Die Hitze setzt dem Bodensee in diesem Sommer stark zu. Neben dem für diese Jahreszeit historisch niedrigen Pegelstand belasten zudem giftige Blaualgen und örtliche Badeverbote Anwohner und Urlauber.
Die Hitze setzt dem Bodensee in diesem Sommer stark zu. Neben dem für diese Jahreszeit historisch niedrigen Pegelstand belasten zudem giftige Blaualgen und örtliche Badeverbote Anwohner und Urlauber.
Der Bodensee sollte derzeit eigentlich seinen Höchststand erreichen. Aktuell liegt der Pegel jedoch rund 1,20 Meter unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau. Die Lage wird für die Schifffahrt zunehmend kritisch. Sollte der Wasserstand weiter sinken, müssen in etwa zwei Wochen voraussichtlich die ersten Boote den Lindauer Hafen verlassen und auf andere Liegeplätze ausweichen. Zusätzlich hat die anhaltende Hitze die Bildung von Blaualgen begünstigt. Diese können Hautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall verursachen. Besonders für Hunde stellen die sogenannten Cyanobakterien eine erhebliche Gefahr dar.
Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt der Forscher Piet Spaak die Ursachen der aktuellen Situation: „In diesem Winter gab es kaum Schnee. Kaum Schnee bedeutet kaum Schmelzwasser und somit wenig Wasser, das vom Rhein in den See fließt.“ Hinzu komme die anhaltende Hitze, durch die viel Wasser verdunstet. Derzeit fließen bei Stein am Rhein rund 210 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Bodensee ab, während lediglich 120 Kubikmeter pro Sekunde über die Zuflüsse nachkommen.
Eine ähnliche Lage zeigt sich am Untersee in Mannenbach. Aufgrund des niedrigen Wasserstands können Passagierschiffe dort teilweise nicht mehr anlegen. Bootsbesitzer Roland Bonath beschreibt die Situation wie folgt: „Unser Problem ist tatsächlich der Wasserstand. Unser Motor sitzt praktisch schon im Schlamm. Wenn es jetzt noch mal zehn Zentimeter heruntergeht, können wir mit unserem Boot nicht mehr an unseren Platz kommen.“ Auch Segellehrer Kolja Packard von der Insel Reichenau blickt mit Sorge auf die Entwicklung: „Wenn wir diese Situation immer wieder haben, haben die großen, tiefgehenden Schiffe natürlich jedes Mal Probleme. Sie sind vielleicht nicht ganz natürlich für dieses Revier.“
Trotz des sinkenden Wasserstands wird der Bodensee nicht austrocknen und auch in Zukunft Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen. Spaak fasst die Situation wie folgt zusammen: „An sich geht es dem See gut.“ Dennoch können wir alle dazu beitragen, den Bodensee als wertvollen Lebens- und Erholungsraum langfristig zu bewahren. Dazu gehört beispielsweise, Ausrüstung gründlich zu reinigen, um die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Auch der Einsatz von Schiffen mit geringerem Tiefgang kann eine Möglichkeit sein, um sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.
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