Ford startet in Sachen Elektro-Pick-Ups einen neuen Anlauf. Fathom heißt das Projekt.
Ford startet in Sachen Elektro-Pick-Ups einen neuen Anlauf. Nachdem der F-150 Lightning floppte, gibt es nun zwei Klassen tiefer mit dem Fathom einen neuen Versuch.
Die Kombination aus Elektroantrieb und einem Preis unter 30.000 US-Dollar soll ab 2027 Kunden zum Elektroantrieb locken und insbesondere den günstigen Slate Pick Up kontern. Als Ford vor Jahren eine Elektroversion seines F-150 ankündigte, jubelte die amerikanische Autoszene auf. Das meistverkaufte Fahrzeug der vergangenen fünf Jahrzehnte als Elektroversion – das musste ein Renner werden. Doch nach anfänglichen Verkaufserfolgen und einer Warteliste von 200.000 Kunden kam nach Lieferverzögerungen und Preiserhöhungen die schnelle Bauchlandung. Das Interesse an F-150 Lightning stockte und viele Kunden wollten wieder zurück in ihre Verbrenner – forderten gar wieder die imageträchtigen Achtzylinder, die zumeist von aufgeladenen Sechszylindern abgelöst worden waren.
Viele US-Nutzer merkten, dass der Lightning zwar ein guter Elektro-Pick-Up war, aber eben nicht so alltagstauglich wie jene F-150-Versionen, die seit fast 50 Jahren große Teile der USA bewegen.
Nachdem der Ford F-150 Lightning in den Preislisten von einer Hybridversion abgelöst wurde, versucht es der Autobauer aus Dearborn nunmehr ein bis zwei Klassen tiefer mit einer komplett neu entwickelten Elektroversion der sogenannten Midsize-Klasse, in der Ford aktuell mit den beiden Modellen Maverick und Ranger vertreten ist. Dabei ist der 5,10 Meter lange Maverick eher für die Märkte in Nord- und Südamerika gedacht, während der über 5,30 Meter lange Ford Ranger ein Weltauto ist, der auch in Europa und Asien kraxelt. Auf speziellen Märkten wie in Südafrika oder Australien wird der Ranger mit verkürzter Plattform auch als geschlossene Geländewagenvariante Everest angeboten – ebenso wie der Ranger marktspezifisch als Benziner, Diesel und Hybridmodell. Der kleinere Maverick wird als Fronttriebler von einem 2,5 Liter großen Vierzylinder mit CVT-Automatik angetrieben, der 191 PS leistet. Die Allradversion ist ein 2,0-Liter-Turbomotor mit Achtstufenautomatik und 250 PS.
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Ab kommendem Frühjahr wird es in der US-weit immer beliebter werdenden Pick-Up-Mittelklasse ein neues Modell geben, mit dem die Ford-Verantwortlichen hoffen, mehr Kunden in Elektrolager ziehen zu können. Hier hatte in den vergangenen 18 Monaten der Slate Truck für viel Aufsehen gesorgt. Die Billigversion zu Preisen ab 24.950 US Dollar lässt sich von einem einfachen Pick Up zu einem Geländewagen oder einem geschlossenen Crossover umbauen und trotz Unilack umfangreich individualisieren. Nur als Elektroversion mit einem 125 kW / 182 PS starken Hinterradantrieb im Programm und online vertrieben, sorgt die 65 kW große LFP- Batterie für Reichweiten von 330 Kilometern bis zum nächsten Ladestopp.
Halten sich andere Hersteller mit Namen und Preis bis kurz vor dem Marktstart meist zurück, geht Ford einen anderen Weg. Nunmehr wurde offiziell der Namen Fathom verkündet und zudem ein Einstiegspreis, der mit 28.350 US-Dollar auch preissensible SUV-Kunden und speziell den günstigen Slate Pick Up angreifen soll. Zudem wird Ford selbstbewusst damit, dass das neue Elektromodell – unterwegs auf der hauseigenen Universal-Plattform - trotz großer Ladefläche im Innenraum mehr Platz als der Toyota RAV4 und somit der meistverkaufte SUV überhaupt auf dem Weltmarkt haben soll. Fathom bedeutet ebenso viel- wie nichtssagend, etwas zu messen, was man an sich nicht sehen kann. „Wir haben unseren neuen mittelgroßen Elektro-Truck für einen Menschen entwickelt, den wir über Jahre hinweg kennengelernt haben“, sagt Kay Hart, General Managerin der Elektroabteilung Ford E, „wenn Kunden beginnen, die Technologie und das Design von Fathom zu entdecken, wird die Verbindung zwischen Name, Produkt und Fahrer deutlich.“
Neben einer geräumigen offenen Ladefläche wird es einen großen Frunk geben, sodass der Fathom für den beruflichen Alltag genauso geeignet sein soll wie für das freizeitorientierte Wochenende. Gerade das macht es vielen Herstellern in den USA mit den Elektromodellen so schwer, denn viele Amerikaner haben Quad, Boot, Kayak oder andere Gegenstände, die mit Anhänger oder auf eine Ladefläche transportiert werden müssen. Da gehen viele Elektromodelle in Sachen Reichweite in die Knie. Fehlende Schnellladepunkte sorgen dafür, dass es mit einem wochenendlichen Ausflug an einen See oder in die Berge per Elektropower oftmals nichts wird. Mit technischen Details hält sich Ford noch zurück, doch nach aktuellem Stand soll es neben der 400-Volt- Plattform eine Standard-Batterie mit rund 70 kWh und einen XL-Akku sowie Zwei- und Allradantrieb geben. Innen bietet der Fathom Platz für bis zu fünf Personen ein großes Zentraldisplay, sowie bidirektionales Laden und mit Blue-Cruise das Ford-eigene Fahrerassistenzsystem des Level 2+. Bestellstart soll ab Anfang des Jahres 2027 sein.
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Von Stefan Grundhoff
Das Original zu diesem Beitrag "Der Fathom-Konter" stammt von AutoTest&Technik.
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