Als Erlkönig getarnt, aber mit Hinweisschildern gebrandet: Audi schickt die Prototypen des A2 e-tron in einer PR-Aktion durch Dänemark.
Als Erlkönig getarnt, aber mit Hinweisschildern gebrandet: Audi schickt die Prototypen des A2 e-tron in einer PR-Aktion durch Dänemark.
Die Dänen staunten nicht schlecht, als vor kurzem zwei getarnte Prototypen in Kolonne durch Kopenhagen rollten und entspannt parkten. Doch ein echter Geheimtest sieht anders aus: Damit auch wirklich niemand übersieht, wer hier unterwegs ist, prangte auf der Fahrzeugflanke in großen Buchstaben der Schriftzug „Audi A2 E-tron Prototype“. Es handelt sich offenkundig nicht um einen zufälligen Schnappschuss eines Erlkönig-Jägers, sondern um eine gezielte PR-Inszenierung.
Dass Audi das Thema nun selbst weiter anheizt, hat einen einfachen Grund: Der A2 e-tron ist das Modell, mit dem die Marke mit den vier Ringen endlich wieder die wichtige Marke von unter 40.000 Euro im Elektro-Segment knacken will.
Die jüngsten Aufnahmen geben bereits einen detaillierten Blick auf das finale Design frei. Auffällig sind unter anderem sehr kleine, sogenannte Winglet-Türöffner an den Vorder- und Hintertüren. Die lang gestreckte Dachlinie und die durch einen integrierten Spoiler zweigeteilte Heckscheibe lassen Erinnerungen an den legendären ersten Audi A2 aufkommen, der vor 25 Jahren Weltpremiere hatte und nach der Produktion von lediglich 176.000 Exemplaren in Neckarsulm schon fünf Jahre später wieder vom Markt genommen wurde. Auf einen Heckscheibenwischer scheint Audi – ganz im Sinne der Aerodynamik – auch diesmal zu verzichten. An der Front zeigen die Videoaufnahmen aus Kopenhagen schmale, hoch sitzende Tagfahrleuchten, während die eigentlichen Hauptscheinwerfer darunter platziert sind.
Audi hat nach eigenen Angaben das Fahrzeug in den vergangenen Monaten harten Praxistests unterzogen: In Lappland wurden Batterie, Thermomanagement und Fahrdynamik bei Eis und Kälte erprobt. Im Windkanal lag der Fokus auf der Aerodynamik, um maximale Effizienz herauszuholen.
Technisch ist der A2 e-tron eng mit dem VW ID.3 Neo und dem (kürzlich aufgefrischten) Cupra Born verwandt und nutzt eine weiterentwickelte MEB-Architektur des Volkswagen-Konzerns. Auf seiner Website – wo vorerst nur die Silhouette des Stromers zu sehen ist – nennt Audi bereits die entscheidenden Leistungsdaten. Angeboten werden soll der Kompakt-Stromer demnach in vier Leistungsstufen. Das Spektrum reicht dabei von einer (Spitzen-)Antriebsleistung von 125 kW (170 PS) über 140 kW und 170 kW bis hin zur 240 kW (326 PS) starken Topversion.
Dank der aerodynamisch günstig geformten Karosserie und anderer Feinheiten soll sich der Audi A2 e-tron dabei mit einem Stromverbrauch von rund 13 kWh/100 km begnügen. In der effizientesten Konfiguration soll der Kompakt-Stromer dadurch bis zu 649 Kilometer weit kommen. Offizielle Angaben zu den Akkugrößen fehlen allerdings noch. Aus ist allerdings davon auszugehen, dass der Audi die gleichen Akkus verbaut haben wird wie seine Konzernschwestern. Also ist von Speicherkapazitäten zwischen 50 und 79 kWh sowie DC-Ladeleistungen von bis zu 183 kW auszugehen.
Audi hat den Einstiegspreis für den A2 e-tron offiziell auf 38.200 Euro festgesetzt. Damit rangiert der Ingolstädter preislich spürbar über seinem Konzernbruder VW ID.3 Neo, der im Konfigurator ab 33.995 Euro gelistet ist (und abzüglich der aktuellen VW-Kaufprämie effektiv bei 30.995 Euro startet). Der Audi ist somit rund 7.000 Euro teurer. Dafür fällt die Serienausstattung beim A2 e-tron bereits in der 125-kW-Basisversion deutlich umfangreicher aus als beim Volkswagen. So rollt der Audi auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern, verfügt serienmäßig über LED-Scheinwerfer, Abstandstempomat (ACC) und Rückfahrkamera. Auch zählen Sitz- und Lenkradheizung bereits ab der Variante mit 140 kW Antriebsleistung zum Serienumfang.
Die offizielle Weltpremiere des A2 e-tron ist für diesen Herbst angesetzt. Ab diesem Zeitpunkt sollen alle vier Leistungsstufen direkt bestell- und konfigurierbar sein. Produziert wird die neue Baureihe im Audi-Stammwerk in Ingolstadt. Für Audi ist das Modell von hoher strategischer Bedeutung: Es erweitert das Elektro-Portfolio nach unten hin deutlich unterhalb des Q4 e-tron. Wie groß der qualitative und technische Abstand zu den Volumenmodellen von Volkswagen im Alltag tatsächlich ausfällt, wird sich spätestens bei der vollständigen Präsentation im Herbst zeigen.
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