Ein an Krebs erkrankter Mann aus Norwegen wurde 18 Jahre lang mit dem falschen Medikament behandelt. Er litt unter Erschöpfungszuständen und verlor seinen Job. Der Fall landete schließlich vor Gericht.
Ein an Krebs erkrankter Mann aus Norwegen wurde 18 Jahre lang mit dem falschen Medikament behandelt. Er litt unter Erschöpfungszuständen und verlor seinen Job. Der Fall landete schließlich vor Gericht.
Im Jahr 1997 entdeckte ein Mann aus der Region Finnmark in Norwegen einen Knoten am Hals. Die Diagnose lautete Schilddrüsenkrebs. Innerhalb eines halben Jahres wurde er zweimal operiert. Nach der zweiten Operation erhielt er eine höhere Dosis Levaxin, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Über den Fall berichtet der norwegische Sender NRK.
Allerdings ist das Medikament nur zur Behandlung der häufigsten Form von Schilddrüsenkrebs vorgesehen. Der Patient litt jedoch an einer anderen, selteneren Krebsart, die nicht mit demselben Medikament behandelt werden sollte. Dennoch erhielt er bis 2015 – also fast 18 Jahre lang – eine hohe Dosis davon.
Diese Behandlung führte zu Erschöpfung, Schlaflosigkeit und Konzentrationsproblemen. In der Folge verlor der Mann seine berufliche Existenz, Freunde und Beziehungen und wurde schließlich arbeitsunfähig.
Der Fall landete vor Gericht. Es wurde festgestellt, dass der Mann jahrelang falsch behandelt wurde. Das Gericht sprach 2026 dem heute etwa 60-Jährigen 7,05 Millionen norwegische Kronen (etwa 640.000 Euro) zu. Zusätzlich muss der Staat rund 1,03 Millionen Kronen (etwa 93.000 Euro) Prozesskosten übernehmen. Der Anwalt des Mannes hofft, dass der fast 30 Jahre alte Fall damit nun abgeschlossen ist. Der Staat kann allerdings noch Einspruch einlegen.
Bedauerlicherweise passieren Fehldiagnosen. Auch bei Mirjam Müller. Sie litt an extrem schmerzhaften Durchfällen. Ärzte vermuteten Lungenkrebs. Doch Müller holte sie sich eine Zweitmeinung ein, wechselte die Klinik. Schon nach drei Tagen verbesserte sich ihr Zustand.
„Im April dachte ich, dass ich nur noch ein paar Wochen zu leben habe“, so die Hamburgerin Mirjam Müller. Zu dem Zeitpunkt im vergangenen Jahr hatte sie zehn Kilo Gewicht verloren und extreme Schmerzen. Heute sagt sie über die Ärzte, bei denen sie zunächst in Behandlung war: „Die haben mir einfach beim Sterben zugeschaut.“
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