Selenskyjs 40-Tage-Frist ist abgelaufen, ohne dass Moskau von seinen Kriegszielen abrückt. Ukrainische Angriffe treffen Ziele tief in Russland.
Selenskyjs 40-Tage-Frist ist abgelaufen, ohne dass Moskau von seinen Kriegszielen abrückt. Ukrainische Angriffe treffen Ziele tief in Russland.
Das berichtet die finnische Zeitung „Iltalehti“ unter Berufung auf den Militärexperten Emil Kastehelmi. Die vom ukrainischen Geheimdienst SBU geführte Aktion sollte den Druck auf Russland erhöhen und ein Ende des Angriffskriegs erzwingen.
Nach Einschätzung Kastehelmis war von Anfang an klar, dass eine einzelne Militäraktion Russlands Linie nicht binnen weniger Wochen ändern würde. „Es gibt keine militärische Operation, mit der Russlands Haltung in 40 Tagen auf einen Friedenskurs hätte gebracht werden können“, sagt er. Auch die öffentliche Ankündigung der Frist nennt er ungewöhnlich: „Ich fand die 40 Tage von Anfang an etwas merkwürdig.“
Ob die Aktion als Erfolg oder Misserfolg gilt, lässt sich schwer sagen. Es bleibt unklar, welche Angriffe genau zu dieser Operation zählten. Der SBU gehört nicht zu den regulären ukrainischen Streitkräften. Ein erheblicher Teil der jüngsten Langstreckenangriffe wurde Kastehelmi zufolge vielmehr von der Drohnen-Teilstreitkraft ausgeführt.
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Die Langstreckenangriffe insgesamt seien in diesem Zeitraum „in keiner Weise gescheitert“, sagte Kastehelmi. Sie hätten Russland erheblichen Schaden zugefügt und zusätzliche Kräfte gebunden. Moskau muss Ölraffinerien, Lagerhäuser, Militärstützpunkte und andere wichtige Einrichtungen schützen.
„Russlands Luftabwehr steht wirklich unter enormer Belastung. Es gibt schlicht nicht genug Gerät“, erklärt der Experte. Systeme wie Pantsir seien gegen Drohnen wirksam, reichten aber nicht aus, um jedes Ziel zu decken. Ein weiteres Ziel des Kremls sei es, die Nutzung von Starlink-Verbindungen des US-Unternehmens SpaceX für ukrainische Langstreckendrohnen zu unterbinden.
An der Front blieb im Sommer der große Umschwung aus. Russland setzt seine Angriffe fort, doch keine Seite konnte die Lage entscheidend zu ihren Gunsten verändern. „Das ist für Russland bislang ein extrem schwacher Sommer gewesen“, sagte Kastehelmi laut „Iltalehti“.
Einen direkten Zusammenhang zwischen Langstreckenangriffen und langsamem russischem Vormarsch will er aber nicht ziehen. Der schleppende Geländegewinn sei ein länger anhaltender Trend.