Ein eigens für die Ukraine geschaffenes Werk von Ai Weiwei ist bei einem russischen Drohnenangriff in Kiew zerstört worden. So reagiert der chinesische Künstler.
Ein Werk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch russische Drohnen zerstört worden. Das sagte Ai Weiwei dieser Zeitung. Das eigens für die Ukraine konzipierte Werk, eine Installation mit dem Titel „Three Perfectly Proportioned Spheres and Camouflage Uniforms Painted White“, war im September 2025 in Kiew eingeweiht worden und bis zum 30. November im Pavillon 13, einem historischen Gebäude der ukrainischen Hauptstadt, zu sehen. Der Künstler hat dafür mit ukrainischen Militäruniformen gearbeitet, die er mit weißer Farbe bestrichen hat. Die Organisation Ribbon International hatte dieses Werk bei dem chinesischen Künstler in Auftrag gegeben.
Ai Weiweis Installation „Three Perfectly Proportioned Spheres and Camouflage Uniforms Painted White“, die im Auftrag von Ribbon International entstand
© Dmytro Prutkin and RIBBON International.Courtesy of Ai Weiwei Studio
Er habe vor drei Wochen von der Zerstörung erfahren, sagte Ai Weiwei. Das Werk habe sich im größten Lagerhaus der Stadt befunden, das im Juli von russischen Drohnen angegriffen worden und abgebrannt sei. Ai Weiwei reagiert mit Gelassenheit: „Ein Kunstwerk ist seiner Bestimmung zugeführt worden“, sagte der Künstler im Interview. „Denn ich habe es im Krieg erschaffen, für die Ukraine. Dadurch, dass es nun zerstört worden ist, schließt sich ein Kreis.“
In dem Interview spricht der Künstler über sein neues Buch „Ai Weiwei über Zensur“, das am 24. August in Deutschland erscheint. Darin geht es um Zensur, die der Künstler nicht nur in China, sondern auch in westlichen Ländern beobachtet. Er stellt zudem die Frage, ob Deutschland überhaupt eine Demokratie ist. Nachdem er Berlin vor Jahren als hässlichste und langweiligste Stadt, die es gibt, bezeichnet hatte, entdeckt er nun seine Liebe für die Stadt, wo er seit Jahren ein Atelier in Prenzlauer Berg hat, auf dem Pfefferberg-Gelände. Berlin sei viel besser als Paris und London, sagt er. Überraschend bezieht Ai Weiwei auch Stellung zur Berliner Politik und zu den Wahlversprechen der Linkspartei.
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