Nordöstlich von Belfast wartet mit dem Blackhead Lightkeeper’s House eine ganz besondere Unterkunft: In urigen Appartements fühlen sich Selbstversorger-Urlauber rund ums Jahr wie die Leuchtturmwärter, die hier jahrzehntelang dafür sorgten, Schiffen den Weg entlang der rauen Küste zu weisen.
Auf der Veranda zwischen dem Wohngebäude und dem wenige Meter entfernten, strahlend weißen Leuchtturm könnte man stundenlang sitzen, träumen und beobachten. Etwa wie sich der Zustand der Irischen See im Lauf des Tages verändert, von spiegelglatt bis aufgewühlt – oder auch umgekehrt. Wie kleine und ab und an richtig große Schiffe in den Belfast Lough fahren und andere den natürlichen, weiten Channel wieder verlassen.
Zwischen Belfast und SchottlandWohin es sie wohl zieht? Zur Isle of Man, die sich in der Ferne ausmachen lässt? Zum noch näher gelegenen schottischen Festland, zu dem regelmäßig stattliche Fähren aufbrechen?
Nach Nordamerika wie einst die Titanic, die bei ihrer Jungfernfahrt im Frühling 1912 hier am Leuchtturm und unter dem Jubel Tausender Arbeiter vorbeifuhr, die alle nicht ahnen konnten, dass «die Unsinkbare» wenige Tage später eben doch sinken würde?
Reise in die VergangenheitAn der Steilküste des County Antrim sorgte unter anderem das Blackhead Lightkeeper’s House dafür, Schiffsuntergänge zu vermeiden. Seit 1901 leistet es wertvolle Dienste beziehungsweise taten das lange die Leuchtturmwärter, die bis zur Automatisierung in den 1970ern rund um die Uhr vor Ort aktiv waren. Jene Zeiten mögen vorbei sein, doch dafür können nun Kurzzeiturlauber in drei sehr großzügigen Wohnungen, in denen früher die Familie(n) der Leuchtturmwärter lebten, auf Selbstversorgerbasis übernachten. Und das sorgt regelmäßig für Glücksgefühle.
Allein die 270-Grad-Aussicht aufs Meer und die erhabene, abgeschiedene Lage am Nordufer der Bucht! Das rund 40 Meter über dem Wasser thronende Ensemble aus zwei Gebäuden und dem Leuchtturm ist nämlich nur über ein verwinkeltes Sträßchen erreichbar, das in Navigationssystemen gar nicht recht auftaucht. Passt insofern, da sich hier alles wie eine Reise in die Vergangenheit anfühlt, beamen einen die Häuser mit den dicken Mauern, hohen Decken und dunklen Böden doch in eine Zeit vor über 100 Jahren zurück.
Toilette mit AussichtWas dazu beiträgt? Wasserhähne zum Drehen (Warm- und Kaltwasser sind getrennt), alte Bücher zum Schmökern und viel Patina: der Salon, in dem man aus tiefen Sofas ins Kaminfeuer blickt. Die Treppen und Gänge, die zu überraschend vielen Schlafzimmern mit ehrwürdigen Riesenbetten führen. Das Badezimmer mit freistehender Oldschool-Wanne und Klo mit Blick auf den 16-Meter-Turm nebenan – und aus einmaliger Position auf den Sonnenaufgang über dem Meer.
Wenn es pfeift, und das tut es oft, rüttelt der Wind an den XL-Fenstern mit den Hochschiebescheiben, in deren Ritzen man bei Bedarf ein kleines Holzstück stecken muss, um das Klackern zu unterdrücken. Und ist das die Treppe zum geheimen Tunnel, den die Leuchtturmwärter bei stürmischem Wetter als Verbindungsgang zwischen Leuchtturm und Haus nutzten?
Pamela erläutert das StrippenziehenAlt bedeutet im Übrigen ja nicht, auf Komfort verzichten zu müssen. Im Gegenteil. Pamela Stewart, seit über 15 Jahren als Housemanagerin die gute Seele des Hauses, bereitet Gästen einen warmen Empfang und weist sie bei Ankunft in alles ein. Wie Ofen, Herd, Waschmaschine und eben die «Zentralheizung» funktionieren. Und erklärt, dass man hier und da auch mal an einer Strippe ziehen muss, um die Therme zum Duschen in Gang oder die Lampe in der Toilette zum Leuchten zu bringen.
Wie die Chancen steigen, dass das WLAN stabiler läuft, und wo man Extradecken für die Nacht und Sitzpolster fürs Sea Watching findet. Sie sagt einem auch, wo die Hecke einen Durchschlupf zum öffentlichen Fußweg parat hält. Der führt erst runter zum Meer und dann am Fuß der Klippen um den Turm herum, was die einmalige Lage erneut verdeutlicht.
