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Börse: Dax schließt mit Verlusten, Anthropic-Gerüchte stützen KI-Aktien wie Infineon oder Siemens Energy

Дата публикации: 17-08-2026 16:09:00

Neue Sorgen im Irankrieg lassen den Dax mit Verlusten schließen. Gerüchte über Umsatzzahlen von Anthropic sorgen hingegen für einen Aufschwung von KI-Aktien wie Infineon oder Siemens Energy. Auch an der Wall Street rücken Techunternehmen in den Fokus.

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Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen

Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen

Foto: Westend61 / Getty Images

Dem Dax hat am Montag dicht am Rekordhoch der Schwung für einen Anstieg gefehlt. Die Ungewissheit im Irankrieg und die schwächere Tendenz der US-Standardwerte im Dow Jones Industrial bremsten hierzulande den Willen der Anleger, den Höchststand von knapp 26.574 Punkten vom vergangenen Mittwoch nochmals anzutesten.

Der Dax beendete den ersten Handelstag der neuen Woche 0,38 Prozent tiefer bei 26.338 Punkten. Seit dem Zwischentief von Mitte Juli hat er allerdings auch um fast 7 Prozent zugelegt und sein Jahresplus wieder auf 7,6 Prozent gesteigert.

In der zweiten deutschen Börsenreihe gab der MDax am Montag um 0,33 Prozent auf 32.356 Zähler nach. Auf europäischer Ebene konnte der EuroStoxx 50 seinen Rekord mit einem Abschlag von 0,14 Prozent auf 6530 Punkte auch nicht neu auf die Probe stellen.

Laut den Experten von Index-Radar lag der verhaltene Wochenauftakt neben dem sommerbedingt dünnen Volumen auch daran, dass die Nachrichtenlage derzeit keinen zwingenden Grund liefere, um „mit beiden Beinen noch stärker in den Markt zu springen“. Die Berichtssaison sei so gut wie abgeschlossen und falle jetzt als Kaufanreiz weitgehend weg.

Außerdem bleibe die Lage in Iran alles andere als eindeutig, zumal das Verhandlungsfenster des im Juni unterzeichneten Memorandums auslaufe. Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump (80) und der iranischen Seite haben Bestand und nun wandte sich Trump auch mit Drohungen gegen den Oman. Die Hoffnung auf ein Weiterverhandeln im Hintergrund und eine diplomatische Lösung bleibt aber laut den Index-Radar-Experten bestehen.

Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan gibt sich im Spannungsverhältnis von Wachstum und Inflation jedoch weiter optimistisch für die Aktienmärkte und erwartet im zweiten Halbjahr erneut Rekorde. Gründe dafür sieht er neben steigenden Unternehmensgewinnen in der Positionierung von Anlegern, die nach wie vor weit von einem Extremwert entfernt bleibe.

Siemens Energy und Infineon gefragt

Unternehmensseitig waren am Montag die Aktien mit KI-Bezug tendenziell gefragt, wie Siemens Energy und Infineon aus dem Dax mit Anstiegen um 1,3 Prozent respektive 0,4 Prozent zeigten. An der New Yorker Nasdaq-Börse stärkte der Chatbot-Betreiber Anthropic mit Aussagen zu einem hohen Umsatzwachstum die Hoffnung der Anleger, dass sich massive Investitionen in KI-Technologie auszahlen.

Hinten im Dax tauchten mit Henkel, Beiersdorf, Adidas und Zalando vermehrt konsumlastige Werte auf. Laut den Experten von Index-Radar werden in den USA Walmart und Home Depot in dieser Woche nochmals interessante Einblicke dafür liefern, wie es aktuell um die Konsumbereitschaft der Amerikaner bestellt ist. Verbraucherdaten zeigten zuletzt bereits eine Eintrübung der Kauflaune an.

Vonovia mit Verlusten

Aus den Immobilienbereich waren noch die Vonovia-Papiere mit einem Minus von 1,8 Prozent ein größerer Dax-Verlierer. Sie litten unter der Wiederaufnahme der Bewertung mit „Underperform“ durch die französische Investmentbank Exane BNP.

Im MDax profitierte der Kurs von Salzgitter mit plus 3,4 Prozent davon, dass die Bank of America die Beobachtung mit einer positiven Empfehlung wieder aufnahm. Analyst Reinhardt van der Walt sieht angesichts europäischer Handelsschutzmaßnahmen im kommenden Jahr viel Luft nach oben für die Konsensschätzung zum operativen Konzernergebnis.

