Im Fall der „Caffa“ hat Schwedens höchstes Gericht zugunsten der Ukraine entschieden. Das in Schweden gestoppte Schiff soll Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten transportiert haben, ein Experte hält Reaktionen aus Moskau für möglich.
Im Fall der „Caffa“ hat Schwedens höchstes Gericht zugunsten der Ukraine entschieden. Das in Schweden gestoppte Schiff soll Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten transportiert haben, ein Experte hält Reaktionen aus Moskau für möglich.
Schwedens Oberster Gerichtshof hat die Herausgabe des Schiffs „Caffa“ an die Ukraine bestätigt. Das Schiff war in Schweden festgesetzt worden, weil es der russischen Schattenflotte zugerechnet wird und im Verdacht steht, Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten transportiert zu haben. Wie unter anderem die Nachrichtenagentur dpa berichtet, blieb der Einspruch der Eigentümer erfolglos.
Für den schwedischen Militärexperten Johan Huovinen ist eine Antwort aus Moskau weiterhin denkbar. Er denkt, „dass man mit politischen oder militärischen Machtmitteln versucht, Einfluss zu nehmen. Das muss nichts Großes sein, es kann auch etwas Kleines sein, aber sie wollen damit ein Signal senden“, sagte er gegenüber dem schwedischen Sender TV4 .
Huovinen hält neben politischem Druck auch rechtliche Schritte in Russland für denkbar. Betroffen sein könnten etwa schwedische Unternehmen oder Vermögenswerte, die sich noch in Russland befinden.
Einen ähnlichen Fall mit Bezug zu Schweden führt Huovinen laut TV4 Nyheterna nicht an. Er begründet dies damit, dass Schweden bislang nicht auf vergleichbare Weise gegen Russland vorgegangen ist.
Nachdem die schwedische Küstenwache den Frachter im Frühjahr gestoppt und geentert hatte, lag er vor Trelleborg vor Anker. Die Besatzung hat Schweden inzwischen verlassen, darunter auch der Kapitän, der zwischenzeitlich wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung in Untersuchungshaft saß, wie die dpa berichtet.
Als „russische Schattenflotte“ wird vor allem eine Gruppe älterer Tanker bezeichnet, die Russland dabei unterstützen, Öl unter Umgehung westlicher Sanktionen und des Ölpreisdeckels zu transportieren. Typische Merkmale sind laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments intransparente Eigentümerstrukturen, häufige Flaggenwechsel sowie die Abschaltung oder Manipulation von Ortungssystemen.
Der Rat der Europäischen Union weist zudem darauf hin, dass Schiffe aus diesem Netzwerk auch sanktionierte militärische Ausrüstung für Russland oder mutmaßlich gestohlenes ukrainisches Getreide transportieren können.
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