Eine mit Donald Trump verbündete US-Ölfirma bereitet in Grönland Bohrungen vor, obwohl die Genehmigung der Behörden fehlt. Nach dem unerlaubten Entladen von Ausrüstung macht Grönland eine klare Ansage.
Eine mit Donald Trump verbündete US-Ölfirma bereitet in Grönland Bohrungen vor, obwohl die Genehmigung der Behörden fehlt. Nach dem unerlaubten Entladen von Ausrüstung macht Grönland eine klare Ansage.
Das texanische Unternehmen Greenland Energy hat im abgelegenen Jameson Land an der Ostküste Grönlands ungenehmigt Bohrausrüstung an Land gebracht, wie die britische Zeitung „The Guardian“ meldet. Demnach lud ein Frachtschiff dort ein Dutzend Container ab.
Grönlands Regierung reagierte mit einer deutlichen Warnung und erklärte: „Alle künftigen logistischen Angelegenheiten müssen der Mineralressourcenbehörde mitgeteilt und von ihr genehmigt werden – bevor sie durchgeführt werden.“ Dem „Guardian“-Bericht zufolge weigerte sich die US-Firma bisher, Fragen zu dem Vorfall zu beantworten.
Das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen weist enge Verbindungen zu Donald Trump auf, der jüngst erneut Ansprüche auf das arktische Territorium erhob. Neben Vorstandsmitgliedern aus Trumps Umfeld engagierte die Firma auch einen bekannten Fernsehmoderator für eine Dokumentation über das Projekt. Die grönländische Regierung zögert derzeit mit einer Aufforderung zum Abzug der Geräte, um Trump keinen Vorwand für weitere Schritte zu liefern. Wie „The Guardian“ berichtet, läuft das Genehmigungsverfahren für die geplanten Bohrungen offiziell noch weiter.
Trotz der fehlenden Genehmigung plant Greenland Energy, bereits im kommenden Monat mit den Arbeiten zu beginnen. Am 12. September soll ein Schiff mit rund 300 Containern Bohrausrüstung von Kanada aus in Richtung Grönland in See stechen. Die tatsächlichen Erkundungsbohrungen im Jameson Land sollen dann im Oktober starten. Nach Angaben des Unternehmens soll zunächst nur ein einzelnes Bohrloch angelegt werden.
Obwohl Grönland bereits im Jahr 2021 die Vergabe neuer Ölbohrlizenzen aus Umweltschutzgründen gestoppt hat, will die US-Firma das Projekt vorantreiben. Sie kooperiert dafür mit einem britischen Unternehmen, das noch über ältere Erkundungsrechte in der betroffenen Region verfügt. Die geplanten Bohrungen sollen in einem Feuchtgebiet stattfinden, das eigentlich unter dem Schutz der Ramsar-Konvention steht. Im Juni hatte ein Firmenvertreter vor Ort fälschlicherweise behauptet, die Erlaubnis für das Entladen der Ausrüstung liege bereits vor. Firmenchef Larry Swets entschuldigte sich später und sagte: „Unsere Begeisterung für das Projekt verleitete uns zu einer Kommunikation, die Verwirrung stiftete.“