Laufen, Radeln, Schwimmen, Teilen: Fitnessapps wie Strava sind beliebt – im Krieg werden sie aber zum Sicherheitsrisiko. „Sky News” zeigt, wie freigiebig US-Soldaten mit ihren Standortdaten sind.
Laufen, Radeln, Schwimmen, Teilen: Fitnessapps wie Strava sind beliebt – im Krieg werden sie aber zum Sicherheitsrisiko. „Sky News” zeigt, wie freigiebig US-Soldaten mit ihren Standortdaten sind.
Strava ist eine beliebte Fitnessapp, mit der Nutzer ihre sportlichen Aktivitäten tracken und teilen können – etwa ihre Geschwindigkeit und Route beim Laufen. Strava und ähnliche Angebote werden breit genutzt – unter anderem auch von Soldaten verschiedener Nationen. Dort können Fitnessapps jedoch zur Gefahr werden, wenn sie sensible Daten zu Standorten oder Routinen öffentlich machen.
Das britische Medienportal „Sky News“ hat in einer Untersuchung die Strava-Aktivität von US-Soldaten im Irankrieg untersucht. Sie fanden dabei über 1300 Nutzer, die ihre Fitness-Aktivitäten aus amerikanischen Militärbasen posteten, oft verbunden mit einer genauen Uhrzeit, Fotos der Einrichtung und voll erkenntlichen Klarnamen.
Seit 2018 warnt das Pentagon vor den Daten, die Strava und ähnliche Apps sammeln. Es ist US-Soldaten mittlerweile verboten, ohne Erlaubnis die Standort-Tracking-Funktion solcher Apps zu nutzen – durch ein geringes Bewusstsein und lückenhafte Durchsetzung blieb die Regelung jedoch vielfach auf dem Papier.
Die Episode blieb damals ohne ernstere Konsequenzen für die französische Marine. Beim Krieg im Iran könnte das allerdings anders sein. „Sky News“ betont, nicht sicher beweisen zu können, dass der Iran Strava-Daten für seine Angriffe verwendet. Jonathan Hackett, ein Experte für Spezialkräfte, sagt gegenüber dem Medium aber, es sei fast sicher, dass die Daten vergleichbarer Apps im Konflikt verwertet werden.
Und so gibt es einige Fälle, bei denen eine Nutzung der Fitness-Daten sehr plausibel wirkt. Etwa bei der Muwaffaq-Al-Salt-Basis in Jordanien. „Sky News“ schreibt, dass die geteilten Strava-Läufe der Soldaten ab April fast immer von einem bestimmten Teil der Barracken starteten. Am 17. Juli wurden genau diese Baracken dann zum Ziel eines iranischen Angriffs. Drei Soldaten starben.
CentCom, die militärische Leitung der amerikanischen Truppen im Nahen Osten, nahm keine Stellung zu den Recherchen. Strava selbst gab bekannt, dass es die Sicherheit und Privatsphäre seiner Nutzer ernst nehme. Personen, die in „sensiblen Bereichen“ arbeiteten, sollten zudem selbst auf ihr Verhalten achten.
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