LINZ. Eva Schobesberger hat angesichts der spürbaren Auswirkungen der Klimakrise gestern die Inaktivität vieler Verantwortungsträger kritisiert.
Von Christian Diabl, 13. August 2026, 14:01 Uhr
Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer kann die Kritik der Grünen nicht nachvollziehen.
Bild: (Volker Weihbold)
Mit Verwunderung reagiert das SPÖ-Regierungsteam auf den gestern von den Linzer Grünen präsentierten Zehn-Punkte-Plan für mehr Hitzeschutz und der damit verbundenen Kritik an der Inaktivität vieler politischen Verantwortungsträger.
Der nun präsentierte Plan der Grünen enthalte vieles, das bereits bestehe oder umgesetzt werde. "Wir beginnen beim Hitzeschutz nicht bei null, sondern bauen auf zahlreichen bestehenden Maßnahmen auf", sagt Bürgermeister Dietmar Prammer (SP). Vizebürgermeisterin Merima Zukan (SP) verweist auf Standards für klimaresiliente städtische Gebäude, die derzeit finalisiert und im Herbst präsentiert würden. "Damit schaffen wir klare Grundlagen für Beschattung, Kühlung und eine klimaresiliente Weiterentwicklung unserer Gebäude", sagt Zukan.
"Bäderangebot ist herausragend"Kostenlose Möglichkeiten zur Abkühlung gebe es bereits, sagt Vizebürgermeisterin Karin Leitner (SP), sieben Kinderfreibäder sowie Pichlinger See, Pleschinger See und Kleiner Weikerlsee seien kostenlos zugänglich, bei den Bäderpreisen zähle Linz zu den günstigsten Landeshauptstädten. "Unser Bäderangebot ist herausragend im Bundesvergleich und wird zudem stetig weiterentwickelt", sagt Leitner.
Prammer kritisiert weiter, dass Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) gemeinsam erreichte Erfolge der Stadtregierung kleinreden würde.
Klimamilliarde wäre willkommenWillkommen wäre, so Prammer, eine zusätzliche Klimamilliarde des Bundes für Städte und Gemeinden, wie sie Schobesberger gefordert hat. "Angesichts der vielen ungedeckten Schecks der vergangenen schwarz-grünen Bundesregierung wird aber auch zu beantworten sein, woher dieses Geld kommen soll", sagt Prammer. Dauerhaft wichtiger sei eine Entlastung der Städte und Gemeinden, niedrigere Landesumlagen und mehr Spielraum für Investitionen.
Grüne Kritik und zehn Punkte für HitzeschutzKlimastadträtin Schobesberger drängte gestern auf eine Umsetzung bereits beschlossener Konzepte, um die Auswirkungen der Hitze in der Stadt für die Menschen erträglicher zu machen und kritisierte die Inaktivität auf allen politischen Ebenen. Gleichzeitig präsentierte sie einen Zehn-Punkte-Plan für mehr Hitzeschutz in der Stadt.
Dazu zählen Hitzeschutz für Seniorenheime, Krabbelstuben, Kindergärten und Schulen, kostenlose Freibäder für Kinder und Jugendliche in den Ferien oder verpflichtende Maßnahmen bei großen Bauprojekten wie Dachgärten, Bäume oder Fassadenbegrünung. Ähnlich wie beim Hochwasserschutz sollen Maßnahmen bei Dürre und Trockenheit besser zwischen den politischen Ebenen, den Gemeinden und den Ressorts koordiniert werden. Von Bund und Land fordern die Linzer Grünen Geld, damit die Gemeinden Maßnahmen gegen Hitze finanzieren können.
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