Für 1.099 Euro verspricht Xiaomi einen 75-Zoll-Mini-LED-TV mit hoher HDR-Helligkeit und OLED-nahem Kontrast. Ob das gelingt, zeigt der Test.
Xiaomi will mit dem TV S Pro im LCD-Premium-Segment mitmischen. Ob das dem Smartphone-Hersteller gelingt? Der Test von COMPUTER BILD hat die Antwort.
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Für 1.099 Euro verspricht Xiaomi einen 75-Zoll-Mini-LED-TV mit hoher HDR-Helligkeit und OLED-nahem Kontrast. Ob das gelingt, zeigt der Test.
Mit dem Xiaomi TV S Pro schickt der chinesische Smartphone-Hersteller einen erstaunlich gut verarbeiteten Mini-LED-Fernseher ins Rennen. Löblich sind zudem die flotte Bedienung und eine dank Google TV riesige App-Abdeckung. Auch im Bild-Test überzeugte der TV – mit hoher HDR-Helligkeit und starken Kontrasten. Dafür zeigt der Xiaomi Farben etwas unpräzise und nur einen Bruchteil des zukunftsträchtigen BT.2020-Farbraums. Bei einem Preis von zum Testzeitpunkt 1.099 Euro fürs 75-Zoll-Modell lässt sich das aber verschmerzen.
Pro
Kontra
Die Zeiten, in denen chinesische Elektronik-Hersteller den Markt mit Billig-Produkten fluten, sind vorbei. Sicher, günstige Smartphones und Fernseher "made in China" gibt es immer noch. Doch greifen große Player wie
TCLund
Hisenseseit 2025 auch vermehrt im Premium-Bereich an. Xiaomi, eigentlich für
Smartphonesbekannt, zieht fürs Jahr 2026 nach und will mit dem Xiaomi TV S Pro im kontrast- und leuchtstarken
Mini-LED-Segmentmitmischen. Wie gut das gelingt, verrät COMPUTER BILD im Test.
Dass Xiaomi den TV S Pro in der LCD-Oberklasse antreten lassen will, merken wir schon an den Standfüßen. Die bestehen statt aus Plastik aus Metall und lassen sich mit jeweils zwei mitgelieferten Schrauben an der Gehäuse-Unterseite montieren. So steht der TV trotz ausladender 75-Zoll-Diagonale (immerhin 190 Zentimeter!) stabil auf unserem Testsideboard.

Ab Werk liefert der Xiaomi ein brillantes, wenn auch etwas unterkühltes Bild. Wer eine authentische Wiedergabe bevorzugt, wechselt in den Filmmaker Mode.
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Durch den Einrichtungsprozess führt uns die auf Android basierende Benutzeroberfläche Google TV. Hierbei ist ein (Google-)Konto Pflicht, wenn Nutzer mehr als die Basisfunktionen des TVs verwenden möchten – also etwa um Streaming-Apps herunterzuladen und zu nutzen. Haben sich User durch die AGB-Flut geklickt, landen sie auf dem für Google TV typischen Startbildschirm. Wie bei webOS oder Tizen nimmt Werbung einen Großteil des Bildes ein. Allerdings wirken Anzeigen und Film-Vorschläge weniger penetrant und lassen sich zudem in den Einstellungen auf ein Minimum reduzieren.

Der Google-TV kann HDMI-Quellen teilweise benennen. Sicher sagen kann er, ob die Geräte an- oder ausgeschaltet sind.
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Auch ist das Bild bereits im Werksmodus Normal erstaunlich brillant, wenn auch etwas zu kühl. Besser, Nutzer aktivieren den Filmmaker Mode. Mit einer SDR-Helligkeit von rund 200 Candela pro Quadratmeter (Hintergrundbeleuchtung auf Stufe 20 von 100) ist der Xiaomi zwar nah an der Studio-Referenz, praxisgerechter ist jedoch ein Helligkeitswert zwischen 40 und 50. Zum Vergleich: Im Standard-Modus leuchtet der Xiaomi ab Werk auf Stufe 47 von 100. Wichtig für HDR: Auch hier gibt es einen (HDR) Filmmaker Mode. Den müssen User für jede Quelle, also etwa Netflix oder den UHD-Blu-ray-Player am HDMI-Eingang, (einmalig) erneut auswählen. Erst dann merkt sich der TV die jeweilige Wunscheinstellung beim Wechsel von SDR zu HDR.

