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Glasfaser-Ausbau im Saarland: Telekom soll helfen, wo die Deutsche Glasfaser versagt

Дата публикации: 09-08-2026 17:59:00




Die Deutsche Telekom will im Saarland dort einspringen, wo die Deutsche Glasfaser ihre Ausbauzusagen nicht einhält. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) begrüßt das Angebot und verspricht im Gegenzug Fördermittel sowie schnellere Genehmigungen. Bis Jahresende sollen 100.000 saarländische Haushalte einen Glasfaseranschluss haben.



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Glasfaser-Ausbau im Saarland Telekom soll helfen, wo die Deutsche Glasfaser versagt

Saarbrücken · Die Deutsche Telekom will im Saarland dort einspringen, wo die Deutsche Glasfaser ihre Ausbauzusagen nicht einhält. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) begrüßt das Angebot und verspricht im Gegenzug Fördermittel sowie schnellere Genehmigungen. Bis Jahresende sollen 100.000 saarländische Haushalte einen Glasfaseranschluss haben.

Telekom-Vorstand Ferri Abolhassan (links) und der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) erklärten den Glasfaser-Ausbau im Saarland.

Telekom-Vorstand Ferri Abolhassan (links) und der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) erklärten den Glasfaser-Ausbau im Saarland.

Foto: Christine Funk

Viele Saarländer kennen das: Die Kabel sind gelegt, doch der Anschluss bis zum Haus fehlt, manchmal seit Monaten. Ein großes Ärgernis. Die Deutsche Telekom will nun beim stockenden Glasfaserausbau im Saarland in Gebiete einsteigen, die die Deutsche Glasfaser nicht mehr wie angekündigt erschließt. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) begrüßt und unterstützt das und will den Ausbau durch Fördermittel sowie schnellere, möglichst unbürokratische Genehmigungen unterstützen. Die Deutsche Glasfaser habe zwar Ausbaugebiete begonnen, inzwischen aber mitgeteilt, bestimmte Teile nicht mehr ausbauen zu wollen, sagte Barke in einem Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Für diese Lücken suche das Land nun nach belastbaren Alternativen.

Minister kritisiert die Deutsche Glasfaser

„Ich arbeite gerne mit Partnern zusammen, die sich an Vereinbarungen, die wir getroffen haben, halten“, sagte Barke mit Blick auf die Deutsche Glasfaser. Die Gründe für die Probleme müsse das Unternehmen selbst erklären. Im Saarland komme man im Vergleich mit anderen Bundesländern noch „mit einem blauen Auge davon“.

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Das Land habe früh auf einen marktgetriebenen Ausbau gesetzt und verfüge deshalb über einen guten Überblick, wo Wettbewerber ausbauen wollten und dies nun nicht tun. Barke nannte unter anderem Lücken in Völklingen, Mandelbachtal und St. Ingbert. Die konkreten Vorhaben müssten aber noch mit den jeweiligen Kommunen abgestimmt werden.

Abolhassan; „Wir lassen Deutschland nicht im Stich“

Ferri Abolhassan, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom und CEO von T-Systems, sagte zu, dass die Telekom in solchen Lücken aktiv werden wolle. Das Unternehmen wolle nicht nach Erreichen seiner bisherigen Ziele aus dem Saarland herausgehen, sondern zusätzliche Kapazitäten für weitere Projekte einsetzen. „Wir lassen Deutschland nicht im Stich“, sagte Abolhassan mit Blick auf dünner besiedelte Gebiete. Gerade dort sei der Ausbau wegen langer Trassen und hoher Tiefbaukosten allerdings deutlich teurer und häufig nur mit Förderung wirtschaftlich darstellbar.

Bis Ende des Jahres 100.000 Anschlüsse im Saarland

Die Telekom hatte im Saarland ursprünglich angekündigt, bis Ende 2028 insgesamt 120.000 Haushalte mit Glasfaser zu versorgen. Dieses Ziel soll nun deutlich früher erreicht werden. Nach Angaben Abolhassans waren zuletzt rund 84.000 Haushalte erschlossen; bis Ende des Jahres sollen es 100.000 sein. Die Marke von 120.000 Anschlüssen will die Telekom voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr 2027 erreichen.