Dramatische Kulissen, wohin man blicktWer Gefallen daran findet, so nah am wilden Wasser zu wandeln, findet mit dem nicht weit entfernten, 2015 wiedereröffneten Gobbins Cliff Path einen noch dramatischeren Küstenpfad. Die Promenade nach Whitehead hingegen würde sich auch für Kinderwagen und Rollerblades eignen.
Doch so attraktiv Ausflüge (auch ins 20 Kilometer entfernte Belfast oder zum Whitehead Golf Course) auch sein mögen: Das Schönste ist es, in die heimelige Unterkunft zurückzukommen. Womöglich noch mit den Nachbargästen zu quatschen und zu erfahren, dass die hier schon zum wiederholten Mal herkommen – schließlich ist eine ganze Woche durchaus ab rund 1.000 Euro zu buchen (und das für sechs bis acht Personen).
Unterkunft mit MeerwertZuzuschauen, wie das ganz und gar nicht blendende Leuchtturmlicht weit vor der Dämmerung anfängt, alle paar Sekunden seine Signale in den Himmel zu senden. Und sich dann bei einem dampfenden Tee in der Küche vorzustellen, wie vielen windumtosten Nächten dieses Gebäude schon Stand hielt. Und wie vielen Schiffen der Leuchtturm als Hilfe diente. Ein wärmender Gedanke.
Gut zu wissenFlugverbindungen ab Deutschland: Seit Lufthansa die Nonstopverbindung nach Belfast eingestellt hat, betreibt Easyjet den einzigen Direktflug von Deutschland nach Nordirland, von Friedrichshafen aus. Alle anderen Flüge bedürfen eines Umstiegs, meist in Amsterdam oder London. Wahlweise geht es mit Lufthansa oder Ryanair nonstop nach Dublin und von dort mit dem Bus oder Zug nach Belfast.
Ab der Schweiz: Auch aus der Schweiz gibt es nur eine (obendrein wintersaisonale) Direktverbindung nach Belfast, ebenfalls von Easyjet – und zwar von Genf aus.
Ab Österreich: Jet2 fliegt von Wien nach Belfast nonstop. Die Strecke ist saisonal und wird typischerweise mit etwa einer wöchentlichen Frequenz angeboten. Alle anderen Flüge nach Nordirland erfordern Umstiege.
Reisende nach Nordirland brauchen neben einem gültigen Reisepass seit 2025 auch eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) – wie für das Vereinigte Königreich. Nordirland ist anders als die Republik Irland ein Teil Großbritanniens und gehört nicht zur EU. Die ETA kostet 20 englische Pfund (rund 21 Franken) pro Antragsteller und gilt für mehrere Reisen nach Nordirland (und generell Großbritannien) innerhalb von zwei Jahren.
Blackhead Lightkeeper’s House20 Blackhead Path, Whitehead, Carrickfergus. Zwei Nächte in den Selbstversorger-Appartements sind Minimum. In einem können bis zu fünf Personen unterkommen und zahlen hierfür ab 430 Franken, in dem größten sind es bis zu sieben Personen bei rund 600 Franken. Die Leuchtturmwohnungen sind rund ums Jahr mietbar, also auch im Winter.
Gobbins Cliff PathInformationenDie Reise wurde unterstützt von Discover Northern Ireland.
Weitere spannende Reisegeschichten finden Sie bei unserem Partner trpstr.de.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kanada im Taschenformat | 0 | 10.37 | 23-02-2026 |
| 2 | Remote Scottish island with Caribbean-like beach has cottages to rent | 5 | 7 | 02-07-2026 |
| 3 | New venture sees NI steakhouse deliver prime cuts: ‘It’s a tasty alternative to the traditional takeaway’ | 3 | 6 | 15-04-2026 |
| 4 | This blue, curvy Baldwin Hills house is Black postmodernism in motion | 0 | 9.37 | 13-04-2026 |
| 5 | From date nights to day trips: Why Dirty Duck remains a North Down favourite | 7 | 7 | 09-04-2026 |
| 6 | La Casería de la Mar, un lugar para descubrir la Cantabria más auténtica | 0 | 5.22 | 11-07-2026 |
| 7 | Дом-теплица в Норвегии. Семье так надоела зима, что они построили дом внутри сада | 0 | 13.67 | 24-07-2026 |
| 8 | Over 100 £1m homes put up for sale in Northern Ireland in just six months | 0 | 16.98 | 08-08-2026 |
| 9 | Ирландия расторгла половину контрактов на сдачу соцквартир для беженцев с Украины | 0 | 0 | 01-04-2025 |
| 10 | Le pêcheur irlandais qui a stoppé la flotte russe | 0 | 7.39 | 05-08-2026 |