OHB-Aktien im Plus

Im SDax zählte die erst frisch eingezogene Aktie von OHB mit einem Anstieg um 2,5 Prozent zu den Spitzenwerten. Für Aufmerksamkeit sorgte ein „Handelsblatt“-Bericht über das europäische Satellitennetzwerk Iris2, an dem neben dem privaten belgischen Unternehmen Aerospacelab auch das Weltraumunternehmen zum Zuge kommen soll.

Goldpreis seit Jahrestief 11 Prozent im Plus

Der Goldpreis hat zu Wochenbeginn an die zuletzt positive Tendenz angeknüpft. In der Nacht auf Montag kletterte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) zeitweise wieder über die Marke von 4400 Dollar. Das Niveau konnte der Goldpreis zwar nicht ganz halten, lag aber mit 4394 Dollar immer noch 0,4 Prozent über dem Stand vom Freitagabend.

Damit baute der Goldpreis sein Plus seit dem Jahrestief von 3943 Dollar Ende Juni auf etwas mehr als 11 Prozent aus. Trotz der Erholung kostet eine Feinunze aber immer noch rund 1200 Dollar oder etwas mehr als ein Fünftel weniger als Ende Januar.

Damals hatte der Goldpreis ein Rekordhoch von knapp 5600 Dollar erreicht. Innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren hatte sich der Kurs rund verdreifacht – eine für die Anlageklasse beispiellosen Rallye. Grund für den starken Anstieg waren unter anderem Kriege, Handelskonflikte, sinkende Zinsen, hohe Staatsschulden und Zentralbankkäufe.

Uneinheitliche Wall Street

Anhaltende Nahost-Spannungen sorgen am Montag für Nervosität an der Wall Street. Steigende Kurse im Technologiesektor begrenzten jedoch die Verluste. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung 0,3 ​Prozent tiefer bei 53.599 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab leicht nach und lag bei 7777 Zählern. Der ‌Index der Technologiebörse Nasdaq rückte hingegen leicht vor und lag bei 26.745 Stellen.

Die Furcht vor steigender Inflation durch höhere Energiekosten kommt zu einem ​Zeitpunkt, an dem die Anleger auf eine Zinspause der US-Notenbank Fed hoffen.

Anthropic beflügelt Techwerte

Für etwas Auftrieb sorgte hingegen ein Reuters-Bericht ⁠vom Freitagabend, wonach ⁠das KI-Unternehmen Anthropic für das Jahr 2028 einen Umsatz von 190 bis 200 Milliarden Dollar erwarte. Daraufhin legten die Aktien von Technologieunternehmen wie Marvell, Micron, Broadcom und Amazon um rund ein bis 4 Prozent zu. „Die ‌Anleger sehen, wohin das Geld fließt und woher die Erträge stammen, ​und das bedeutet, dass die ‌unmittelbare Sorge über einen möglichen KI-Boom mit anschließendem Absturz etwas nachlässt“, sagte Danni Hewson, Chefanalystin beim Broker AJ Bell. Die Anleger blicken zudem gespannt auf die Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia in der kommenden Woche. Sie gelten als wichtiger Indikator dafür, ob die KI-Hausse anhalten kann.

Die ‌Nvidia-Aktie stieg zum Handelsstart um knapp ein Prozent. Der Chipriese investiert 1,5 Milliarden Dollar in die von Softbank gestützte SB Energy und sichert sich damit Rechenkapazität für OpenAI. Mit dieser Investition ‌finanziert Nvidia erneut das Ökosystem, das seine ​Chips nutzt. Diese Strategie hat zwar die Nachfrage ‌angekurbelt, zog jedoch auch Kritik wegen möglicher Kreislauffinanzierung auf sich.

Unter den ‌Einzelwerten stachen die ​in den USA notierten Aktien des argentinischen Ölriesen Vista mit einem Plus von mehr als 5 Prozent heraus. Der Hedgefonds Thiel ​Macro LLC des Tech-Investors Peter Thiel hat für rund ⁠76 Millionen Dollar einen Anteil von einem ​Prozent an ​Vista erworben, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Ölpreise geben etwas nach

Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte ‌Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 88,28 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,7 Prozent leichter bei 81,80 Dollar.

Die schwindenden Hoffnungen auf einen Frieden zwischen den USA und dem Iran sowie der verlangsamte Tankerverkehr trieben die ‌Preise zuletzt eigentlich an. „Wenn es weiterhin keine Lösung für die Iran-/Hormuz-Pattsituation gibt, gehen wir davon aus, dass sich der Ölpreis in einer Spanne von 70 bis 100 Dollar bewegen wird: Iran verhindert, dass er darunter fällt, und die USA werden versuchen, die Lage zu beruhigen, sobald er über 100 Dollar steigt“, schrieb Shane Oliver, Chefökonom bei AMP, in einer Mitteilung.

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