Die US-Armee erprobt Hyperschall-Gefechtsköpfe mit einer Großkanone. Das soll Tests billiger machen und Entwicklungszeit sparen.
Die US-Armee erprobt Hyperschall-Gefechtsköpfe mit einer Großkanone. Das soll Tests billiger machen und Entwicklungszeit sparen.
Im US-Bundesstaat Arizona hat die US-Armee einen Hyperschall-Gefechtskopf mit einer Großkanone getestet. Wie „The Outpost“, eine offizielle Publikation der US-Army, berichtet, wollte das Militär damit untersuchen, welche Wirkung der Gefechtskopf beim Aufprall auf ein Ziel entfaltet. Der Vorteil aus Sicht der Armee: Für solche Versuche muss nicht jedes Mal eine komplette Hyperschallrakete eingesetzt werden.
Nach Angaben von „The Outpost“ wird an dem Verfahren seit rund zwei Jahren gearbeitet. Die Idee dahinter ist, einen Hyperschall-Gefechtskopf per Kanone auf sehr hohe Geschwindigkeit zu bringen, um seine Zerstörungswirkung unter realistischeren Bedingungen zu testen. Welche Geschwindigkeit bei dem jüngsten Versuch erreicht wurde, teilte die Armee nicht mit.
Laut dem US-Militärportal „TWZ“ kam ein System zum Einsatz, das auf der mittlerweile eingestellten „Strategic Long Range Cannon“ basiert. Das frühere Projekt für extreme Reichweiten war vom Kongress gestoppt worden. Teile der Technik werden nun offenbar als Prüfstand weitergenutzt.
An dem Versuch waren „The Outpost“ zufolge das Lawrence Livermore National Laboratory und das Armaments Center der Armee beteiligt. Vor dem Test mit einem einsatzfähigen Gefechtskopf hatte es zunächst einen Probelauf mit einem nicht scharfen Testkörper gegeben. Danach passten die beteiligten Teams das Verfahren weiter an.
Noch ist unklar, wie genau sich mit der Kanonenmethode echte Einsatzbedingungen einer Hyperschallwaffe nachbilden lassen. Aus Sicht der Armee könnte das Verfahren dennoch wichtig werden, weil sich solche Versuche schneller und günstiger durchführen lassen als vollständige Raketentests. Laut „The Outpost“ stößt die Methode bereits in mehreren Hyperschallprojekten auf Interesse. Um welche Programme es sich dabei handelt, wurde nicht näher ausgeführt.
Mit einer Fläche von 3367 Quadratkilometern zählt der „Yuma Proving Ground“ in Arizona zu den größten Militärgeländen der Welt. Das Areal liegt in den Bezirken Yuma und La Paz und ist im Besitz der US-Armee. Die Armee testet dort vor allem Waffen, Artillerie, Fahrzeuge, Fallschirme und neue Rüstungstechnik unter extremen Wüstenbedingungen. Auf dem Gelände trainieren auch regelmäßig Einheiten des US Special Operations Command, darunter die Green Berets.
Der „Yuma Proving Ground“ gilt zudem als sogenannter „Census-designated place“. Das bedeutet, dass die US-Behörden dort eigene Bevölkerungsdaten erfassen. Laut dem United States Census 2020 lebten auf dem Gelände 313 Menschen.
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