Nach fast zehn Jahren Funkstille schickt uns Star Fox zurück ins Cockpit des Arwing und macht aus dem N64-Klassiker eine Neuauflage für die Nintendo Switch 2.
Nach fast zehn Jahren Funkstille schickt uns Star Fox zurück ins Cockpit des Arwing und macht aus dem N64-Klassiker eine Neuauflage für die Nintendo Switch 2.
Seit dem Debüt der Reihe im Jahr 1993 – in Europa erschien der SNES-Titel als Starwing – hat sich die Serie rund um Fox McCloud und sein Team zu einem der ikonischsten Nintendo-Franchises entwickelt. Vier Jahre später folgt mit Star Fox 64, in Europa besser bekannt als Lylat Wars, der bis heute beliebteste Serienteil. Danach führen Ausflüge in andere Genres, etwa mit Star Fox Adventures oder Star Fox Assault. Zuletzt bekamen Fans 2016 mit Star Fox Zero auf der Wii U Nachschub, doch nach der mäßigen Resonanz schien die Zukunft des Franchises für eine Weile ungewiss.
Umso größer war die Freude, als Nintendo dieses Jahr in einer Nintendo Direct den Ankündigungstrailer zu Star Fox zeigte. Seit dem 25. Juni 2026 geht es im Remake des N64-Klassikers zurück ins Cockpit des Arwings – für Rückkehrer wie für Neulinge. Schafft es Nintendo, auch jüngere Generationen abzuholen, oder bleibt Star Fox ein Kultklassiker für eingefleischte Fans? Wir haben uns den Rail-Shooter genauer angesehen.
StoryDas Spiel beginnt mit dem Verschwinden von James McCloud, dem ehemaligen Anführer des Star-Fox-Teams: Sein Mitstreiter Pigma verrät ihn während einer Mission. Jahre später tritt sein Sohn Fox McCloud in die Fußstapfen des Vaters und bildet gemeinsam mit Peppy Hare, Falco Lombardi und Slippy Toad ein neues Team. Ihr Gegner ist der wahnsinnige Wissenschaftler Andross, der mit seiner Armee das gesamte Lylat-System bedroht – sieben Kampagnen-Missionen lang.
Star Fox Bilder
Die ursprüngliche Geschichte bleibt gleich, doch die Charaktere und ihre Handlungen bekommen deutlich mehr Raum als im Original von 1997. Besonders beeindruckend sind dabei die Untermalung durch Orchestermusik, die an vielen Stellen an ein Star-Wars-Spektakel erinnert, und die gelungene Vollvertonung aller Charaktere.
Mit nur sieben Missionen lässt sich die Kampagne in rund zwei Stunden durchspielen, doch das Geheimnis liegt im Wiederspielwert. Je nach Schwierigkeitsgrad und Geschick öffnen sich insgesamt 16 verschiedene Sektoren und Planeten – wer sie alle sehen will, sitzt etwa fünf Stunden im Cockpit. Wer zum Beispiel Zugang zum Sector Y will, muss Falco im richtigen Moment retten und anschließend durch alle Steinbögen auf Corneria fliegen, um zu einem geheimen Bosskampf zu gelangen. Gelingt das nicht, geht es zum Standard-Ausgang weiter, dem Asteroidenfeld Meteo. Ein simpler Kniff, der stark motiviert, in den Leveln gut abzuschneiden.
SpielmechanikAls Rail-Shooter setzt uns Star Fox ans Steuer verschiedener Fahrzeuge und schickt sie in einem Korridor durch das Level – fliegend, schwimmend oder fahrend. Gesteuert wird nur innerhalb dieser Bahn, der Fokus liegt entsprechend auf präzisem Schießen, dem Ausweichen im richtigen Moment und dem Einsammeln wichtiger Items.
Eine willkommene Neuerung ist der Joy-Con-2-Mausmodus: Statt mit dem Analogstick bewegt sich das Fadenkreuz per Mausgeste über den Bildschirm, was für spürbar präziseres Zielen sorgt als die klassische Steuerung. Besonders in Kombination mit dem First-Person-Modus wird jeder Flug mit dem Arwing so zu einem Erlebnis wie in einem Flugsimulator – das mächtig Spaß macht.
