Russland beschleunigt den Aufbau seines Satellitennetzes Rasswet. Die Ukraine warnt, dass das System künftig Kommunikation und Drohnensteuerung ermöglichen könnte.
Russland beschleunigt den Aufbau seines Satellitennetzes Rasswet. Die Ukraine warnt, dass das System künftig Kommunikation und Drohnensteuerung ermöglichen könnte.
Russland treibt den Aufbau seines eigenen Satelliten-Kommunikationssystems voran. Rasswet soll langfristig eine russische Alternative zu Starlink werden. „Die Satelliten werden deutlich schneller gestartet, als es in den ursprünglichen Plänen vorgesehen war“, sagte Generalmajor Wadym Skibizki, stellvertretender Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, dem ukrainischen Nachrichtenportal „RBC-Ukraine“.
Im März 2026 brachte Russland demnach die ersten 16 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn. Eine weitere Gruppe soll im Juli gestartet worden sein. Nach Angaben Skibizkis waren zuletzt noch 15 der ersten Satelliten im Orbit, nachdem einer ausgefallen war.
Russland will das Netzwerk laut dem ukrainischen Geheimdienst zunächst auf 292 Satelliten bis 2027 ausbauen. Bis 2035 soll die Zahl auf 924 Satelliten steigen. Derzeit funktioniert das System nach ukrainischer Darstellung nur zeitweise. Eine Verbindung ist demnach möglich, wenn ein Satellit das jeweilige Gebiet überfliegt.
„Wenn die Russen eine vollständige Satellitenkonstellation aufgebaut haben, wird dieses System wie Starlink funktionieren“, sagte Skibizki laut „RBC-Ukraine“. Die ukrainische Seite beschäftigt sich nach eigenen Angaben bereits damit, wie das russische System bekämpft oder eingeschränkt werden könnte. Konkrete Maßnahmen nannte Skibizki nicht.
Das russische Unternehmen Bureau 1440 entwickelt Rasswet. Russland hat angekündigt, den Dienst 2027 kommerziell nutzen zu wollen. Ukrainische Behörden warnen jedoch vor einem militärischen Einsatz der Technik, etwa für die Kommunikation von Einheiten oder die Steuerung von Drohnen.
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Robert „Madyar“ Browdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, bezeichnete die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur AP als „Risiko für den gesamten Planeten“. Eine Diktatur erhalte damit Zugang zu Informationen auf der ganzen Welt, warnte er.
Der Aufbau von Rasswet könnte den ukrainischen Vorteil bei der Satellitenkommunikation langfristig verringern. Bis das russische Netzwerk tatsächlich eine nahezu kontinuierliche Abdeckung erreicht, muss Moskau jedoch noch Hunderte Satelliten starten und die notwendige Bodeninfrastruktur aufbauen.