Russland könnte die Ukraine schon im August massiv angreifen. Zugleich warnen US-Geheimdienste vor einem möglichen Angriff auf die Nato.
Russland könnte die Ukraine schon im August massiv angreifen. Zugleich warnen US-Geheimdienste vor einem möglichen Angriff auf die Nato.
Russland könnte seine Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung in diesem Jahr deutlich früher beginnen. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) könnte Moskau bereits im August versuchen, wichtige Energieanlagen rund um Kiew mit ballistischen Raketen zu treffen.
Im vergangenen Jahr begann die russische Kampagne gegen die ukrainische Energieversorgung Anfang September. Diesmal könnte die erste große Angriffswelle laut der Analyse bereits vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August erfolgen.
Die russische Armee verfügt demnach über einen strategischen Vorrat an ballistischen Raketen, der nun zum Einsatz kommen könnte. Für die Ukraine wäre das besonders problematisch, weil es weiterhin an Abwehrsystemen gegen solche Raketen fehlt.
Russland könnte damit versuchen, die Reparatur und Verstärkung beschädigter Kraftwerke und anderer Anlagen zu erschweren. Laut ISW wäre ein früher Angriff zudem geeignet, die ukrainischen Vorbereitungen auf den kommenden Winter erheblich zu behindern.
Gleichzeitig könnte Russland seine Angriffe auf Häfen, Treibstoffanlagen und Verkehrswege mit Drohnen fortsetzen. Nach Einschätzung des ISW würden dadurch ballistische Raketen für besonders wichtige Ziele im Energiesektor frei.
Wie ernst die Lage ist, zeigte sich zuletzt in der Region Odessa. Bei einem russischen Großangriff wurden nach Angaben von Forsal Energieanlagen beschädigt, zudem kam es in Teilen der Stadt zu Problemen bei der Strom- und Wasserversorgung.
Doch die Gefahr reicht inzwischen über die Ukraine hinaus. US-Geheimdienste halten laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ einen begrenzten russischen Angriff auf einen Nato-Staat bereits ab Herbst für möglich.
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Die US-Geheimdienste halten einen solchen Angriff demnach bis 2029 für möglich. Dabei geht es nicht unbedingt um einen großen Einmarsch, sondern auch um Cyberangriffe, Sabotage oder begrenzte militärische Aktionen an der Ostflanke des Bündnisses, berichtet die Kyiv Independent.
Das mögliche Ziel wäre weniger die Eroberung von Gebieten als ein Test der Geschlossenheit der Nato. Russland könnte damit ausloten, wie geschlossen die Mitgliedstaaten auf einen Angriff reagieren und ob sie tatsächlich füreinander einstehen.
Besonders angespannt ist die Lage im Baltikum und in Polen. Gleichzeitig warnen europäische Stellen vor möglichen Aktionen unter falscher Flagge, bei denen Russland Angriffe vortäuschen und anschließend der Ukraine zuschreiben könnte.