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Roberto Mancini soll es für Italien richten: Mehr Chaos bei einer Trainersuche geht nicht

Дата публикации: 28-07-2026 13:35:09

Nach langer Suche holt Italien einen alten Bekannten als Nationaltrainer zurück. Doch Roberto Mancini dürfte schon vor seinem ersten Spiel unter massivem Druck stehen.

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Italien hat einen neuen Nationaltrainer! Fast vier Monate hat die Suche gedauert – und am Ende lässt sich festhalten: Hoffnungsträger Roberto Mancini ist schon vor seinem ersten Spiel mit der Squadra Azzurra massiv beschädigt, wenn er es denn im September tatsächlich angehen darf.

Mancini geht allenfalls als 1d- oder gar e-Lösung durch. Denn eigentlich wollte der neue Verbandspräsident Giovanni Malagò lieber Pep Guardiola als nächsten Chef der Mannschaft gewinnen. Oder zumindest Carlo Ancelotti – und wenn es gar nicht anders geht, dann eben Andrea Pirlo. Oder vielleicht doch Thiago Motta.

Doch Guardiola sagte ab, weil er sich nach dem Ende seiner zehnjährigen Tätigkeit bei Manchester City derzeit nicht bereit für einen neuen Job fühlt. Die Frage, ob er für den italienischen Verband überhaupt finanzierbar gewesen wäre, stellte sich so gar nicht mehr.

Ancelotti war als aktueller brasilianischer Nationaltrainer von vornherein ein Wunschkonzert und daher nur eine sehr theoretische Option.

Pirlo wiederum wurden seine Russland-Connections zum Verhängnis. Der Weltmeister von 2006 ist Markenbotschafter eines russischen Wettanbieters und trainiert in Dubai einen Klub, der sich im Besitz eines russischen Unternehmers befindet. Die Sprengkraft dieser Verbindungen hatten der erst kurz zuvor zum Technischen Direktor berufene Paolo Maldini und sein Berater Leonardo offenbar unterschätzt. Beide gaben ihre Posten nach nur 16 Tagen im Amt schon wieder auf.

Thiago Motta wiederum war am Ende offenbar zu klein für die große Fußballnation, um sich gegen die anderen Kandidaten durchzusetzen. Dann eben Roberto Mancini, seines Zeichens immerhin mal Erfolgstrainer und mit Italien 2021 Europameister.

Man kann davon ausgehen, dass Mancini schnell Gegenwind zu spüren bekommt, wenn er in seinen ersten Spielen nicht direkt liefert.

Jörg Leopold

Wobei: Die Qualifikation für die WM 2022 gelang Mancini anschließend nicht. Und als im August 2023 das große Geld der Saudis lockte, war er weg. Er verabschiedete sich trotz laufenden Vertrags aus Italien und übernahm kurz darauf die Auswahl Saudi-Arabiens. Das kam nicht wirklich gut an in seiner Heimat.

In Saudi-Arabien hielt er sich allerdings nur 14 Monate. Wegen der enttäuschenden sportlichen Bilanz beendeten Mancini und der saudische Verband die Zusammenarbeit im Oktober 2024 einvernehmlich. In Katar war Mancini zuletzt mit Al-Sadd immerhin nationaler Meister.

Viele große Namen wurden bei der Trainersuche verbrannt

Das und die durchaus glorreiche Vergangenheit unter dem früheren Topstürmer reichen nun aus, um ihn auf den Trainerstuhl der italienischen Nationalmannschaft zurückzusetzen. Und an seine Seite stellt der Verband mit Claudio Ranieri ebenfalls einen erfahrenen Trainerrecken als neuen Technischen Direktor. Hätte man da nicht gleich Gennaro Gattuso behalten können – und mit ihm Gianluigi Buffon als Delegationsleiter oder was auch immer?

Doch all die großen Namen hat Italien verbrannt – dabei ist der neue Verbandspräsident Malagò selbst erst seit Ende Juni im Amt. Unter ihm hat es nun nur für eine halbwegs passable Notlösung gereicht, die er am Dienstagnachmittag auf einer Pressekoferenz wortreich verteidigte. Man kann davon ausgehen, dass Mancini schnell Gegenwind zu spüren bekommt, wenn er in seinen ersten Spielen nicht direkt liefert.

Dabei sollte der italienische Fußball komplett umgekrempelt werden. Also quasi wie in Deutschland unter Jürgen Klopp. Doch während der Bundestrainer hierzulande eine Art Aufbruchsstimmung erzeugt hat und Verband und Fans fast einhellig hinter ihm stehen, dürfte in Italien weiterhin Chaos herrschen.

Die Meldung, dass das Nationalteam endlich wieder einen Cheftrainer hat, ist da fast schon als Erfolg zu werten – ganz unabhängig von der Person, die den Job erledigen soll. Denn Roberto Mancini war ganz offensichtlich nie die erste Wahl. Immerhin haben sie in Italien überhaupt noch jemanden gefunden.

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