell vorherr­schenden Virus-Varianten schützen. Aktuell ist in Deutsch­land der an LP.8.1 angepasste mRNA-Impf­stoff Comirnaty von Pfizer/Biontech verfügbar.

Kann ich mich gleich­zeitig gegen Grippe impfen lassen lassen?

Ja, das ist möglich – allerdings passen die Impf­zeiträume seit der neuen Stiko-Empfehlung nicht mehr optimal zusammen. Die Grippe-Impfung erfolgt idealer­weise ab Oktober bis Mitte Dezember. Auf diese Weise soll sie best­möglich vor der Grippewelle schützen, die oft erst im Januar richtig anrollt. Das spricht dafür, sich zeitlich versetzt gegen Covid-19 und Grippe impfen zu lassen. Grund­sätzlich werden beide Impfungen ähnlichen Risiko­gruppen empfohlen.

Tipp: Neben Ärztinnen und Ärzten können auch Apotheken die Impfungen gegen Grippe und Covid-19 als Kassen­leistung durch­führen. Das bietet eine zusätzliche nieder­schwel­lige Möglich­keit, den Schutz aufzufrischen. Fragen Sie in Apotheken ihrer Wahl nach, ob sie den Service anbieten. Oder schauen Sie online – etwa indem Sie „Covid-19-Impfung“ oder „Grippe-Impfung“ plus „Apotheke“ und den gewünschten Ort in Such­maschinen eingeben.

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