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Mitarbeiter fängt Drohne ab – erst später wird Gefahr klar

Дата публикации: 05-08-2026 15:23:00

Kurz vor Mitternacht am Dienstagabend fliegt eine Drohne über das Vorfeld des Flughafens Halle-Leipzig. Ein Mitarbeiter kann sie stoppen. Erst später wird klar, was er damit wohl verhindert hat. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Vorfall am Flughafen Leipzig-Halle

Mitarbeiter fängt Drohne ab – erst später wird Gefahr klar

Terror-Experte: "Erstes Mal, dass es um Zerstörung geht"

Mittwoch, 05.08.2026, 17:23

Kurz vor Mitternacht am Dienstagabend fliegt eine Drohne über das Vorfeld des Flughafens Halle-Leipzig. Ein Mitarbeiter kann sie stoppen. Erst später wird klar, was er damit wohl verhindert hat. Eine Chronologie der Ereignisse.

  • 23.42 Uhr: Ein Flughafen-Mitarbeiter des Bodenpersonals bemerkt eine Drohne, die in geringer Höhe über das Vorfeld des Flughafens fliegt. Um 23.42 Uhr bringt er das Fluggerät zu Boden und informiert die Sicherheitskräfte, wie die „Bild“ berichtet.
  • 23.53 Uhr: Die Bundespolizei trifft ein und stuft die Drohne als unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) ein. Die Drohnenabwehr des Flughafens erfasst eine zweite Drohne. Der Flughafen löst Großalarm aus und stellt den Flugbetrieb ein.
  • 0.03 Uhr: Ein DHL-Frachtflugzeug aus Marseille, das wegen der Sperrung durchstarten musste, kollidiert rund sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in etwa 400 Metern Höhe mit einem unbekannten Gegenstand. Die Maschine landet sicher in Hannover. Dort werden leichte Schäden am Frontbereich festgestellt. Die Piloten vermuten einen Zusammenstoß mit einer Drohne. Die Ermittler halten es für möglich, dass es sich um die zuvor erfasste zweite Drohne handelt. Die Polizei Niedersachsen stuft den Vorfall als Staatsschutzdelikt ein und sichert Spuren an der Maschine.
  • 0.18 Uhr: Kurz danach wird ein Krisenstab eingerichtet. Einsatzkräfte durchsuchen beide Start- und Landebahnen sowie die Rollwege. Verdächtige Gegenstände werden nicht gefunden. Im weiteren Verlauf der Nacht wird die an der sichergestellten Drohne entdeckte Substanz untersucht. Ein erster Test weist Nitrate nach. Später kommen die Ermittler zu dem Schluss, dass es sich mutmaßlich um ein Gemisch aus Düngemittel und Benzin handelt.

Ein Kriminaltechniker arbeitet neben einem Sprengroboter

Ein Kriminaltechniker arbeitet neben einem Sprengroboter Hendrik Schmidt/dpa
  • 1.55 Uhr: Der Nordbereich des Flughafens und die Nordbahn werden in Abstimmung mit dem Krisenstab wieder freigegeben.
Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
  • 3.35 Uhr: Eine Passagiermaschine aus Mallorca, die zuvor nach Nürnberg ausgewichen war, landet in Leipzig. Die Passagiere verlassen das Flugzeug.
  • 5.00 Uhr: Der Flugbetrieb wird auf der Nordbahn wieder aufgenommen. Die Südbahn bleibt wegen der laufenden Ermittlungen zunächst gesperrt.
  • ab 6.00 Uhr: Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) übernehmen die Ermittlungen. Sie schließen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb ist auch das PTAZ im Einsatz, heißt es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.
  • ca. 14.00 Uhr: Spezialisten der Bundespolizei entschärfen die Drohne samt Sprengvorrichtung. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wurde der Zünder einer noch unbekannten Sprengvorrichtung entfernt.
  • 14.57 Uhr: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterbricht seinen Urlaub in Italien. Der CSU-Politiker reist zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen an, teilt sein Ministerium in Berlin mit.
  • 16.24 Uhr: Der gefundene Sprengsatz reagiert nach Informationen aus Ermittlerkreisen bei einem ersten Test positiv auf Nitrate. Nach übereinstimmenden Berichten von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ wurden an dem Sprengsatz zudem Spuren des Sprengstoffs PETN festgestellt. Sicherheitskreisen zufolge war die Drohne mit rund 800 Gramm Sprengstoff präpariert. Zu den genauen Bestandteilen des Sprengsatzes dauern die Ermittlungen an.
  • 17.15 Uhr: Der Sprengsatz wird von Experten kontrolliert gesprengt.

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