„Wir werden schneller sein als das Ziel, das wir uns gesetzt haben“, sagte Abolhassan. Bisher lag der Schwerpunkt des Telekom-Ausbaus vor allem in größeren Städten wie Saarbrücken, Homburg und Neunkirchen. Künftig könnten weitere Orte dazukommen. Abolhassan: „Mir ist diese Region wichtig und auch der Telekom ist diese Region wichtig. Und wenn wir dann an das Saarland einen Haken machen können, weil es vollständig mit Glasfaser erschlossen ist, ist das zudem eine gute Referenz für uns.“

Minister Barke: „Ich brauche klare Commitments“

Barke sieht die Telekom als einen möglichen Partner, um die Lücken der Deutschen Glasfaser rasch zu schließen. Das Land wolle dabei nicht pauschal in den Markt eingreifen, führe aber gezielte Gespräche mit Unternehmen, die sich in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen hätten. „Ich brauche klare Commitments“, sagte der Minister. Die Telekom habe Ausbauziele eingehalten und könne kurzfristig Entscheidungen treffen. Auch die VSE nannte Barke als einen bewährten Partner.

Für den geförderten Ausbau stehen im Saarland nach Angaben des Ministers derzeit 100 Millionen Euro bereit. Barke schloss nicht aus, bei weiterem Bedarf zusätzliche Landesmittel bereitzustellen. Das Geld soll vor allem dort eingesetzt werden, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nicht rentabel ist. In einer Kommune würden dafür zunächst die verbleibenden weißen Flecken gebündelt und dann Förderanträge gestellt. Der Bund beteiligt sich an der Finanzierung, das Land ergänzt sie. Die Grundförderung liege bei 90 Prozent und könne, abhängig von der Ausgestaltung, auf bis zu 97,5 Prozent steigen.

Land will Genehmigungen beschleunigen

Das Land will den Ausbau nach Barkes Worten auch organisatorisch beschleunigen. Steigende Zinsen, Baupreise und knappe Baukapazitäten setzten die ursprünglichen Kalkulationen der Unternehmen unter Druck. Deshalb brauche es „Mut, Kreativität und Schnelligkeit“. Unternehmen, die ihre Zuverlässigkeit nachgewiesen hätten, sollten nicht bei jeder einzelnen Baustelle wieder bei null anfangen müssen. Vereinfachte Verfahren und das digitale Genehmigungsportal des Landes könnten Zeit und Kosten sparen. Nach Angaben Barkes nutzen bereits 34 Unternehmen das Portal.

Abolhassan verlangte ebenfalls mehr Pragmatismus bei Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Telekom sei bereit zu investieren und stehe zu ihren Zusagen. „Wenn wir sagen, diese Straße wird erschlossen, dann erschließen wir sie“, sagte er. Im Unterschied zu anderen Anbietern knüpfe die Telekom ihre Ausbauentscheidung nicht an eine vorherige Vorvermarktungsquote. „Wir machen nichts ohne kommerziellen Hintergrund“, räumte Abolhassan ein. Das Unternehmen verfüge jedoch über die nötige Finanzkraft und langfristige Planungssicherheit, um auch dann auszubauen, wenn nicht alle Haushalte zuvor Verträge abschließen.

Großer Nachholbedarf beim Ausbau im Saarland

Der Stand beim Glasfaserausbau bleibt dennoch hinter dem politischen Anspruch zurück. Nach den veröffentlichten Bundeszahlen liegt die Glasfaserquote im Saarland bei rund 37 Prozent. Barke mahnte allerdings, diese Zahl vorsichtig zu bewerten: Teilweise würden Netze bereits als fertig gemeldet, obwohl noch nicht alle Hausanschlüsse hergestellt seien. Er gehe deshalb davon aus, dass die tatsächliche Quote etwas niedriger liege. An dem Ziel eines weitgehend flächendeckenden Glasfaserausbaus bis 2030 halte die Landesregierung fest. Die Verzögerungen durch den Rückzug einzelner Anbieter machten dieses Ziel jedoch anspruchsvoller. „Das wird herausfordernd“, sagte Barke.

Für Barke und Abolhassan ist Glasfaser mehr als eine Frage schnellerer Internetanschlüsse für Privathaushalte. Sie sehen die Netze als Voraussetzung für die industrielle Transformation, für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz und für Rechenzentren. Das Saarland müsse bei der Digitalisierung, der Automatisierung und neuen Wertschöpfungsfeldern aufholen, sagte Barke. Abolhassan verwies auf die Universität, den Saarland Informatik-Campus, Cispa und Fraunhofer-Einrichtungen. Das Land habe damit wichtige Bausteine für eine mögliche KI-Fabrik oder weitere Rechenzentrumsprojekte. Voraussetzung seien ausreichender Strom, leistungsfähige Datenverbindungen und verlässliche Investoren. (oli)

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