Die schmale Fernbedienung besteht zwar aus billigem Plastik, dafür gibt es eine Zehnertastatur, gummierte Tasten mit tollem Druckpunkt und spezielle Schaltflächen für die wichtigsten Streaming-Apps.
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Ob Spielfilm von der Scheibe oder Stream aus dem Netz – HDR-Inhalte zeigt der TV S Pro mit bis zu 1.413 Candela pro Quadratmeter. Damit strahlt der TV selbst in lichtdurchfluteten Räumen hell genug. Mehr Strahlkraft muss ein Fernseher auch nicht zwingend besitzen, um aktuelle HDR-Produktionen korrekt darstellen zu können. Denn die sind in der Regel mit 1.000 Candela pro Quadratmeter gemastert. Dazu kommt: Das Display des Xiaomi ist glossy, aber gut entspiegelt, sodass sich Reflexionen in Grenzen halten.

Die SDR-Bildeinstellungen überträgt der Xiaomi nicht automatisch auf HDR-Inhalte. Nutzer müssen den Filmmaker Mode für jede Quelle separat auswählen.
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Im Vergleich zu herkömmlichen LC-Displays, bei denen das Backlight an den Bildschirmrändern sitzt ("Edge-LED"), sind die Leuchtdioden beim Xiaomi über den gesamten Bildschirm verteilt und in sogenannten Dimming-Zonen angeordnet (wir haben nachgezählt, es sind 651). Damit kann der Fernseher sein Backlight bei hellen Bildinhalten zonengenau erstrahlen lassen und es bei dunklen maximal herunterdimmen. Im Test ergab das einen starken dynamischen Maximalkontrast von bis zu 20.700:1. Nur wer genau hinschaut, etwa auf die schwarzen Balken ober- und unterhalb von Spielfilmen, merkt: So tief wie bei
OLEDist das Schwarz nicht. Der Xiaomi ist aber verdammt nah dran!

Xiaomi geht die Extrameile und zahlt Lizenzkosten für das Raumklang-Format DTS. Bravo!
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Gemischte Gefühle hatten wir dagegen beim Farb-Check. Gut performte der China-TV bei der Farbraumabdeckung: Im Test ergab die Messung mit
Calman-Software und zugehörigem Kolorimetereine 94,66-prozentige Abdeckung des fürs normale TV-Schauen relevanten sRGB-Farbraums sowie eine 91,24-prozentige Abdeckung des für HDR-Inhalte wichtigen DCI-P3-Farbraums. Vom zukunftsträchtigen HDR-Farbraum BT.2020 zeigte der Xiaomi zwar nur 66,48 Prozent. Das ist mangels wenig verfügbarer Inhalte aktuell aber noch kein Beinbruch.

Auf ins Schlachtengetümmel! Dank Bildwiederholraten bis 144 Hertz und einer unkritischen Controller-Eingabeverzögerung von 15,7 Millisekunden lassen sich Niederlagen nicht auf die Technik des Fernsehers schieben.
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Schwerer wiegt die mäßige Blickwinkelstabilität. Zwar bleibt der hohe Maximalkontrast auch bei schräger Draufsicht erhalten, Farben verwaschen aber schnell. Nutzer schauen also besser frontal auf den Bildschirm des Xiaomi. Etwas hoch ist auch die Farbabweichung. Sie bestimmt, wie präzise ein Fernseher Farben darstellt. In dieser Disziplin kam der TV S Pro selbst im Filmmaker Mode nur auf ein Delta E (numerischer Abstand oder die Differenz zwischen zwei Farben) von 4,36.

