Die Ukraine erhält 2026 deutlich weniger Raketen für ihre Luftabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj vermutet dahinter nicht nur Engpässe, sondern auch Politik.
Die Ukraine erhält 2026 deutlich weniger Raketen für ihre Luftabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj vermutet dahinter nicht nur Engpässe, sondern auch Politik.
Die Ukraine erhält nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Jahr 2026 deutlich weniger Raketen für die Luftabwehr als noch im Vorjahr. Bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats sagte er, seit Jahresbeginn bekomme das Land nur noch rund ein Drittel der antiballistischen Raketen im Vergleich zu 2025, so „Ukrinform“, die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur.
Selenskyj nannte dafür offiziell die Kriege und Konflikte im Nahen Osten als Erklärung, die Partner wie die USA und europäische Staaten gegeben hätten. Gegenüber „Reuters“ sagte er, die stockenden Lieferungen könnten auch darauf abzielen, die Ukraine in Gesprächen mit Russland kompromissbereiter zu machen. „Es könnte auch ein politischer Schritt sein, um die Ukraine gefügiger zu machen. Meiner Meinung nach ist das sicherlich ein Teil davon“, sagte Selenskyj.
Beim russischen Angriff vom 5. August konnte die ukrainische Luftwaffe laut „Reuters“ keine einzige der 24 ballistischen Raketen und auch keine der vier Zircon-Marschflugkörper abfangen. Bereits am 1. August habe die ukrainische Luftwaffe nur eine von 27 ballistischen Raketen abgeschossen, berichtet der „Kyiv Independent“.
Besonders groß ist laut den Berichten der Mangel bei US-amerikanischen Patriot-Abfangraketen, die zu den wichtigsten Systemen gegen ballistische Angriffe zählen. Selenskyj sagte auf der Plattform X: „Unsere Partner haben diese Raketen“. Entscheidend seien nun die nötigen politischen Entscheidungen zu Lieferungen und zur Beschleunigung der Produktion.
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Selenskyj beauftragte laut „Ukrinform“ das Verteidigungs- und das Außenministerium, bei den Partnern auf mehr Lieferungen zu drängen. Gleichzeitig soll die heimische Rüstungsindustrie ihre Arbeit an einem eigenen System zur Abwehr ballistischer Raketen beschleunigen.
Die Ukraine drängt außerdem auf eine Lizenz aus den USA, um Patriot-Raketen selbst herstellen zu können, berichtet der „Kyiv Independent“. Auch das Projekt FP7.X „Freya“ der ukrainischen Firma Fire Point gilt als Hoffnungsträger. Deren Chefin Iryna Terech sagte laut „Reuters“, ein erster erfolgreicher Abschuss einer ballistischen Rakete werde bis Mitte 2027 angestrebt.