Auf zusätzliche Spielmechaniken wie Level-Ups oder Fähigkeitenbäume verzichtet das Spiel bewusst und bleibt der originalen Spielerfahrung treu. Alles Nötige liegt in den Leveln selbst: Silberne Ringe stellen einen Teil des Arwing-Schildes wieder her, goldene Ringe verdoppeln die Schildenergie temporär. In Sachen Bewaffnung gilt es, die Laser-Upgrades einzusammeln, um die Standard-Laserwaffen zu Zwillings- oder Plasma-Lasern aufzurüsten. Dazu kommen mächtige Nova-Bomben, die mehreren Gegnern auf einen Schlag schaden. Verglichen mit heutigen Titeln bleibt das Gameplay damit angenehm simpel. Dank detailreicher Kulissen und eines spürbar fordernden Schwierigkeitsgrads wird trotzdem jedes Level zu einem kleinen Spektakel.
Wer die Kampagne durch hat, wiederholt einzelne Level im Challenge-Modus mit anderen Zielvorgaben – Futter für Highscore-Jäger.
Im Mehrspielerbereich bietet Star Fox gleich zwei neue Modi. Im Koop-Modus teilen sich zwei Spieler an einem Bildschirm die Rollen von Pilot und Richtschütze: Einer steuert den Arwing, der andere zielt und feuert. Splitscreen gibt es nicht, dafür lassen sich so auch die Kampagnen-Missionen und der Challenge-Modus zu zweit spielen. Das eignet sich hervorragend, um weniger geübte Mitspieler unkompliziert ins Cockpit zu holen. Im kompetitiven Online-Modus treten das Star-Fox- und das Star-Wolf-Team in 4-gegen-4-Luftkämpfen gegeneinander an, was für einige zusätzliche unterhaltsame Stunden sorgt. Besitzt nur einer der Mitspieler das Spiel, steigen per Gameshare bis zu vier Leute lokal mit ein; online läuft Gameshare über Gamechat und setzt eine Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft voraus.
GrafikOptisch schlägt das Remake eine neue Richtung ein. Statt der comichaften N64-Optik stehen deutlich realistischere Charaktermodelle und detailreichere Umgebungen auf dem Bildschirm. Besonders die Zwischensequenzen sind eine wahre Augenweide und stellen die Kraft der Nintendo Switch 2 noch einmal unter Beweis.
Technisch läuft das Spiel im Test durchgehend flüssig mit 60 fps, am Fernseher löst es mit 1080p auf. Lediglich bei der Online-Suche im Mehrspielermodus gibt es Probleme: Trotz stabiler Internetverbindung fliegen wir aus Lobbys oder warten überdurchschnittlich lange auf Mitspieler.
Star Fox erscheint exklusiv für die Nintendo Switch 2, eine Fassung für die erste Switch gibt es nicht.
PreisStar Fox kostet aktuell 48 Euro bei Amazon.
FazitMit Star Fox liefern Velan Studios und Nintendo ein technisch und audiovisuell beeindruckendes Remake ab, das sein Vorbild von 1997 respektiert und um starke Extras ergänzt: Koop- und Mehrspielermodus, ausgebaute Zwischensequenzen, Orchestersound. Beim Gameplay setzt das Studio auf die Stärken des Klassikers – auch 2026 fühlen sich die Steuerung des Arwings und die Manövrierung durch die Level gleichermaßen knifflig und unterhaltsam an.
Wer Lylat Wars nie gespielt hat und einen guten Rail-Shooter zu schätzen weiß, kommt mit dieser Neuauflage auf seine Kosten und bekommt einen gelungenen Einstieg in einen der prägendsten N64-Klassiker. Lediglich erfahrene Serienfans dürstet es nach dem fünften Kampagnen-Durchlauf vielleicht nach mehr neuen Inhalten.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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