Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan wollen sich künftig gemeinsam verteidigen. Der neue Pakt stärkt ihre Zusammenarbeit.
Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan wollen sich künftig gemeinsam verteidigen. Der neue Pakt stärkt ihre Zusammenarbeit.
Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan haben in Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Der Pakt sieht vor: Wird eines der drei Länder militärisch angegriffen, gilt das als Angriff auf alle.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif unterzeichneten das Abkommen am 7. August, so Reuters. Wie weit der Pakt in der Praxis reicht, ist jedoch offen. Die Staaten veröffentlichten den vollständigen Vertrag nicht.
Die Regierungen betonen, dass sich das Abkommen gegen kein bestimmtes Land richte. Es sei rein defensiv und solle weder bestehende Bündnisse ersetzen noch einen neuen religiösen oder militärischen Block schaffen. Saudi-Arabiens Vize-Außenminister Rayed Krimly erklärte laut Reuters, der Pakt sei „nicht mit nuklearen Ambitionen oder einem Wettrüsten verbunden“.
Die Türkei verfügt über die zweitgrößte Armee innerhalb der Nato und eine stark wachsende Rüstungsindustrie. Pakistan besitzt ebenfalls ein großes Militär und ist der einzige Atomwaffenstaat unter den muslimisch geprägten Ländern. Saudi-Arabien wiederum verfügt über große finanzielle Mittel und wichtige Ölreserven.
Der US-Politikwissenschaftler Asfandyar Mir sieht in dem Abkommen vor allem ein politisches Signal. „Drei militärisch starke Staaten in wichtigen Regionen verpflichten sich zur gegenseitigen Verteidigung“, sagte er laut „New York Times“. Das Abkommen solle die USA nicht ersetzen. Es zeige aber, dass amerikanische Sicherheitszusagen allein vielen Ländern nicht mehr ausreichten.
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Die Türkei hat ihre Rüstungsindustrie in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. 2025 erreichten die türkischen Verteidigungs- und Luftfahrtexporte fast 11 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 49 Prozent gegenüber 2024. Das berichtet die niederländische Zeitung „AD“ unter Berufung auf die Verteidigungsexpertin Karen van Loon vom Institut Clingendael.
Inzwischen liefern türkische Unternehmen Waffen an mindestens 40 Staaten, darunter Pakistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Ukraine. Besonders gefragt sind Drohnen, Munition und gepanzerte Fahrzeuge.
Trotz des neuen Pakts bleibt die Türkei Mitglied der Nato. Die Verteidigungsexpertin Van Loon warnt laut „AD“ davor, das Abkommen mit dem westlichen Bündnis gleichzusetzen: Nato-Staaten verfügen über eine gemeinsame Kommandostruktur und halten regelmäßige Übungen ab. Eine vergleichbare Struktur gebe es zwischen Ankara, Islamabad und Riad bislang nicht.
„Die Nato-Flagge in Brüssel ist sicher nicht gehisst worden“, sagte die Expertin laut „AD“. Die Entwicklung könne für das Bündnis „eine schwierige Angelegenheit“ werden.
Offen bleibt, ob sich weitere Länder anschließen. Ägypten hatte an frühen Gesprächen teilgenommen, wurde bei der Unterzeichnung aber nicht als Partner genannt.