Während der Kontrast bei seitlicher Draufsicht erhalten bleibt, verwaschen Farben bei steilen Blickwinkeln. Hier ist OLED klar stärker.
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Um das bestmögliche Bild zu zeigen, stattet Xiaomi seinen Mini-LED-Fernseher mit
Dolby Vision und HDR10+aus. Liegen entsprechende Inhalte vor, etwa auf Netflix oder Amazon Prime Video, liest der TV die zugehörigen Metadaten aus und passt die Wiedergabe Szene für Szene und teilweise sogar Bild für Bild an seine Fähigkeiten an. Damit stellt das Gerät sicher, dass helle Szenen nie überbelichtet sind und in dunklen keine Details verloren gehen.

Die authentischste Dolby-Vision-Darstellung erhalten User im Dolby Vision Filmmaker Mode.
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Überraschend gut schnitt der Xiaomi TV S Pro beim Test der Bewegungsglättung ab. Die ist sinnvoll, um eine ruckelfreie Wiedergabe von 24p-Material – meist Kinofilme – zu gewährleisten. Hierzu setzt der Fernseher prognostizierte
Zwischenbilderein und lässt Inhalte so geschmeidiger aussehen. Das Problem? Liegt der TV mit seiner Vorhersage daneben, können sich Geisterbilder und Artefakte um Personen oder Gegenstände bilden – das passiert häufig bei hektischen Bewegungen. Im Test ließ sich der Xiaomi jedoch selbst auf der höchsten Stufe selten zu Bildfehlern hinreißen, mit einer Bewegungsglättung auf Mittel quasi gar nicht.

Erstaunlich gut gelang dem Xiaomi TV S Pro die Bewegungsglättung im Test. Als praxisgerecht empfiehlt sich eine mittlere Einstellung.
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Zu einem guten Bild gehört guter Ton. Obwohl der Xiaomi nur zwei nach unten gerichtete Stereo-Lautsprecher besitzt, klingt er vergleichsweise voluminös. Das ist (auch) der Gehäusedicke von über 7 Zentimetern zu verdanken. Dadurch scheppert der TV selbst bei hohen Lautstärken nicht. Am ausgewogensten klingen Inhalte im Tonmodus Normal. Die Klang-Option Film ist zwar sehr weiträumig, aber auch etwas hohl und hallend.

Bei den Anschlüssen fällt der Xiaomi-TV hinter teurere Modelle zurück, denn von den drei HDMI-Buchsen verabeiten nur zwei hohe Bildraten. Zudem ist kein USB-Recording von TV-Sendungen auf Festplatte möglich.
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Vorteil der 75-Zoll-Version und der weit außen angebrachten Standfüße: Es lassen sich Soundbars bis 140 cm direkt vor dem Xiaomi platzieren. Koppeln lassen sich die Klangriegel, aber auch klassische Heimkinosysteme über den HDMI-eARC-Anschluss des TVs. Wichtig für Gamer: Mit gekoppelter Audio-Lösung ist eine der zwei 144-Hertz-Buchsen belegt. HDMI-Port Nummer drei schafft nur 60 Hertz. Wer aber ohnehin nur eine Konsole oder einen Gaming-PC besitzt, sollte keine Probleme bekommen.
Xiaomi
1.099,00 EUR
Mit dem Xiaomi TV S Pro schickt der chinesische Smartphone-Hersteller einen erstaunlich gut verarbeiteten Mini-LED-Fernseher ins Rennen. Löblich sind zudem die flotte Bedienung und eine dank Google TV riesige App-Abdeckung. Auch im Bild-Test überzeugte der TV – mit hoher HDR-Helligkeit und starken Kontrasten. Dafür zeigt der Xiaomi Farben etwas unpräzise und nur einen Bruchteil des zukunftsträchtigen BT.2020-Farbraums. Bei einem Preis von zum Testzeitpunkt 1.099 Euro fürs 75-Zoll-Modell lässt sich das aber verschmerzen. Außer in der von uns geprüften Variante gibt es den Xiaomi bei ansonsten gleichbleibender Technik in folgenden Größen:
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