Der 12. August 2026 bringt zwei Himmelshighlights – eine in Deutschland partielle Sonnenfinsternis und die Sternschnuppen der Perseiden.
Der 12. August 2026 bringt zwei Himmelshighlights – eine in Deutschland partielle Sonnenfinsternis und die Sternschnuppen der Perseiden.
Himmelsbeobachter haben den 12. August 2026 schon lange im Kalender stehen. An diesem Tag schiebt sich der Neumond von Europa aus gesehen wieder vor die Sonne und sorgt im Westen des Kontinents für eine totale Sonnenfinsternis. Total ist die Eklipse in einem maximal 293 Kilometer breiten Streifen, der von Teilen Grönlands über den Westen Islands und Nordspanien bis zu den Balearen verläuft. In diesem Bereich verschwindet die Sonne für maximal zwei (bei Island) oder rund anderthalb Minuten (Palma) vollständig hinter dem Mond.
Östlich dieses Streifens ist die Finsternis noch tief partiell. Von Deutschland aus gesehen werden zum Höhepunkt der Finsternis rund 80 bis 90 Prozent der Sonne bedeckt – ein auf Jahrzehnte unerreichter Wert und so viel wie seit der totalen Finsternis am 11. August 1999 nicht mehr!
Paul Hombach, Autor, Keynote-Speaker und Podcaster, ist Astronomie-Experte. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Das Ereignis dauert insgesamt rund eindreiviertel Stunden – so lange braucht der Mond, bis er einmal komplett vor der Sonne hergezogen ist. Es findet für unsere Breiten in den späten Nachmittags- bzw. frühen Abendstunden statt, was bedeutet: Erstens steht die Sonne schon recht tief über dem Westhorizont. Zweitens ist der Finsternisverlauf für die meisten Orte im deutschen Sprachraum nicht vollständig zu sehen, die Sonne geht noch teilverfinstert unter.
In jedem Fall sollten Sie zur Beobachtung einen Standort mit freiem Blick zum westlichen Horizont aufsuchen, um die Finsternis möglichst lange verfolgen zu können.
Der Beginn der partiellen Verfinsterung tritt, für Frankfurt am Main gerechnet, um 19:20 MESZ ein. Abhängig von Ihrem tatsächlichen Beobachtungsort sind es wenige Minuten früher (Norddeutschland) oder später (Süddeutschland).
Ebenso variiert die Zeit der maximalen Bedeckung um einige Minuten. In Rostock tritt sie um 20:07 MESZ ein, in Freiburg um 20:18 MESZ. Es gibt noch einen weiteren interessanten Zusammenhang: Von Nordosten nach Südwesten nimmt der Grad der größten Verfinsterung zu: In Stralsund sind maximal 83, in Weil am Rhein fast 91 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt.
Für die Beobachtung eines möglichst langen Teils der Finsternis hingegen gilt ein Nordwest – Südost-Gefälle: Auf Sylt geht die Sonne erst unter, nachdem der Mond sie wieder völlig freigegeben hat, in Wien fällt schon das Finsternismaximum mit dem Sonnenuntergang zusammen.
Da die Sonne zum Höhepunkt der Finsternis in weiten Landesteilen bereits tief am westlichen Himmel steht, ist sie von manchen Volkssternwarten aus je nach Lage und örtlicher Bebauung evtl. nicht mehr zu sehen. Dennoch werden einige Institute ihre Pforten öffnen.
Zudem sind Livestreams der Finsternis geplant, sowohl aus Deutschland als auch aus Spanien, wo die totale Finsternis zu bewundern ist. Solche Angebote finden im Rahmen der Langen Nacht der Astronomie statt, an der sich zahlreiche astronomische Einrichtungen in Deutschland beteiligen.
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In der auf die Finsternis folgende Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der jährliche Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. Da der Mond wenige Stunden zuvor noch vor der Sonne stand, stört sein Licht in diesem Jahr die Beobachtung der Meteore nicht. Die flüchtigen Leuchterscheinungen entstehen, wenn Staubkörner aus dem interplanetaren Raum auf die Erde treffen und in rund 80 Kilometer Höhe in der dünnen Atmosphäre verdampfen.
Was wir bei der nächtlichen Beobachtung als Leuchtspur sehen, ist in der Regel die „Bremsspur“ der ein- bis zehn Millimeter großen Teilchen, die Luftmoleküle durch Reibung für Sekundenbruchteile zum Leuchten anregen. Die Perseiden werden durch Staubkörnchen verursacht, die der Komet 109P/Swift-Tuttle entlang seiner Bahn verteilt hat. Einmal pro Jahr durchquert die Erde dessen dünne Staubschleppe. Die Sternschnuppen scheinen aus der Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen, daher der Name Perseiden. Dieses Sternbild steht im Laufe der Nacht immer höher am Himmel. Von dort ausgehend können die Meteore überall am Himmel aufleuchten. Suchen Sie sich einen dunklen Standort, von dem aus Sie möglichst viel des Himmels überblicken können.
Schauen Sie bequem nach oben. In einer dunklen, klaren Nacht können Sie realistischerweise mit 20 Sternschnuppen pro Stunde rechnen, darunter einige auffallend helle. Viel Spaß beim Beobachten!
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