Eine Trump-nahe US-Ölfirma wollte schon bald in Grönland bohren. Nun fehlen die Genehmigungen – und der Start verschiebt sich mindestens bis Winter 2027.
Eine Trump-nahe US-Ölfirma wollte schon bald in Grönland bohren. Nun fehlen die Genehmigungen – und der Start verschiebt sich mindestens bis Winter 2027.
Die geplanten Ölbohrungen im Osten Grönlands verzögern sich. Die grönländischen Behörden haben dem US-Unternehmen Greenland Energy vorerst keine Genehmigung erteilt, obwohl die Firma bereits Bohrgerät an die Küste gebracht hatte.
Damit platzt auch ein ehrgeiziger Zeitplan: Statt noch in diesem Jahr soll frühestens im Winter 2027 gebohrt werden. Der „Guardian“ berichtet, dass die Behörden mehr Zeit für die Prüfung der Umwelt- und Sozialfolgen verlangen.
Besonders umstritten ist der geplante Standort in Jameson Land. Dort liegen geschützte Feuchtgebiete, in denen seltene Vogelarten leben. Auch Moschusochsen sind für die Region wichtig, unter anderem für die örtliche Jagd.
Bereits im Juli hatte Greenland Energy Ausrüstung an Land gebracht, obwohl dafür noch keine Genehmigung vorlag. Die grönländische Regierung habe daraufhin eine deutliche Warnung ausgesprochen und klargestellt, dass weitere Arbeiten die Zustimmung der zuständigen Behörde benötigen, berichtet „Democracy Now“.
Die Verzögerung kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. US-Präsident Donald Trump drängt seit Jahren auf mehr Einfluss über Grönland und hat sogar eine Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel ins Spiel gebracht.
Sein Sondergesandter Jeff Landry hatte noch im Mai erklärt, US-Unternehmen könnten schon innerhalb von rund zehn Monaten Öl aus Grönland fördern. Diese Einschätzung wirkt angesichts der neuen Genehmigungshürden inzwischen deutlich zu optimistisch.
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Greenland Energy weist einen Zusammenhang zwischen seinen Ölplänen und Trumps Forderungen nach einer Übernahme Grönlands zurück. Gleichzeitig gibt es mehrere Verbindungen zum Umfeld des US-Präsidenten.
So sitzt ein ehemaliger US-Marine auf dem Vorstand des Unternehmens, der am Raketenabwehrprojekt „Golden Dome“ arbeitet. Zudem besitzt der Milliardär Kenneth Griffin rund neun Prozent der Aktien und hatte Trumps zweite Amtseinführung mit einer Million Dollar unterstützt.
Für Greenland Energy ist die Verzögerung auch finanziell schmerzhaft. Die Aktie fiel nach Bekanntwerden der Entscheidung um mehr als ein Drittel. Das Unternehmen will dennoch an seinen Plänen festhalten und hat 60 Millionen Dollar von Anlegern für die Bohrungen eingeplant.
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