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Nigel Farage gewinnt die sinnloseste Wahl des Jahres: Doch der Sieg könnte ihm zum Verhängnis werden

Дата публикации: 14-08-2026 06:54:07

Der Rechtspopulist zieht wieder ins britische Parlament ein, aber sein Kalkül ist nicht aufgegangen. Gerät der Aufstieg des Chefs von Reform UK ins Stocken?

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Es war die sinnloseste Wahl des Jahres und Nigel Farage hat sie gewonnen. Auf den ersten Blick steht der Rechtspopulist nach seinem Erfolg – er bekam 63,3 Prozent der Stimmen – wie ein Sieger da. Durch die breite Unterstützung in seinem Wahlkreis Clacton zieht Farage wieder ins Parlament ein.

Doch tatsächlich steckt der Parteichef von Reform UK in einer schwierigeren Lage, als das Ergebnis vermuten lässt.

Die Nachwahl am Donnerstag war das Ergebnis eines politischen Manövers. Wegen einer parlamentarischen Untersuchung aufgrund möglicher nicht deklarierter Geldgeschenke hatte Farage sein Parlamentsmandat aufgegeben und damit selbst eine Neuwahl ausgelöst. Den Ausgang kannte er praktisch schon vorher: Clacton ist fest in Reform-Hand. Genau deshalb sollte die Wahl für ihn zur Bühne werden – zum Beweis, dass er beliebt ist, das „Establishment“ ihm nichts anhaben kann und seine Partei weiter auf dem Vormarsch ist.

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Doch Clacton ist nicht Großbritannien.

Reform verliert in Umfragen

Farage braucht für sein Ziel, irgendwann Premierminister zu werden, keine weitere sichere Mehrheit in seinem Wahlkreis. Er braucht Stimmen im ganzen Land. Und dort gerät der Aufstieg von Reform UK erstmals seit Langem ins Stocken.

In aktuellen Umfragen kommt die Partei auf 22 Prozent, vor vier Wochen waren es noch 28. Auch Farages persönliche Beliebtheitswerte sind seit Mai um zehn Prozentpunkte gefallen.

Seine große Farage-Show in Clacton hat zudem nicht so funktioniert wie geplant. Ausgerechnet der Satirekandidat Count Binface stahl ihm die Aufmerksamkeit – und bekam immerhin 26,9 Prozent der Stimmen.

(FILES) London mayoral candidate Count Binface (C) gestures as he arrives to attend the declaration for London's mayor at City Hall in London on May 4, 2024. Politics is often viewed as theatre attracting the wierd and wonderful, and in the UK Count Binface, a man wearing a big rubbish bin over his head, is stealing the show. The self-described "intergalactic space warrior" from the planet Sigma IX takes on hardline anti-immigrant politician Nigel Farage on August 13, 2026 in the Clacton-on-Sea by-election triggered when the Reform UK leader resigned in a shock move, vowing to stand again. (Photo by BENJAMIN CREMEL / AFP) / TO GO WITH Britain-politics-vote-Binface,PROFILE

Der Satirekandidat Count Binface hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

© AFP/BENJAMIN CREMEL

Und dann ist da Andy Burnham. Der neue Premier legt seit Mitte Juli einen bemerkenswerten Start hin, wirkt nahbar und umtriebig. Erstmals seit Langem ist Labour in den Umfragen wieder vorn.

Das ist für Farage gefährlich. Denn sein Aufstieg lebt auch von der Erzählung, dass die etablierten Parteien nichts zustande bringen und nur Reform für einen politischen Neuanfang steht. Wenn Burnham diese Erzählung ins Wanken bringt, verliert Farage sein wichtigstes Argument.

Und auch die Skandale wird er derzeit nicht los: Vorwürfe rund um vorbestrafte Gönner, Millionenspenden und mögliche Verstöße beschäftigen ihn weiter. In seiner Partei bringen sich bereits mögliche Nachfolger in Stellung.

Die parlamentarische Untersuchung eines „Geschenks“ eines Krypto-Milliardärs in Höhe von fünf Millionen Pfund, das Farage entgegen parlamentarischer Regeln nicht öffentlich machte, wird nach Farages Rückkehr ins Abgeordnetenhaus automatisch fortgesetzt werden. Sollten ihm tatsächlich Vergehen nachgewiesen werden, könnte sogar der Ausschluss aus dem Unterhaus drohen.

Die Folge wäre … eine Nachwahl in Clacton. Dann könnten selbst die Reform-Wähler dort ins Grübeln geraten.

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