Am Montag ist Baustart für einen neuen Bahnsteig am Bahnhof Laim. Für die Fahrgäste bedeutet das mindestens zwei Jahre Erschwernisse.
Stand: 14.08.2026, 20:01 Uhr
Von: Dirk Walter

Am Montag ist Baustart für einen neuen Bahnsteig am Bahnhof Laim. Für die Fahrgäste bedeutet das mindestens zwei Jahre Erschwernisse.
München – Die Operation Laim beginnt: Ab kommenden Montagabend, 17. August, gegen 22.15 Uhr wird ein weiterer Puzzlestein im Mammutprojekt 2. Stammstrecke in Angriff genommen: die Fertigstellung des neuen Bahnhofs Laim. Teil 1, der Bau des neuen Bahnsteigs auf der Nordseite, ist bereits weitgehend abgeschlossen. Jetzt beginnt Teil 2: Abriss und Neubau des Bahnsteigs, an dem bisher die Züge stadteinwärts halten.
Der Bahnsteig stadteinwärts wird versetzt neu gebautDer Umbau erfolgt im laufenden Betrieb. Um die Komplexität der Bauarbeiten zu verdeutlichen, vergleicht ein Bahnsprecher die Bauarbeiten mit dem „Umbau einer vierspurigen Straßenkreuzung, während der Verkehr weiterläuft“. Geplant ist, dass der neue Bahnsteig Richtung Westen und Norden verschoben wird, sodass er genau parallel zum Bahnsteig für die Züge stadtauswärts liegt. Er wird insgesamt auch einige Meter breiter sein als bisher. Die Bahnsteige, so geht aus Unterlagen hervor, die unserer Redaktion vorliegen, erhalten an beiden Enden Rolltreppen, am Ostende ist auch je ein Aufzug vorgesehen, der den Anschluss an die Umweltverbundröhre gewährleistet. Diese neue Bahnunterführung soll ebenfalls 2028 (zwei Jahre später als zunächst geplant) fertiggestellt werden. Der Laimer Bahnhof wird künftig vier Gleise haben, doch das ist Zukunftsmusik. Übergangsweise bis mindestens Mitte 2028, so die derzeitige Angabe der Bahn, sind es nur zwei. Daher können Züge der S3, S4, S6 und S8 stadteinwärts nicht mehr in Laim halten. Fahrgäste, die dorthin wollen, müssen ab 25. August eine Station weiter bis zum Hirschgarten fahren und dann eine Station zurückfahren. Nur die S1 und S2 werden stadteinwärts ebenfalls ab 25. August in Laim halten, künftig aber am bereits neu gebauten Bahnsteig.
Um den Abriss vorzubereiten, wird die Stammstrecke ab kommenden Montagabend bis 25. August teilweise gesperrt. Jede Linie hat einen Sonderfahrplan. So fährt zum Beispiel die S1 nur zwischen Freising/Flughafen und Moosach, die S2 zwischen Altomünster/Petershausen und Heimeranplatz sowie im Osten zwischen Hackerbrücke und Erding und die S4 nur zwischen Geltendorf und Pasing. Auch für die anderen Linien gibt es Sonderfahrpläne.

Beim Ersatzverkehr will die Bahn ein Chaos, wie zuletzt Ende Mai, unbedingt vermeiden. Damals ballten sich aufgrund einer Stammstrecken-Sperrung und unzureichend geplanten Ersatzverkehrs Menschenmengen am Starnberger Flügelbahnhof, es war gefährlich eng. Das soll entzerrt werden. Daher fahren die S6 und S8 direkt von Pasing weiter in die Haupthalle des Hauptbahnhofs. Es gebe alle zehn Minuten Langzüge für bis zu 1800 Fahrgäste und zusammen mit den Regionalzügen ab Pasing pro Stunde zehn Fahrtmöglichkeiten. Auch soll „mehr Personal die Fahrgastströme besser lenken“, betont der Bahnsprecher.
Das sei ja alles sinnvoll, kommentiert ein Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. Die Sperrungen seien aber ärgerlich. „Keine Autobahn würde so lang gesperrt.“ Die Bahn habe durch den gleichzeitigen Umbau des Hauptbahnhofs so viele Bauprojekte, „die sie nicht koordiniert bekommt“. Zudem fehle ein öffentlich einsehbarer Langzeit-Projektplan mit den wesentlichen Schritten, „das würde den ein oder anderen Fahrgast schon interessieren“.

Anekdote am Rande: Durch den Abriss in Laim spart sich die Bahn die Instandsetzung des alten Aufzugs auf dem Bahnsteig, der nun wegkommt. Dieser Aufzug war schon seit 2024 defekt. Mit einer Art Salamitaktik hatte die Bahn die Instandsetzung hinausgezögert. So wurden 2024 Pendler mit Durchsagen in der S-Bahn informiert, dass die Reparatur „bis 2025“ erledigt sein werde. Dann hieß es, der Aufzug werde bis Ende 2025 repariert. Auch dieser Termin verstrich, ohne dass etwas geschah.
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