Egal ob am nahen Campingplatz oder an fernen Stränden: Urlaub und Reisen gehören für die meisten Deutschen zum Sommer. Dabei kann das Reisenunterschiedliche Funktionen erfüllen.
SWR1 Sonntagmorgen am 16.08.2026
Wie Reisen uns verändern könnenEgal ob am nahen Campingplatz oder an fernen Stränden: Urlaub und Reisen gehören für die meisten Deutschen zum Sommer. Dabei kann das Reisen unterschiedliche Funktionen erfüllen.
"Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen", schrieb der deutsche Dichter Matthias Claudius bereits im Jahr 1786. Im 18. Jahrhundert war das Reisen noch deutlich beschwerlicher als heute und häufig Adeligen vorbehalten.
Reisen als FreizeitbeschäftigungDavon kann heute keine Rede mehr sein. Rund 57,1 Millionen Menschen haben 2025 eine Reise von mehr als fünf Tagen unternommen. Das beliebteste Reiseland ist Spanien, gefolgt von der Türkei und Italien. Auch Kreuzfahrten waren im vergangenen Jahr so beliebt wie nie.
Mehr als 1,5 Millionen Menschen haben 2025 von Deutschland aus eine Hochseekreuzfahrt angetreten. Auf den großen Schiffen sind auch Seelsorger wie Axel Werner mit an Bord.
Er feiert Gottesdienste mit den Passagieren oder ist da, wenn Menschen keinen Urlaub von ihren Sorgen nehmen können. Auch für die Besatzung, die oft Wochen und Monate von zu Hause weg ist, ist Werner da.
Reisen als HerausforderungFür Reisejournalist Andreas Pröve wäre ein Kreuzfahrtschiff wahrscheinlich nicht das Richtige. Ihn treiben die Neugier und die Suche nach Herausforderungen an immer neue Orte.
Immer mit dabei: Sein Rollstuhl als Fortbewegungsmittel. Um besser voranzukommen, hat dieser sogar einen kleinen Motor. Bis zu 40 km/h schnell kann Pröve damit fahren und ordentlich Strecke machen. Mit ihm war Pröve schon in China, Myanmar und viele Male in Indien, wie er im Gespräch mit dem SWR erzählt.
Einen ganz einfachen Grund für die große Reiselust vieler Menschen nennt Dr. Sabrina Seeler vom Deutschen Institut für Tourismusforschung im Gespräch mit dem SWR: Reisen macht glücklich. Es ermöglicht Menschen, aus dem Alltag auszubrechen, neue Dinge kennenzulernen und so ihren Erfahrungsschatz zu erweitern.
Und dafür ist es ganz egal, ob man zwei Wochen oder zwei Monate unterwegs ist. Auf Reisen reflektierten viele Menschen über ihren Alltag und entschieden dann bewusst darüber, was sie künftig anders gestalten wollten.
Die große Lust am Reisen führe aber auch dazu, dass negative Aspekte des Reisens wie Umweltverschmutzung ausgeblendet werden. Hier könne es helfen, Reisen gut zu planen und lieber eine etwas längere Reise pro Jahr zu unternehmen als mehrere kürzere. Und natürlich seien kleine Hotels von lokalen Betreibern den großen internationalen Ketten vorzuziehen.
Moderator SWR1 Sonntagmorgen
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