Nahe Putins Palast am Schwarzen Meer brennt nach einem Drohnenangriff stundenlang eine russische Luftabwehrstellung. Kiew meldet weitere Treffer auf der Krim.
Nahe Putins Palast am Schwarzen Meer brennt nach einem Drohnenangriff stundenlang eine russische Luftabwehrstellung. Kiew meldet weitere Treffer auf der Krim.
Ukrainische Drohnen haben nahe Gelendschik am Schwarzen Meer eine russische Luftabwehrstellung getroffen, die den Palast von Präsident Wladimir Putin schützen soll. Die Anlage lag rund 19 Kilometer von der Residenz entfernt.
Darüber berichtet der britische „Telegraph“ unter Berufung auf den Kommandeur der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme, Major Robert Browdi. Er sagte, die getroffene Stellung habe „drei Stunden lang gebrannt“.
Bei der zerstörten Anlage handelte es sich um ein Startfeld des Systems S-400 „Triumf“. Dieses System wehrt Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper ab. Laut Browdi nutzte Russland die Stellung zuletzt aber auch für Angriffe auf ukrainische Städte. Am 8. August seien von dort sechs Raketen gestartet worden.
Der Palastkomplex bei Gelendschik gilt seit Jahren als eine der bekanntesten Residenzen Putins. Um das Gelände liegt laut dem Bericht eine Sicherheitszone von 70 Quadratkilometern. Über der Anlage gilt dauerhaft ein Flugverbot. Neben der Luftabwehr schützen auch Systeme zur elektronischen Kriegsführung und mobile Feuertrupps das Areal, so der „Telegraph“.
Das Anwesen soll nach Recherchen des 2024 in Haft gestorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny umgerechnet bis zu 1,17 Milliarden Euro gekostet haben. Nawalnys Team hatte den Komplex 2021 öffentlich gemacht. Sie beschrieben dort unter anderem:
2023 kam laut dem Bericht noch eine Kapelle hinzu.
Der Kremlchef soll die Residenz am Schwarzen Meer nur noch selten besuchen. Das Risiko für ukrainische Angriffe sei zu groß, so der „Telegraph“. Stattdessen halte Putin sich öfter in einer stark gesicherten Datscha am Waldai-See auf, rund 300 Kilometer östlich von Moskau.
Das Anwesen schützen mindestens 27 Türme mit Flugabwehrsystemen vom Typ Pantsir. Ein System kostet dem Bericht zufolge etwa 16 Millionen Pfund, also rund 18,5 Millionen Euro.
,regionOfInterest=(2545,1993)&hash=b707eb3f0b90ffff57715eee041c5c188fdc268fa9e6c064f9d2108b584f65eb)
Der ukrainische Militärgeheimdienst erklärte am Montag, Drohnen hätten auf der besetzten Krim zudem zwei weitere Startanlagen des Typs S-400 sowie eine Antenne für die Steuerung von Orion-Drohnen getroffen. Der Schaden liege im zweistelligen Millionenbereich.
In der Nacht zum Montag drangen nach ukrainischen Angaben mehr als 450 Langstreckendrohnen nach Russland ein. Dabei trafen sie auch eine Ölraffinerie in Tatarstan. Bei dem Angriff starben mindestens 13 Menschen. Auch in Tjumen in Sibirien sollen Trümmer niedergegangen sein.
Erst in der vergangenen Woche hatte ein Angriff in derselben Region bei Gelendschik tödliche Folgen. Damals fielen Drohnenteile auf einen Strand. Sieben Badegäste starben.