Der Iran-Krieg bringt die Ukraine in eine gefährliche Lage. Paradoxerweise spaltet er zugleich Trumps MAGA-Lager, was der Ukraine hilft.
Der Iran-Krieg bringt die Ukraine in eine gefährliche Lage. Paradoxerweise spaltet er zugleich Trumps MAGA-Lager, was der Ukraine hilft.
Der Iran-Krieg verschärft den Mangel an amerikanischen Langstreckenraketen und Patriot-Systemen. Für die Ukraine, die dringend auf Nachschub aus den USA angewiesen ist, hat das zunächst dramatische Folgen.
Doch der Krieg setzt zugleich eine Entwicklung in Gang, die der Ukraine politisch nutzen könnte, sagt Außenpolitik-Experte Thomas Jäger in „Die Weltlage“ bei FOCUS online.
Teile von Donald Trumps MAGA-Bewegung beginnen nämlich, ihre bisherige Nähe zu Russland zu hinterfragen. Ausgerechnet der Iran-Krieg könnte damit den Rückhalt für die Ukraine in Trumps Lager stärken.
Weil die USA ihre Patriot-Systeme im Nahen Osten benötigen, stehen sie für die ukrainische Flugabwehr nicht zur Verfügung.
„Das ist aus Sicht der Ukraine eine Katastrophe und lässt sie insbesondere, was ballistische Angriffe angeht, jetzt ziemlich verteidigungsschwach dastehen“, erklärt der Politikwissenschaftler Jäger.
Sein Urteil über die militärischen Auswirkungen ist deshalb eindeutig:
„Auf dieser Ebene hat der Iran-Krieg negative Konsequenzen für die Ukraine.“
Auf politischer Ebene beobachtet Jäger jedoch eine gegenläufige Entwicklung. Weil Russland den Iran unterstützt und Teheran dadurch amerikanische Truppen angreifen kann, gerät das bisherige Russlandbild in der MAGA-Bewegung ins Wanken.
Wie tief Moskaus Einfluss dort bislang reichte, beschreibt Jäger drastisch:
„Russische Propaganda war die normale Währung, in der man im MAGA-Lager miteinander sprach.“
Nun gehe ein Riss durch Trumps Anhängerschaft.
Als prominentestes Beispiel nennt Jäger die MAGA-Influencerin Laura Loomer, die inzwischen offen mit ihrer bisherigen Haltung abrechnet:
„Was habe ich mich die ganze Zeit täuschen lassen? Das war ja die ganze Zeit russische Propaganda, der ich aufgesessen bin. Wir müssen die Ukraine unterstützen.“
Damit wächst in Trumps eigener Machtbasis die Unterstützung für stärkere Ukraine-Hilfen. Auf den US-Präsidenten dürfte dieser Stimmungswandel nach Jägers Einschätzung jedoch (noch) keinen entscheidenden Einfluss haben.
Als möglichen Grund nennt Jäger die amerikanischen Rüstungsgeschäfte:
„Die Vereinigten Staaten machen große Geschäfte damit, Waffen zu verkaufen. Das ist etwas, was er mutmaßlich schlicht behalten will.“
Für die Ukraine sei ein angedachter Zeitplan von mehreren Jahren dagegen kaum akzeptabel, weil die fehlende Flugabwehr bereits jetzt enorme Schäden verursache.
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